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Autonomes FahrenVolkswagen stellt selbstentwickeltes ADAS-System für China vor

Auf dem chinesischen Markt erfreuen sich Hersteller wie BYD großer Beliebtheit – auch wegen ihrer automatisierten Fahrsysteme. Volkswagen startet nun eine Offensive. 17.04.2025 - 16:41 Uhr
Der Volkswagen ID.7 Vizzion soll den chinesischen Markt erobern – bislang erfolglos. Foto: dpa

Europas größter Autobauer Volkswagen will mit einem selbstentwickelten automatisierten Fahrsystem in China den Rückstand zu den heimischen Herstellern wie BYD aufholen.

Das Gemeinschaftsunternehmen Carizon, an dem die VW-Softwaretochter Cariad sowie der chinesische Partner Horizon Robotics beteiligt sind, habe ein System entwickelt, das derzeit Fahrerassistenzfunktionen auf dem Level 2 Plus biete und den Weg für die Weiterentwicklung zu Level 3 ebne, teilte Volkswagen am Donnerstag mit.

Die Technologie werde ab dem laufenden Jahr eingesetzt. Ab dem kommenden Jahr werde sie in neu entwickelten Kompaktwagen eingeführt und stehe damit auch preissensiblen Kunden zur Verfügung.

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Bei Fahrerassistenzsystemen auf dem Level 2 Plus kann das Auto zwar schon viele Funktionen übernehmen, selbständig lenken und bremsen sowie weitgehend alleine durch den Verkehr navigieren. Die Verantwortung bleibt jedoch beim Fahrer, der weiterhin die Augen auf die Straße richten muss.

Auf Level 3 darf der Fahrer in bestimmten Situationen seine Aufmerksamkeit auf anderes richten, muss allerdings zur Not eingreifen können, wenn ihn das Auto dazu auffordert. Erst ab Level 4 dürfen die Autos ganz ohne Fahrer im Verkehr unterwegs sein.

Schneller schlau: Die fünf Stufen des autonomen Fahrens
Das „assistierte Fahren“ ist bereits in unterschiedlicher Ausprägung bis in untere Fahrzeugsegmente verbreitet. Wie der Name schon sagt, helfen Assistenten beim Fahren. Sie warnen beispielsweise vor Fahrzeugen im toten Winkel, beim Verlassen der Fahrspur oder halten den eingestellten Abstand zum Vordermann. Die Helfer assistieren nur, fahren muss immer noch der Mensch hinter dem Steuer.
Beim „teilautomatisierten Fahren“ kann der Wagen bereits einzelne Fahraufgaben selbst übernehmen, muss dabei aber immer vom Fahrer überwacht werden. Dieses Stadium haben die meisten Autohersteller aktuell erreicht. Beispiel dafür ist ein Stau-Assistent, der im Stop-and-Go-Verkehr lenkt, abbremst und selbstständig wieder anfährt. Der Fahrer muss dabei zwar nicht aktiv lenken, darf die Hände aber nicht vom Steuer nehmen. Tut er das doch, wird er nach wenigen Sekunden vom Auto aufgefordert, das Lenkrad zu greifen. Zuletzt hat sich eine Ausbaustufe der Technik etabliert, die als „Level 2 Plus“ oder „Level 2 Hands Free“ bezeichnet wird und das Loslassen des Steuers explizit erlaubt und auch für längere Zeit toleriert.
Das Auto übernimmt beim „hochautomatisierten Fahren“ in bestimmten Verkehrssituationen diverse Funktionen, kann zum Beispiel längere Autobahnstrecken vollständig allein bewältigen. Der Fahrer muss aber das Steuer nach einer Aufforderung durch das Auto wieder übernehmen können. Theoretisch beherrschen bereits mehrere Pkw-Modelle diese Technik, legal nutzen dürfen sie aktuell aber nur wenige, darunter die Mercedes S-Klasse und der BMW 5er. Einschränkungen gibt es etwa bei Geschwindigkeit und Straßenart – so ist Level-3-Fahren in Deutschland nur auf geeigneten Autobahnabschnitten und mit maximal Tempo 130 erlaubt.
Ist das Fahrzeug „voll automatisiert“, kann das Auto spezifische Anwendungsfälle komplett allein meistern – von der Autobahnfahrt bis zu hochkomplexen urbanen Verkehrssituationen. Der Fahrer kann derweil zum Beispiel schlafen und haftet bei Schäden oder Verkehrsverstößen nicht mehr. Hier verlassen wir den Bereich, den Privat-Pkw heute noch beherrschen. Vollautomatisiert fahren aktuell unter anderem die Robotaxis oder -Shuttle von Mobilitätsdienstleistern, die in lokal begrenzten Gebieten unterwegs sind. Ein weiteres Beispiel ist das auch in Deutschland angebotene „Automated Valet Parking“ von Bosch und Mercedes, bei dem sich Pkw in speziell ausgerüsteten Parkhäusern selbstständig ihren Stellplatz suchen.
Beim „autonomen Fahren“ werden die Insassen vollständig zu Passagieren, nicht mal mehr ein Lenkrad oder Pedale sind notwendig. Das Auto kann alle Fahraufgaben alleine bewältigen. Auf jeder Straße, bei jedem Wetter und in komplexesten Verkehrssituationen. Noch Anfang des Jahrzehnts hofften Ingenieure, die oberste Stufe noch Mitte der 2020er-Jahre erreichen zu können. Das wird nicht passieren. Einige Branchenvertreter zweifeln, ob es jemals so weit kommt. Nicht zuletzt, weil die Kosten wohl so hoch wären, dass sich der Einsatz kaum lohnen würde. Bosch-Experte Lanwer kennt ein weiteres Problem: „So ist es beispielsweise sehr schwierig ein autonomes Fahrzeug auf eine Hebebühne zu bekommen, wenn man es nicht steuern kann.“ Es sieht Level 5 erst mal nicht im Markt, weil es im Vergleich zu Level 4 derzeit keinen Vorteil bringt.

Volkswagen rechnet nach eigenen Angaben damit, dass bis 2030 mehr als 80 Prozent der Fahrzeuge in China mit fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet sind. Auf der Automesse in Shanghai kommende Woche wollen auch andere Autobauer und Tech-Unternehmen wie Mercedes-Benz oder Huawei ihre neuesten Entwicklungen zu Fahrerassistenzsystemen vorstellen.

Der chinesische Elektroautobauer BYD hatte im Februar für Aufsehen gesorgt, als er autonome Funktionen auch für seine Einstiegsmodelle angeboten hatte.

Zuletzt hatte jedoch das chinesische Wirtschaftsministerium die Regeln für Autobauer verschärft. Viele Unternehmen stellen deswegen auf der Messe bei ihren Assistenzsystemen das Thema Sicherheit in den Vordergrund.

rtr
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