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Autoindustrie nach der US-WahlDonald Trump macht VW, BMW und Mercedes „great again“

Trumps Wahlsieg bietet der deutschen Autoindustrie die Chance, endlich wieder ganz vorn mitzuspielen. Ein historischer Deal ist greifbar nah. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Martin Seiwert 09.11.2024 - 13:37 Uhr
Foto: imago images

Schlange und Kaninchen. Das kann einem in den Sinn kommen, wenn man auf die deutschen Autohersteller blickt. Da ist die Schlange Donald Trump – listig, gnadenlos, toxisch. Und da sind die Kaninchen VW, BMW und Mercedes. Angeschlagen sind sie und schwach wie nie, das Fell struppig. Ihre Gewinne sind nur noch marginal, ihre Orientierungslosigkeit in der Transformation maximal. 

Zitternd sitzen die Kaninchen vor der bösen Schlange, erwarten den ersten Biss. Wird Trump zehn Prozent Zoll auf jedes deutsche Auto erheben, das in die USA exportiert wird? Oder 20? Und es lauert eine zweite Schlange hinter Trump, nicht weniger verlogen und aggressiv: Elon Musk, Tesla-Chef und Trumps angehender Wirtschaftsberater. Was mag er seinem Boss wohl für Gräueltaten an den deutschen Konkurrenten einflüstern?

So kann man es sehen – und dabei total falsch liegen. Denn in Wahrheit kann (der ansonsten ziemlich unerträgliche) Donald Trump unser bester Mann sein. Er kann Deutschlands Autoindustrie zu einer historischen Chance verhelfen, wenn Autobauer und Politik jetzt die Weichen richtig stellen. 

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Trump hat seinen Wählern bekanntlich versprochen, Amerika zu neuer Größe zu verhelfen. Das macht er, indem er andere niedermacht, vor allem den größten Rivalen China: Mit 60 Prozent Zoll will Trump Importe aus China belegen, zur Not auch mit „150 bis 200 Prozent“. Schon Vorgänger Joe Biden hat China ins Visier genommen, hat mit 100 Prozent Zoll praktisch ein Importverbot für chinesische E-Autos konstruiert. Weil Trump da noch eine Schippe drauflegen muss, um seinen Wählern zu gefallen, zieht ein irrer Handelskrieg zwischen China und USA herauf. 

Peking sei zutiefst besorgt über die Unberechenbarkeit von Trumps China-Politik, sagte Tong Zhao, Senior Fellow beim US-Think-Tank Carnegie Endowment for International Peace, dem Fernsehsender CNN. China sehe aber auch Chancen in der Entwicklung: „Peking glaubt, dass Trumps harte Zollpolitik in Europa sehr unpopulär wäre und China die Möglichkeit böte, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa zu stärken.“ 

Big Deal zwischen Deutschland und China

Deutschland sollte die ausgestreckte Hand Chinas nicht wegstoßen. Denn nie standen die Chancen besser, einen großartigen Deal hinzubekommen. Chinas Wirtschaft taumelt. Trump könnte sie völlig zum Kollabieren bringen. China braucht deshalb mehr denn je ausländische Märkte jenseits der USA. Ohne Europa – keine Chance.

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Deutschland wiederum erlebt gerade das Wegbrechen der Autoindustrie, der wichtigsten Branche des Landes, weil die hiesigen Hersteller von China beim E-Auto technologisch abgehängt wurden. Batterien, Rohstoffe, Software – alles, was der deutschen Autoindustrie zum Bauen der besten E-Autos fehlt, hat China im Überfluss. Ohne China – keine Chance. 

So schreit alles nach einem neuen Abkommen: Die meisten Autos, die China in Europa verkaufen will, müssen Chinas Autobauer in Europa herstellen. Auf alle anderen werden moderate Zölle erhoben. Die chinesischen Hersteller müssen für die Produktion in Europa Joint Ventures mit europäischen Herstellern eingehen. 

In diesen Joint Ventures hätten die deutschen Hersteller eine einmalige Chance, von China zu lernen, den technologischen Rückstand zu verkürzen – und könnten künftig die hochwertigsten E-Autos der Welt bauen. Falls Ihnen das bekannt vorkommt – ja, genau, die Joint-Venture-Pflicht war der Trick, mit dem Chinas Autoindustrie von den westlichen Herstellern das Autobauen lernte. Die ausländischen Hersteller mussten in China Joint Ventures mit chinesischen Anbietern gründen. 

Nun also drehen wir den Spieß um. Würde Peking mitspielen? Sicher. Trump wird schon dafür sorgen, dass es Chinas einzige Chance ist. Und würde Deutschlands Autoindustrie mitmachen? Sie muss. Es ist ihre letzte Chance auf alte Größe.

Lesen Sie auch: Trump-Protektionismus bedroht Deutschland und Europa

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