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Boekhout, Orlopp, Ermisch? Diese Chancen haben Zielkes potenzielle Nachfolger

Exklusiv
Roland Boekhout ist aktuell Chef der Firmenkundensparte der Commerzbank. Ihm werden gute Chancen für Zielkes Nachfolge an der Spitze des Instituts ausgerechnet. Quelle: imago images

Roland Boekhout, Chef der Firmenkundensparte, hat laut Investorenkreisen intern die besten Chancen, neuer Commerzbank-Chef zu werden – während Finanzchefin Bettina Orlopp kaum Aussichten auf den Chefposten hat.

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Commerzbank-Firmenkundenchef Roland Boekhout hat im Vorstand des Geldhauses die besten Chancen, die Nachfolge des scheidenden Institutschefs Martin Zielke anzutreten. Für Boekhout spräche, dass er sich im Digitalen gut auskenne und schon mal eine Bank geleitet hat, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Investorenkreisen. Zudem habe er „keine lange Commerzbank-Karriere“. Das ist eine Anspielung darauf, dass bei dem Frankfurter MDax-Konzern künftig viele Stellen wegfallen könnten, eine tiefe Verwurzelung in dem Institut könnte dann hinderlich sein.

Bevor Boekhout Anfang dieses Jahres zur Commerzbank wechselte, hatte er jahrelang für die niederländische ING gearbeitet, unter anderem war er der Chef der Deutschlandtochter und zuletzt sogar Mitglied des Gesamtvorstands des Instituts. Die ING gilt als eine besonders digitale Bank, von der sich die Commerzbank viel abgucken kann.

Die auch immer wieder als mögliche Nachfolgerin genannte Commerzbank-Finanzchefin Bettina Orlopp habe den Kreisen zufolge dagegen nur wenig Chancen. Sie war zwar lange Jahre Partnerin der Unternehmensberatung McKinsey, allerdings verfügt sie nicht über so viel Erfahrung in Führungspositionen bei Banken wie Boekhout. „Der Chefposten käme für sie zu früh“, heißt es.

Der langjährige Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte am Freitagabend überraschend seinen Rücktritt angekündigt – ebenso wie Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann. Zuvor hatte der Commerzbank-Großinvestor Cerberus Druck auf die Bank ausgeübt, vor allem die Kosten stärker zu senken, nachdem Zielke aus Cerberus-Sicht mit seiner Strategie gescheitert war. Der US-amerikanische Finanzinvestor Cerberus war 2017 bei der Commerzbank eingestiegen und hält mehr als fünf Prozent der Aktien.



Allerdings ist nicht sicher, dass Zielkes Nachfolger aus den Reihen der Commerzbank kommt. Als möglicher externer Kandidat für den Chefposten gilt in Investorenkreisen Stefan Ermisch, er leitet die Hamburg Commercial Bank, also die frühere Landesbank HSH Nordbank. Miteigentümer ist dort ebenfalls Cerberus. Allerdings heißt es aus Ermischs Umfeld, dass Ermisch ganz klar kein Interesse habe. Bevor eine Entscheidung über den Chefposten bei der Commerzbank getroffen wird, gelten allerdings erst mal weitere Rücktritte im Aufsichtsrat als möglich.

Redaktioneller Hinweis: In diesem Text wurde ergänzt, dass es aus dem Umfeld von Stefan Ermisch heißt, er habe kein Interesse.

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Der Druck auf Commerzbank-Chef Martin Zielke wuchs schon vor Wochen. Anfang Juni sorgte ein Brandbrief für zusätzlichen Zündstoff: Der US-Investor Cerberus verliert die Geduld mit der Führung der Bank.

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