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Streit mit Opelanern PSA bleibt hart bei Opel

PSA bleibt trotz Umsatzsprung bei hartem Opel-Kurs Quelle: dpa

Es läuft beim französischen Autobauer: Die Übernahme von Opel und Vauxhall beschert PSA Milliarden-Erlöse. Im Streit über deutsche Arbeitsplätze bleibt PSA aber hart und pocht bei Opelanern auf Lohnverzicht.

Peugeot SA (PSA) demonstriert auch nach einem Umsatzsprung dank der neuen Tochter Opel Härte im Streit über den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland. PSA bemühe sich weiter, bei der IG Metall Ausnahmeregelungen bei den Tarifen zu erreichen, erklärte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon bei Vorlage der Zahlen vom ersten Quartal. In diesem Zeitraum trugen die im vergangenen Jahr übernommenen Töchter Opel und Vauxhall maßgeblich zu einem Umsatzplus von 42 Prozent auf knapp 18,2 Milliarden Euro bei. PSA verkaufte insgesamt über eine Million Autos, fast ein Viertel davon kamen von den neuen Sparten in Deutschland und Großbritannien. Nach einer eigenen Rosskur hin zu mehr Rentabilität sieht PSA auch die Pläne für eine Trendwende bei den beiden Neuzugängen auf Kurs.

Opel und Vauxhall allein brachten PSA Erlöse von gut 4,8 Milliarden Euro ein. Ohne die neuen Unternehmensteile, also nur mit den ursprünglichen Kernmarken Peugeot, Citroen und DS, musste sich PSA im Autogeschäft mit einem Umsatzplus von 13,3 Prozent auf 10,21 Milliarden Euro begnügen. Angaben zu Gewinnen oder Verlusten gab es zunächst nicht. An der Pariser Börse gaben die Peugeot-Aktien im frühen Handel 0,6 Prozent nach.

Konzernchef Carlos Tavares setzte dafür in Frankreich und auch Großbritannien harte Einsparungen durch und will nun auch die deutschen Werke auf Kurs bringen. So pocht er auf Lohnverzicht der Beschäftigten, um die Arbeitskosten hierzulande auf das niedrigere Niveau des Gesamtkonzerns zu drücken. Deshalb liegt die Opel-Belegschaft mit der neuen Muttergesellschaft über Kreuz: Betriebsrat und IG Metall werfen den Franzosen nach gut einem halben Jahr ergebnisloser Verhandlungen vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Marke mit dem Blitz zu gefährden. Laut Gewerkschaften steht in Deutschland vor allem das kleinste Werk, Eisenach, auf der Kippe.

Mit einem schnellen rechnet nicht mit einem schnellen Abschluss der Sanierungsverhandlungen für die deutschen Opel-Werke, rechnet man im Hause PSA nicht: „Das wird noch einige Wochen dauern“, sagte Tavares am Dienstag beim Aktionärstreffen des Autokonzerns. „Seien Sie nicht überrascht, das wird noch etwas Lärm machen“, meinte Tavares. „Seien Sie nicht erstaunt. Das ist ein Teil dessen, was man machen muss, um dieses Unternehmen wieder auf die Schienen zu bringen.“ Er wies darauf hin, dass es in Großbritannien, Polen, Spanien, Ungarn und Österreich bereits Vereinbarungen mit den Sozialpartnern gebe.

Die Sanierungsgespräche für die deutschen Opel-Werke waren bisher ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall hatte PSA Erpressung vorgeworfen und einen detaillierten Unternehmensplan gefordert. Der Konzern, zu dem auch die Marken Peugeot, Citroën und DS gehören, hatte Opel im vergangenen Sommer übernommen.

PSA brachte im ersten Quartal insgesamt knapp 1,1 Millionen Autos an die Kunden. Davon kamen fast 275.000 von Opel oder Vauxhall. Insgesamt belief sich die Absatzsteigerung auf 44 Prozent, bei Opel und Vauxhall gab es zunächst keine Zahlen zur Entwicklung. Doch dass die beiden neuen Töchtern einen maßgeblichen Anteil an den steil gestiegenen Verkaufszahlen hatten, ergibt sich aus den Statistiken für Europa: Hier erhöhten Peugeot, Citroen und DS ihren Absatz um 8,7 Prozent, während er insgesamt - also mit Opel und Vauxhall - um fast 66 Prozent in die Höhe schoss.

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