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Model-3-Produktionsziel erreicht Steht Tesla-Chef Elon Musk eine Erfolgswoche bevor?

Tesla-Chef Elon Musk Quelle: REUTERS

Nach monatelangen Negativmeldungen aus Teslas Autowerk in Fremont, schafft Elon Musk zur versprochenen Zeit sein Produktionsziel beim Model 3. Wer gegen Tesla gewettet hat, könnte diese Woche verlieren.

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Am Donnerstag hatte Elon Musk seinen 47. Geburtstag gefeiert. Nicht in Los Angeles, wo seine Ex-Frau Justine und die fünf Kinder leben. Sondern in seiner Fahrzeugfertigung in Fremont am Ostrand des Silicon Valley, wo der Tesla-Chef seit Mai Quartier bezogen hat. Am Sonntagnachmittag konnte Musk dann seiner Mannschaft gratulieren: „Wir haben es geschafft. Was für ein unglaublicher Job eines wunderbaren Teams. Ich könnte nicht stolzer sein, als mit euch zu arbeiten. Es ist eine Ehre“, jubelte Musk per E-Mail und schob für die Öffentlichkeit via Twitter nach: „7000 Autos, sieben Tage.“ Inklusive Liebesbekundung mit zwei Herzchen.

Damit feiert Musk seinen bislang größten Triumph. Wie es scheint, hat er sein Versprechen erfüllt, bis Ende Juni innerhalb einer Woche 5000 Tesla Model 3 zu produzieren. Weitere 2000 sind Tesla S und Tesla X, die auf einer gemeinsamen Strecke produziert werden. Dieses Volumen bei den beiden älteren Modellen hatte Tesla schon zuvor erreicht. Aber es beweist, dass Tesla alle drei Modelle in nennenswerten Stückzahlen fertigen kann, was Skeptiker schon häufig bezweifelt hatten. Auch wenn Musk dafür extra ein gigantisches Zelt vor den Produktionshallen aufstellen musste, um zusätzlichen Platz für die endgültige Inspektion zu haben.

Es könnte eine Woche der guten Nachrichten werden, in der Tesla nicht nur die Produktionszahlen für das erste Halbjahr bekannt gibt, sondern sich auch zu Details zur Auslieferung der Fahrzeuge an die Kunden äußert. Denn es gibt Indizien, dass Tesla die Übergabe seiner Fahrzeuge extra herausgezögert hat, um den in den USA gewährten Steuerrabatt besser auszunutzen. Der läuft pro Hersteller bei 200.000 in den USA ausgelieferten Fahrzeugen aus, was Tesla im laufenden Quartal erreichen dürfte. Danach verringern sich die 7500 Dollar um die Hälfte, allerdings erst im zweiten Quartal nach Erreichen des Limits, also ab Januar 2019. Im Juni hatte Tesla deshalb bereits die Auslieferung seiner Fahrzeuge nach Kanada vorgezogen, um die US-Quote nicht vorfristig auszureizen.

Doch trotz der positiven Entwicklung reißen die Herausforderungen für Musk erstmal nicht ab. Denn zum einen muss er beweisen, dass sein Team den Marathon durchhalten kann ohne dabei Abstriche bei der Qualität machen zu müssen. Zum anderen muss das für seine Aktionäre besonders wichtige Versprechen erfüllt werden, im zweiten Halbjahr einen positiven Cashflow zu erreichen und somit kein frisches Kapital aufnehmen zu müssen.
Wenn aber Tesla tatsächlich im Juli zurückgehaltene Bestellungen ausliefert, dürfte es kräftig in der Kasse klingeln. Denn derzeit ist die Model-3-Variante nur in einer Version ab 49.000 Dollar erhältlich. Das 35.000 Dollar Basismodell ist für Ende des Jahres in Aussicht gestellt.

Darüber hinaus ist gerade die Fertigung der noch teureren Varianten gestartet – mit Allrad-Antrieb und einer Hochleistungsversion, die in 3,5 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer sprinten kann. Letztere kostet mindestens 78.000 Dollar.

Den Spekulanten, die gegen die Tesla-Aktie wetteten, hatte Musk bereits vor drei Wochen ein Inferno prophezeit. Die Woche wird zeigen, ob die Leerverkäufer tatsächlich in die Ecke gepresst werden.

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