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Kryptowährungen Können Sparkassenkunden bald mit einem Klick Bitcoins kaufen?

Sparkassen könnten Kunden Kryptokäufe künftig leichter machen. Quelle: dpa

Der IT-Spezialist der Sparkassen-Finanzgruppe arbeitet an einer Wallet für Kryptowährungen, die über die Bezahl-App nutzbar sein soll. Noch ist allerdings unklar, wie die einzelnen Institute zu dem Vorstoß stehen.

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Die Sparkassen sind nicht gerade als Treiber der Digitalisierung bekannt. Nun aber plant S-Payment, der Mobile-Payment-Spezialist der Sparkassengruppe, einen Vorstoß, der es in sich hat: eine eigene Krypto-Wallet. Also einen digitalen Geldbeutel, in dem Kryptowährungen gespeichert werden könnten.

Nach Informationen der Fachmedien „Finance Forward“ und „Finanz-Szene“ arbeitet das Unternehmen an einem entsprechenden Projekt. Sollte die Sparkasse-Wallet Realität werden, könnten fast 50 Millionen Sparkassenkunden künftig ganz simpel Kryptowährungen kaufen und verkaufen, ohne umständliche Authentifizierung bei einem Drittanbieter. Damit würden die Sparkassen sogar Paypal Konkurrenz machen. Der US-Bezahlriese hat sein Krypto-Feature bislang nicht für den deutschen Markt freigeschaltet und kommt in der Bundesrepublik „nur“ auf knapp 30 Millionen registrierte Nutzer.

Die Sparkassen-Wallet befinde sich noch in der Konzeptionsphase, heißt es auf Anfrage bei S-Payment. Das heißt: Es kann noch einiges schiefgehen. So ist etwa nicht klar, wer die technische Umsetzung übernimmt. „Wir schauen noch, ob wir alles selbst machen oder uns externe Hilfe suchen“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Mehr als nur bezahlen

Die Wallet soll der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen angegliedert werden. Die soll laut S-Payment langfristig zu einer Multifunktionsanwendung ausgebaut werden. Ein Krypto-Feature hätte mit einer Bezahlfunktion nicht mehr viel zu tun, sondern wäre im Bereich des Investierens, wenn nicht gar des Spekulierens angesiedelt.

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    Kryptowährungen, auch die weltgrößte Cyberdevise Bitcoin, unterliegen starken Kursschwankungen. Das macht sie zu einem riskanten Investment – und nicht unbedingt zum naheliegenden Kauf für den typischen Sparkassenkunden. Es könnte deshalb für die Wallet noch eine größere Hürde geben als die Technik: die Zustimmung der Gremien, bis hoch zum Sparkassenverband DSGV. Die steht nämlich bislang aus.

    „Das Interesse an Krypto-Assets ist enorm, das sieht auch die Sparkassen-Finanzgruppe“, sagt Verbandssprecher Alexander Hartberg. Letztlich müssten aber, wie bei allen gruppenweiten Plänen, die Mitglieder abstimmen. Eine Entscheidung sei für das erste Halbjahr 2022 geplant.

    Fehlt nach früheren Fehlschlägen der Mut?

    Bei mobilen Lösungen ist die Sparkassengruppe ein gebranntes Kind. Das Smartphone-Konto Yomo, entwickelt für eine junge Zielgruppe, war kein Erfolg und wurde sang- und klanglos wieder eingestampft. Besser lief es mit Apple Pay. Als die Sparkassen im vergangenen Jahr ihre Girocard mit dem mobilen Bezahldienst von Apple verknüpften, kam das bei den Kundinnen und Kunden gut an. 

    Der Krypto-Vorstoß von S-Payment könnte nun aber vielen Sparkassen zu schnell gehen. Das Thema werde in der Gruppe „noch verhalten betrachtet“, teilt S-Payment mit. Einzelne Institute hätten aber Interesse signalisiert. Die geplante Krypto-Wallet sei letztlich „ein Angebot an die Sparkassen“. Annehmen müssten sie es nicht.

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    Geben die 372 im DSGV versammelten Sparkassen grünes Licht, soll nach Möglichkeit im kommenden Jahr eine Pilot-Version der Wallet an den Start gehen. Die Frage wird dann sein, welche Maßnahmen die teilnehmenden Sparkassen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Kunden die Risiken von Krypto-Investments richtig einschätzen. Denn von den hauseigenen Dekafonds zum Bitcoin ist es ein weiter Weg.

    Mehr zum Thema: Niedrige Zinsen und sinkende Erträge, ein gewaltiger Kostenapparat und Streit mit der Finanzaufsicht: Wie krank ist Ihre Sparkasse?

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