Raja Akram: Deutsche Bank holt neuen Finanzvorstand von Morgan Stanley
Die Deutsche Bank bekommt einen neuen Finanzvorstand. Amtsinhaber James von Moltke habe angekündigt, seinen im Juni 2026 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, teilte die größte deutsche Bank am Donnerstag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die WirtschaftsWoche hatte vor zwei Wochen exklusiv darüber berichtet, dass von Moltke von seinem Amt zurücktreten könnte.
Sein Nachfolger steht bereits fest: Raja Akram kommt zum 1. Oktober von Morgan Stanley zur Deutschen Bank, soll im Januar in den Vorstand aufrücken und dann im ersten Halbjahr 2026 von Moltke offiziell ablösen. Von Moltke ist ein altgedienter Manager, er übernahm sein Amt schon 2017. Zugleich dient er seit 2022 auch als Stellvertreter von Deutsche Bank-Vorstandschef Christian Sewing.
Es sei „Zeit für etwas Neues“, schrieb der 55-Jährige von Moltke an seine Mitarbeiter. Dass die Bank in diesem Jahr die nächste Phase ihrer Strategie einläuten wolle, sei „die passende Gelegenheit für einen Wechsel“.
Akram ist seit 2020 stellvertretender Finanzchef der US-Investmentbank Morgan Stanley, vorher hatte er für die Citigroup gearbeitet. Der gebürtige Pakistani war mit 17 Jahren in die USA gekommen und machte dort seine Karriere.
Akram erhielt von Seweing in einem Schreiben an die Belegschaft Vorschusslorbeeren: „Er genießt einen exzellenten Ruf als einer der fähigsten Finanzmanager in der Branche, und ich schätze auch seine Qualitäten als Führungspersönlichkeit außerordentlich.“ Von Moltke habe „wesentlich dazu beigetragen, dass wir voll auf Kurs sind, um unsere ehrgeizigen Ziele am Ende dieses Jahres zu erreichen“.
Vertragsverlängerung für Vorstandschef Christian Sewing
Sewings Vertrag sei vorzeitig um drei Jahre verlängert worden, erklärte die Deutsche Bank darüber hinaus. Er soll nun mindestens bis April 2029 den Posten innehaben.
Neben von Moltke verlässt auch der für das Amerika-Geschäft und juristische Themen verantwortliche Vorstand Stefan Simon die Bank. Für Amerika ist künftig der für das Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft verantwortliche Fabrizio Campelli zuständig, dessen Vertrag ebenfalls um drei Jahre bis Oktober 2028 verlängert wurde. Das Rechtsressort verantwortet Vorstandschef Sewing künftig selbst.
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