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Rupert Stadler Druck auf den Audi-Chef wächst

Für das zurückliegende Jahr legt der Konzern aus Ingolstadt mäßige Zahlen vor. Auch fehlen neue Volumenmodelle und eine schlüssige Strategie für alternative Antriebe. Der Druck auf Vorstandschef Rupert Stadler wächst.

Die Stärken und Schwächen von Audi
Schwache ErtragsentwicklungFür das Jahr 2013 präsentierte Stadler einen Gewinn nach Steuern von vier Milliarden Euro – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Hohe Investitionen in neue Fabriken machten sich da bemerkbar, auch negative Währungseffekte drückten den Gewinn. Stadler will 2014 Gas geben. Die Frage ist womit? Denn im Gegensatz zu Daimler fehlt dem Audi-Chef in diesem Jahr die große Modelloffensive. Quelle: dpa
Audi-Chef Stadler betrachtet die Konkurrenz Quelle: dpa
Konkurrenz macht SchlagzeilenNeben BMW macht auch Daimler Schlagzeilen. Zunehmende Verkaufszahlen, eine gute Resonanz an der Börse und eine Flut an Modellen lassen den Autobauer gut dastehen. Dagegen wirkt Audi wieder passiv. Quelle: REUTERS
Audi-Chef Stadler mit einem e-tron Spyder 2010 in Paris Quelle: dpa
Mangelnde Design-Unterschiede bei Audi-Modellen Quelle: AP
Der neue Audi TTS
Vertrag verlängertVolkswagen hat den Vertrag Stadlers als Mitglied im VW-Konzernvorstand um fünf Jahre verlängert. Stadlers Vertrag als Chef von Audi läuft noch bis Ende 2016. Nach der Verlängerung des Vorstands-Vertrags ist die Verlängerung seines Postens als Audi-Chef nur noch eine Frage von Wochen. Quelle: dpa

Erstmals seit der Finanzkrise muss Rupert Stadler einen kräftigen Gewinnrückgang vermelden, doch der Audi-Chef verbreitet Gelassenheit. „Ich bin tief entspannt“, verkündete Stadler heute in Ingolstadt anlässlich der Vorlage der Jahresbilanz für das vergangene Jahr. „Das Ziel von zwei Millionen verkauften Audis für 2020 gilt“, sagte der Vorstandschef. Im vergangenen Jahr hat Audi fast 1,6 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, gegenüber 2012 ein Plus von acht Prozent.

Weit beunruhigender ist dagegen der Blick auf die Ertragsentwicklung: Für das Jahr 2013 präsentierte Stadler einen Gewinn nach Steuern von vier Milliarden Euro – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Sicher, die hohen Investitionen in neue Fabriken, auch negative Währungseffekte drücken den Gewinn, aber eben auch ein verschärfter Wettbewerb mit steigendem Druck auf die Preise, erklärte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek.

Daimler, derzeit die Nummer Drei im Premium-Segment, hat mit seinen neuen C- und S-Klasse-Modellen zuletzt eine beeindruckende Offensive hingelegt. Die Stuttgarter steigern ihren Absatz derzeit deutlich stärker als Audi und könnten den Hersteller aus Ingolstadt demnächst sogar von Rang Zwei verdrängen. Stadler hält indes unverdrossen an seinem Ziel fest, BMW als Premium-Hersteller Nummer Eins ablösen zu wollen.

Leicht dürfte das nicht werden. Denn Audi hat mit tief liegenden strukturellen Problemen zu kämpfen. Anders als Konkurrent BMW, der mit seinem Vollelektro i3 immerhin einen beachtlichen Marketingerfolg erzielt hat, hat Audi keine schlüssige Strategie für die Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.

Antriebe mit Brennstoffzelle seien in Zukunft vorstellbar, sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Gleichzeitig will Audi auf Benzinmotoren setzen, die mit schadstoffarmen Kraftstoffen wie e-gas und e-ethanol betrieben werden. Außerdem will Hackenberg den TDI-Dieselmotor weiter entwickeln, hat mit dem A3 g-tron ein Auto im Angebot, das wahlweise mit Benzin oder Erdgas fährt und mit dem A3 e-tron einen Plug-in-Hybrid. Um die Palette zu vervollständigen, will Hackenberg nun auch den R8 e-tron als Vollelektro bauen, wohl eher ein Liebhaber-Auto fürs Schaufenster, das Audi in Zukunft für einen hohen sechsstelligen Betrag anbieten will. Von allem ein bisschen und nichts richtig. So kann man die Strategie umschreiben.

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