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Sparprogramm unter Källenius Daimler-Betriebsrat erwartet „zwei bis drei schwierige Jahre“

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„Prozesse verändert man nicht in einem halben Jahr“

Wahr ist aber auch, dass Zetsche seinem Nachfolger neben dem Dieselskandal auch bei Daimler viele Altlasten hinterlassen hat: Schon 2018 brach das Konzernergebnis um fast ein Drittel ein. In den ersten vier Monaten 2019 setzte sich der Verfall fort: Der Absatz bei Mercedes sank um 5,6 Prozent, der Vorsprung von Mercedes auf die Wettbewerber schmilzt. Und zur allgemein schwächelnden Konjunktur kommen hausgemachte Probleme. So konnte Daimler auch deswegen weniger Autos verkaufen, weil Fahrzeuge nicht so schnell wie nötig auf den neuen Standard WLTP zertifiziert werden konnten. Das führte zu Lieferengpässen und Problemen mit Lieferanten.

Daimler will deswegen effizienter werden: Es sei wichtig zu betonen, „dass die Effizienzprogramme alle Kosten ins Visier nehmen – es stehen fixe wie variable Kosten, Sachkosten ebenso wie Personalkosten auf dem Prüfstand“, sagt Porth. Brecht hält dagegen: „Die Personalkosten machen bei Daimler nur noch 13 bis 14 Prozent aus – zu denken, dass wir die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens über eine Senkung der Personalkosten lösen, sehe ich anders“, sagte er der WirtschaftsWoche. Denkbar wäre es aber offenbar, dass nicht alle Mitarbeiter in Altersteilzeit ersetzt werden. „Wir können und wollen die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens nicht über Köpfe regeln -  aber nicht jeder, der in Alterssteilzeit geht, muss ersetzt werden“, ergänzte Brecht.

Im Fokus stehen laut Porth daher unter anderem Investitionsvorhaben, der Mitteleinsatz, die Wertschöpfungstiefe und das Einkaufsvolumen sowie das Produkt- und Produktionsprogramm. Ebenso gehe es um Einsparungen bei Reise- und Beraterkosten. Allerdings habe man „die Programme bewusst so aufgesetzt, dass die Geschäftseinheiten und die übergeordneten Verwaltungsfunktionen ihre Ziele und die entsprechenden Maßnahmen selbst definieren. Ein Vorgehen mit dem Rasenmäher macht hier keinen Sinn und wird deshalb von uns auch nicht verfolgt.“ Auf die Beschäftigten können dadurch je nach Bereich unterschiedliche Anforderungen und Änderungen zukommen. Die Gesamtbetriebsvereinbarung soll daher die Spielregeln für die Umsetzung von personalrelevanten Themen festlegen.

Brecht will dabei möglichst behutsam vorgehen: Es sei wichtig, „dass es nicht zu einer Leistungsverdichtung kommen darf, wenn Abläufe und Prozesse optimiert werden“. Außerdem rede man „im Rahmen der Sparprogramme nicht über Köpfe oder Personalziele. Ein reines ,Kosten-Schrubben' lehnen wir ab“, sagt Brecht. Man wollte deswegen auch überprüfen, „ob ein Insourcing von Werk- und Dienstvertragsbeauftragungen im Entwicklungs- und Instandhaltungsbereich wirtschaftlich sein könnte. Gleiches gilt für unwirtschaftliche Fremdvergaben“, so Brecht.

Für die Mitarbeiter möchte er künftig mehr Spieltraum verhandeln: Er wünscht sich etwa ein Wahlrecht zwischen der Auszahlung von Reisezeiten oder deren Gutschrift ins Gleitzeitkonto, ein größeres Angebot von Sabbaticals und die befristete Arbeitszeitverkürzung von bis zu fünf Stunden pro Woche.

Die einzelnen Sparten bei Daimler müssen jetzt ihre konkreten Sparmaßnahmen definieren. Laut Brecht werde das „noch Monate“ dauern. „Prozesse verändert man nicht in einem halben Jahr.“

Im Intranet erinnerte er das Unternehmen nochmals daran, „dass Sparen alleine keine gute Strategie ist. Wir brauchen eine klare Vorwärtsstrategie, die unsere Marktanteile vergrößert und neue Technologien vorantreibt.“ Kurzfristigen Treibern erteilt er deswegen eine Absage, von der aktuellen Gewinnwarnung etwa will er sich nicht aus dem Plan bringen lassen: „Die aktuelle Gewinnwarnung“. fügte er gegenüber der WirtschaftsWoche hinzu, „darf nicht dazu führen, dass sich der Spardruck vergrößert – ich würde mich entschieden dagegen wehren, falls das der Fall sein sollte.“

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