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Biotechunternehmen Curevac weitet Verlust aus – Impfstoffprojekt auf Kurs

Mit der Entwicklung seines Covid-19-Impfstoffs sieht sich Curevac auf Kurs und will in Kürze die zulassungsrelevante Studie starten. Quelle: dpa

Dank der Zahlung eines Partners kann das Curevac zumindest einen Umsatzsprung verzeichnen. Bald soll die nächste Studie für einen Impfstoff starten.

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Der Corona-Impfstoffentwickler Curevac ist angesichts gestiegener Forschungskosten im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust betrug 36,8 Millionen Euro nach einem Minus von 18,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das Tübinger Biotechunternehmen mitteilte.

Der Umsatz sprang indes auf 5,2 Millionen von 1,1 Millionen Euro, was Curevac vor allem einer Zahlung seines Pharma-Partners GlaxoSmithKline zu verdanken hatte. Mit der Entwicklung seines Covid-19-Impfstoffs sieht sich Curevac auf Kurs und will in Kürze die zulassungsrelevante Studie starten.

Curevac hatte angekündigt, die Studie mit rund 36.000 Teilnehmern bis Ende des Jahres zu beginnen. Dafür will sich das Unternehmen auch einen Partner ins Boot holen. Aus der Phase-1-Studie mit dem Impfstoff hatte Curevac vor kurzem positive Zwischenergebnisse veröffentlicht.


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Während Moderna und Biontech/Pfizer mit ihren Impfstoffen bereits kurz vor der Zulassung stehen dauert dies bei Curevac wohl noch etwas länger, die Rede ist von Mitte 2021. Entsprechend muss Curevac derzeit besonders um Aufmerksamkeit kämpfen, um in dem anschwellenden Nachrichtenfluss nicht unterzugehen. Bereits vor einigen Monaten, als schon absehbar war, dass Curevac nicht zu den ersten gehören werde, die einen Impfstoff auf den Markt bringen, erklärte Hauptaktionär Dietmar Hopp dem „Handelsblatt“, dann wolle man eben versuchen, den „besten“ Impfstoff zu finden. Eine Aussage, die Curevac Aufmerksamkeit brachte, die aber bei Biontech für eher wenig Heiterkeit sorgte.

Vor wenigen Tagen nutzte Curevac dann die Gunst der Stunde, als die Öffentlichkeit gerade darüber diskutierte, wie die neuen Impfstoffe denn gelagert werden. Das Präparat von Biontech bleibt – bislang – bei Kühlschranktemperaturen nur fünf Tage stabil und muss ansonsten bei minus 70 Grad gelagert werden – eine Herausforderung für den weltweiten Frachttransport. Moderna erklärte kurz darauf, dass sein Impfstoff 30 Tage lang im Kühlschrank stabil bleiben könnte.

Und dann erklärte Curevac, dass sein Serum sogar drei Monate haltbar bliebe. Dabei hat das Unternehmen die letzte Testphase für seinen Impfstoff noch gar nicht erreicht. „Da wird die Hoffnung verkauft und die Information ist natürlich willkommen“, urteilt Expertin Strahwald. Auch Curevac müsse seine Aktionäre bei Laune halten.

Mehr zum Thema: Die Hersteller von Corona-Impfstoffen übertrumpfen sich gegenseitig mit Erfolgsmeldungen. Einige Unternehmen schießen dabei schon mal über das Ziel hinaus.

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