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Machtkampf an der Spitze VW-Aufsichtsrat nimmt neuen Anlauf für Einigung

Volkswagen-Chef Herbert Diess kämpft um die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages – bislang vergeblich. Quelle: REUTERS

Volkswagen-Chef Herbert Diess kämpft um die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages – bisher vergeblich. Kommende Woche will der Aufsichtsrat erneut verhandeln.

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Im Machtkampf bei Volkswagen will der Aufsichtsrat Insidern zufolge kommende Woche einen neuen Versuch zur Beilegung der Personalquerelen an der Konzernspitze unternehmen. Das Kontrollgremium solle am nächsten Donnerstag erneut tagen, sagte eine Person mit Kenntnis der Beratungen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein weiterer Insider bestätigte dies. Das Gremium werde sich voraussichtlich an dem Tag treffen. Man strebe eine Lösung vor Weihnachten an. Volkswagen wollte sich nicht äußern. Bei einem vorgezogenen Treffen am Mittwochabend hatten die Aufsichtsräte keine Beschlüsse gefasst. Ein Sprecher hatte im Anschluss mitgeteilt, die Gespräche zwischen allen Beteiligten liefen konstruktiv weiter.

Die Zeit soll dazu genutzt werden, um eine Lösung in dem seit mehreren Wochen zermürbenden Streit zu finden. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch versucht, in einer Art Pendeldiplomatie zwischen den wichtigsten Akteuren zu vermitteln. Während man sich nach Aussage von Insidern bereits auf die Besetzung und den Zuschnitt von drei Schlüsselressorts im Konzernvorstand verständigt hat, ist die Frage einer Vertragsverlängerung für Konzernchef Herbert Diess umstritten. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse in dem Kontrollgremium erscheint eine Einigung an diesem Punkt unwahrscheinlich. Es dürfte für Pötsch also darum gehen, eine möglichst gesichtswahrende Lösung zu finden, mit der der Aufsichtsrat und Diess leben können.

Vertreter der Familien und des Betriebsrats haben mehrfach erklärt, dass sie weiter mit dem 62-Jährigen zusammenarbeiten wollen, der Volkswagen zu einem führenden Anbieter von E-Autos, selbstfahrenden Fahrzeugen und Mobilitätsdiensten umbaut. Diess fordert laut Insidern eine Vertragsverlängerung als Vertrauensvotum des Aufsichtsrats, um mit neu zugeschnittenen Ressorts im Konzernvorstand die Transformation zu einem Technologiekonzern zu beschleunigen. Dabei steht auch ein neues Sparprogramm im Raum. Mit seiner Forderung nach einer Vertragsverlängerung hat er sich nach Meinung von Konzernbeobachtern jedoch in eine Sackgasse manövriert.


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Bis spätestens Juni muss die Nachfolge von Konzern-Finanzchef Frank Witter geregelt sein, der aus persönlichen Gründen abtreten will. Ihn könnte Arno Antlitz ersetzen, derzeit Finanzvorstand bei der VW-Tochter Audi. Gegen ihn hatte es bis zuletzt Widerstand aus dem Betriebsrat gegeben. Außerdem sollen die Ressorts für Einkauf und die konzerneigene Zuliefersparte „Komponente“ besetzt werden, die seit dem Rückzug von Stefan Sommer verwaist sind. Unter ihm war das Komponentenressort in einem Vorstandsbereich mit der Beschaffung gebündelt. Nun könnten die Ressorts wieder getrennt werden. Außerdem ist ein Vorstandsbereich für IT und Software im Gespräch.
Das große Interview: Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess über interne Machtkämpfe, Klimaschutz, digitale Vorherrschaft – und Jogi Löw.

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