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BrandIndexDie Marke Opel aus Verbrauchersicht

Anders als der Mutterkonzern General Motors halten Kunden Opel die Treue. Für Autokäufer ist die Marke in den letzten Jahren wieder attraktiv geworden.Holger Geißler 20.02.2017 - 06:18 Uhr

Die neue Generation des Opel Insignia wird Anfang März auf dem Genfer Autosalon im Doppelpack Premiere feiern. Neben der bereits vorgestellten Limousinen-Variante Grand Sport (rechts) zeigen die Rüsselsheimer außerdem den Sports Tourer.

Foto: Opel

Auf 4,99 Meter ist der bis zu 200 Kilogramm leichtere Kombi gewachsen. Dank der neuen Proportionen wirkt das Fahrzeug stämmiger als bisher, die an Charakterlinien reiche Blechhaut straffer. Markant ist in der Seitenansicht eine von der A-Säule unterhalb der Dachlinie bis in die C-Säule verlaufende Chromleiste, die von den Rückleuchten aufgenommen wird. Die LED-Lichter erstrecken sich zweigeteilt von der C-Säule bis in die angeschrägte Heckklappe.

Foto: Opel

Dank Größenzuwachs und des um neun Zentimeter verlängerten Radstands kann der Insigina Fahrgästen und Gepäck deutlich mehr Entfaltungsspielraum als bisher bieten. So fasst der um zehn Zentimeter auf über zwei Meter Länge gewachsene und auch etwas breitere Kofferraum mit 1640 Liter gut 100 Liter mehr als bisher. Damit schlägt der Insignia auch den deutlich kleineren Astra Sports Tourer, der mit 1630 Liter bisher der geräumigste Kombi der Blitzmarke war.

Foto: Opel

Laut Opel soll sich das Beladen des Insignia künftig leichter gestalten, da der Überhang zwischen Stoßfänger und Laderaum verkleinert wurde. Auch das Öffnen der Heckklappe geht künftig leichter von Hand, da ein Öffnen und Schließen per Fußbefehl möglich ist. Die Öffnungshöhe der Klappe kann dabei sogar programmiert werden. Der Kofferraum kann wie bisher optional mit dem Schienen-Arretierungssystem Flex Fix ausgestattet werden. Die per Knopfdruck entriegelbare Rückbanklehne lässt sich dreiteilig im Verhältnis 40:20:40 umklappen.

Foto: Opel

Im Cockpitbereich präsentiert sich die neue Insignia-Generation aufgeräumt. Auffällig ist die stark horizontale Betonung des Armaturenbretts. In der Mitte befindet sich der rahmenlose Touchscreen des Infotainmentsystems. Chromzierrat, Klavierlackoberflächen und feines Leder sorgen zudem für Edel-Flair.

Foto: Opel

Als besondere Innovationen bietet der neue Insignia Sports Tourer unter anderem den Abstandstempomat ACC in Kombination mit einem Kollisionsverhinderer, ein Head-up-Display, einen aktiven Spurhalte-Assistenten mit Gegenlenk-Funktion, eine vor Querverkehr warnende Rückwärtsausparkhilfe, sowie ein neues LED-Matrixlicht. Ein solches bietet Opel bereits im neuen Astra, allerdings hier mit 16 LED-Segmenten, während im Insignia eine Variante mit 32 Segmenten zum Einsatz kommt.

Foto: Opel

Antriebsseitig verspricht Opel effizientere Motoren und einige kleinere Innovationen. Wie bisher wird es den Insignia ausschließlich mit aufgeladenen Benzin- und Dieselmotoren geben, die zwischen 110 und 250 PS leisten.

Foto: Opel

Neu ist eine Achtstufen-Automatik, die vorerst ausschließlich in Kombination mit Allradantrieb angeboten werden soll. Der 4x4-Antriebsstrang verfügt zudem über ein Torque-Vectoring, welches eine radselektive Momentverteilung erlaubt.

Foto: Opel

Bestellstart für den Sports Tourer ist der 17. Februar 2017. Preise nennen die Rüsselsheimer noch nicht, doch vermutlich wird sich die Neuauflage am Niveau des Vorgängers orientieren. Derzeit kostet der Insignia Kombi in der Basisversion knapp unter 26.000 Euro.

Foto: Opel

Aus unternehmerischer Perspektive mag die Marke Opel für den Mutterkonzern General Motors zur Disposition stehen. Zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall könnte Opel an Peugeot Citroën (Groupe PSA) verkauft werden. Für deutsche Verbraucher scheint das wenig nachvollziehbar zu sein: Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex ist die Marke nach wie vor ein Top-Player und in den meisten Aspekten sogar deutlich gestärkt im Vergleich zu Ende 2013.

Da übernahm Tina Müller das Marketing-Regime bei Opel und sorgte schrittweise für ein „Umparken im Kopf“.

Deutsche Verbraucher sehen Opel immer noch als eine der Top-10-Automarken. In den zurückliegenden drei Monaten erreicht Opel in unseren Indexrankings im Schnitt den achten Platz hinter Marken wie Mercedes-Benz, BMW, Volvo, Porsche. In diese Rankings fließen Bewertungen von Verbrauchern ein, die angeben, die jeweilige Marke zu kennen und ihre Meinung zu Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Kundenzufriedenheit und anderen Faktoren abgeben.

Hintergründe zur PSA Group
Der vom Staat gestützte französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr weltweit über 3,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der französische VW-Konkurrent mit den Marken „Peugeot“, „Citroën“ und „DS“ sieht sich in Europa schon länger als Branchenzweiter.
Konzernchef Carlos Tavares fuhr in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs unter anderem mit Werkschließungen und Jobabbau. Um das vor drei Jahren stark angeschlagene Unternehmen zu retten, schoss unter anderem der französische Staat Geld zu und hielt zuletzt rund 14 Prozent der Anteile.
Auch der staatlich kontrollierte chinesische Hersteller Dongfeng stieg 2014 bei dem Traditionsunternehmen mit 14 Prozent ein. Der Einfluss der Peugeot-Familie sank im Zuge der Sanierung hingegen beträchtlich.
Der Umsatz betrug im vorvergangenen Jahr 54,7 Milliarden Euro; neuere Jahreszahlen liegen nicht vor. Der Konzern beschäftigte 184.000 Mitarbeiter.
Unlängst schaltete die französische Antibetrugsbehörde nach Untersuchungen zu Diesel-Abgasen bei PSA die Justiz ein. Ein entsprechendes Dossier ging an die Staatsanwaltschaft. Es liegt nun an der Justiz, über eventuelle Folgen zu entscheiden. Der Konzern betonte, er habe seine Fahrzeuge niemals mit Betrugs-Software ausgestattet.

Stehaufmännchen Opel

Ein weiterer starker Indikator dafür, wie Verbraucher eine Marke wahrnehmen, ist der Buzz. Dieser Wert zeigt an, wie positiv oder negativ ein Unternehmen in der öffentlichen Diskussion wahrgenommen wird. Im Quartalsschnitt erreicht Opel auf der von -100 bis +100 reichenden Skala +7 Punkte und damit Platz 4 unter 30 Automarken. Der Verlauf des Buzz über die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Marke Opel trotz negativer Nachrichten immer wieder von Krisen erholen konnte.

Interessant ist der Blick auf Verbraucher, die tatsächlich vorhaben, ein Auto zu kaufen. Von dieser Gruppe sagen 26 Prozent, dass Opel eine Marke ist, die für sie infrage kommt. Nur Volkswagen und Audi kommen in Deutschland auf mehr Interessenten. Der überzeugendste Wert ist aber dieser: Von den Verbrauchern, die sich unter anderem den Kauf eines Opel vorstellen können, sagen ein Drittel, dass sie am ehesten tatsächlich einen Opel kaufen werden – zudem ist dieser Anteil im Jahresvergleich gestiegen. Unter allen Verbrauchern, die ein neues oder gebrauchtes Auto anschaffen wollen ist Opel außerdem nach Volkswagen die Mittelklasse-Marke, die auf das zweitgrößte Kaufinteresse stößt.

Opels Produktionsstandorte in Europa
Am Opel-Hauptsitz arbeiten 14.850 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 3000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.Quelle: Reuters, Stand: 19. April 2018
Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2130 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.
In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1790 Menschen.
In dem polnischen Werk sind knapp 3050 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 400 Beschäftigte Motoren her.
In dem spanischen Standort bei Saragossa laufen Corsa, Meriva, der SUV Mokka und der Stadtgeländewagen Crossland X vom Band. Der Standort hat 5170 Arbeitsplätze.
Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1470 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.Der Standort Luton nördlich von London hat 1240 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.
In dem österreichischen Werk nahe Wien arbeiten 1330 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.
Die Fabrik in Ungarn produziert mit 1160 Arbeitnehmern Motoren und Komponenten.

Opel-Fahrer sind die treuesten

Das Interesse der Verbraucher an Opel ist also ungebrochen. Für den potenziellen Käufer des Unternehmens könnte es den Wert der Marke zusätzlich steigern, dass Opel-Fahrer ihr treu sind. Keine andere Automarke hat unter denjenigen, die sie im „Relevant Set“ für einen anstehenden Autokauf haben, so viele frühere Kunden. Vieles des oben Gesagten gilt auch für Opels britische Schwester Vauxhall. Deren Automodelle entsprechen weitgehend denen von Opel, und so ähnelt sich die Einschätzung der Verbraucher, die vorhaben, ein Auto zu kaufen. In der britischen Gesamtbevölkerung ist das Image von Vauxhall zwar schlechter als das von Opel in Deutschland, während andere deutsche Marken bei den Briten überraschend gut wegkommen. Volkswagen etwa hat in Großbritannien den Diesel-Skandal anscheinend schon hinter sich gelassen und konnte seine Indexwerte wieder deutlich aufbessern. Doch wenn sie sich für eine Marke entscheiden müssten, dann steht Vauxhall auch bei den Briten hoch im Kurs.

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