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Anna-Theresa KorbuttDiese Frau wünscht sich der Fahrgastverband als Bahn-Chefin

Anna-Theresa Korbutt gilt als Kandidatin für die Bahn-Spitze. Ihr Profil passt zur Kritik am Konzern – doch reicht das für den Neuanfang? 18.08.2025 - 12:28 Uhr
Anna-Theresa Korbutt, Chefin des Hamburger Verkehrsverbundes, wird als Nachfolgerin für Richard Lutz gehandelt. Foto: Imago Images

Der oder die nächste Bahnchefin sollte aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn aus dem Verkehrssektor kommen und das Eisenbahn-System in Deutschland kennen. „Und es sollte jemand sein, der nicht schon ewig und drei Tage im Bahn-Konzern ist“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands, Lukas Iffländer, der Deutschen Presse-Agentur.

Iffländer schlug die derzeitige Geschäftsführerin des Hamburger Verkehrsverbunds HVV, Anna-Theresa Korbutt, als Nachfolgerin von Bahnchef Richard Lutz vor. Korbutt könne anecken und habe etwa in der Debatte um die Finanzierung des Deutschlandtickets deutliche Positionen vertreten.

„Danke für dieses hohe Maß an Wertschätzung, das ehrt mich sehr“, schrieb Korbutt auf LinkedIn. Die Deutsche Bahn sei ein Unternehmen mit großartiger Perspektive. „Täglich bauen rund 7 Millionen Kund*innen auf dieses Unternehmen. Dafür bringen die Beschäftigten der Deutschen Bahn und ihre Partner tagtäglich – unter schwierigen Rahmenbedingungen – eine großartige Leistung“, hieß es in ihrer Reaktion auf den Vorschlag.

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Wichtig sei, dass der neue Vorstandschef oder die neue -chefin ein gutes Team um sich herum bekomme, betonte Iffländer. Nur so könne man die verkrusteten Strukturen im Konzern aufbrechen, in denen innovative Ansätze häufig versickerten oder blockiert würden. „Wenn man nur den obersten Kopf austauscht, wird das wenig bringen“, warnte er. Es brauche Leute, die im Unternehmen aufräumten und dafür sorgten, dass diejenigen, die blockierten, keine Macht mehr hätten. Dennoch könne es durchaus eine interne Lösung geben.

Am Donnerstag hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verkündet, dass der Vertrag des bisherigen Vorstandschefs vorzeitig aufgelöst werde. Iffländer befürwortet das vorzeitige Aus von Lutz. Es sei ein notwendiges Signal für den Bruch mit den bisherigen Herangehensweisen. Richard Lutz ist noch so lange im Amt, bis die Nachfolge geregelt ist. Schnieder will die Frage im besten Fall bis zum 22. September klären. Für diesen Tag hat er eine neue Strategie für das kriselnde Bahnsystem in Deutschland angekündigt, zu der er bisher nur wenig verrät. Doch der Titel gibt schon einen Hinweis, wo der Fokus liegen wird: „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene.“

Egal, wer nun Nachfolgerin oder Nachfolger wird: Es warten große Herausforderungen, die sich nicht in kurzer Zeit werden lösen lassen. Unpünktliche Züge, marodes Schienennetz, rote Zahlen – die Probleme bei der Bahn sind immens:

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Die Pünktlichkeit ist das Dauerthema schlechthin und ein Dauerärgernis für die Fahrgäste. Im Fernverkehr wurden zuletzt nicht einmal zwei Drittel der Halte pünktlich erreicht. Allzu oft fallen zudem Züge aus oder sind überfüllt. Die Bahn führt marode, hoch belastete Strecken als Hauptgrund für die unpünktlichen Züge an. Deswegen sollen rund 40 besonders belastete Strecken bis 2036 einer Generalsanierung unterzogen werden.

Der Bahn-Konzern schreibt zudem seit Jahren rote Zahlen. Das von Richard Lutz 2024 gestartete Sanierungsprogramm sah daher nicht nur Veränderungen für Infrastruktur und Betrieb vor, sondern auch für den Konzern selbst. So sollen Tausende Stellen eingespart und die Profitabilität erhöht werden.

Besonders groß ist der Druck bei DB Cargo. Die seit Jahren kriselnde Transport-Tochter muss schon im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, so hat es die EU-Kommission im Rahmen eines Beihilfeverfahrens bestimmt. Zwar hat das Unternehmen zuletzt die eigenen Verluste deutlich reduziert, dennoch stand nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein dickes operatives Minus.

dpa, jre
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