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BilfingerEssen wird Standort für internes Dienstleistungszentrum

Beim Umbau des kriselnden MDax-Unternehmens Bilfinger sind erste Standort-Entscheidungen gefallen.Harald Schumacher, Anton Riedl 26.07.2014 - 06:00 Uhr

Schriftzug von Bilfinger

Foto: dpa

180 der Jobs für die sogenannten Shared-Service-Center, in denen Bilfinger-Chef Roland Koch Buchhaltung und Gehaltsabrechnung zusammenführt, sollen in Essen angesiedelt werden. Weitere 100 Shared-Service-Stellen gehen vorläufig nach Eschborn bei Frankfurt, „bis über einen endgültigen Bilfinger-Standort in der Rhein-Main-Region entschieden ist“, teilte das Unternehmen der WirtschaftsWoche auf Anfrage mit.

Während Essen aufatmen kann, müssen sich andere Bilfinger-Standorte im Ruhrgebiet auf Stellenstreichungen einstellen. So arbeitet in Oberhausen und Dortmund gut die Hälfte der 1100 Mitarbeiter der Bilfinger-Kraftwerksparte. Ihr Auftragsmangel löste die Gewinnwarnung vor vier Wochen aus. Fest steht, dass bis zu 300 der Power-Mitarbeiter demnächst gehen müssen.

Zusammen mit dem von Ex-Politiker Koch angeschobenen Excellence-Programm „zur Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit“ baut Bilfinger damit derzeit bis zu 1550 Stellen überwiegend in Deutschland ab. Weltweit hat der einstige Baukonzern, der sich heute als „Engineering- und Servicekonzern“ versteht, rund 74.000 Mitarbeiter.

Ex-Bilfinger-Aufisichtsrat kritisiert Vorstandschef Roland Koch: "Koch hat zu viel auf einmal angepackt"

Bilfinger-Chef Roland Koch gerät unter Beschuss. Der IG-Metall-Vorstand und bisherige Bilfinger-Aufsichtsrat Holger Timmer wirft dem Ex-Politiker gravierende Managementfehler vor: „Koch hat zu viel auf einmal angepackt und dabei das System so unter Stress gesetzt, dass Fehler passieren“. Timmer, der bis Mai 2014 im Bilfinger-Aufsichtsrat saß und inzwischen ThyssenKrupp kontrolliert, übt in der WirtschaftsWoche massiv Kritik an Kochs Führungskonzept: „Was bei Bilfinger in den letzten drei Jahren an Programmen gestartet wurde, hätte auch andere Organisationen an den Rand des Funktionierens gebracht.“

Für eine „Operation am offenen Herzen“ hält der Top-Gewerkschafter die laufenden Umstrukturierungen bei Bilfinger: „Wie viel Zeit bleibt den Mitarbeitern noch für die Kunden, wenn das Management sie zwingt, sich so viel mit sich selbst zu beschäftigen?“, sagte Timmer dem Magazin. Die Frage sei, „ob Koch die richtigen Prioritäten gesetzt hat, um Bilfinger weiter zu entwickeln“.

Vor drei Jahren hat Hessens ehemaliger Ministerpräsident Koch die Führung bei Bilfinger übernommen. Seither brachte er mehrere Umstrukturierungs- und Sparprogramme auf den Weg, darunter das Excellence-Programm „zur Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit“. Im Gange ist der Abbau von insgesamt 1550 Jobs in Deutschland.

Ende Juni hatte Bilfinger eine Gewinnwarnung herausgegeben und damit einen heftigen Kursrutsch seiner Aktie ausgelöst.

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