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FedExManagement-Vorbild Fred Smith gestorben

FedEx-Gründer Fred Smith galt als Pionier der modernen Paketlogistik. Mit seinem Unternehmen veränderte er die Logistikbranche. Er wurde 80 Jahre alt. 23.06.2025 - 12:13 Uhr aktualisiert
Fred Smith war bis zu seinem Lebensende Verwaltungsratschef des Logistikunternehmens. Foto: AP

Mit der Gründung von FedEx im Jahr 1971 revolutionierte Fred Smith die Paketversandbranche. Dabei setzte er das Vermögen seiner Familie aufs Spiel. Nun ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.

„Mit tief empfundener Trauer und schwerem Herzen muss ich mitteilen, dass unser Gründer und Verwaltungsratschef, Frederick W. Smith, heute verstorben ist“, schrieb FedEx-CEO Raj Subramaniam auf der Website des Unternehmens. Smith war noch bis 2022 CEO, bevor er sich auf den  Posten im Verwaltungsrat konzentrierter. Er war größter Einzelaktionär von FedEx mit rund acht Prozent der Unternehmensanteile. Sein Sohn, Richard W. Smith, ist CEO der FedEx-eigenen Fluggesellschaft.

In den Anfangsjahren sah es noch ganz anders aus. Smiths Unternehmen stand kurz vor dem Bankrott. Das Vermögen der Familie war gefährdet. Als er versuchte, den von United Parcel Service Inc. (UPS) und dem U.S. Postal Service dominierten Paketmarkt zu revolutionieren, geriet er in rechtliche Schwierigkeiten.

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Nicht erreichtes Lebensziel

FedEx liefert heutzutage Pakete und Fracht weltweit aus, beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeitende und unterstützt zusätzlich Tausende kleinere Unternehmen, die wiederum Tausende Fahrer beschäftigen. Dennoch erreichte Smith nie sein lebenslanges Ziel, den Umsatz seines größten Konkurrenten UPS zu übertreffen.

Smith veränderte die Paketbranche grundlegend, indem er einen Express-Lieferservice über Nacht einführte – eine Branche, die ursprünglich nicht auf Geschwindigkeit ausgelegt war. Mit dem Aufschwung des E-Commerce und dem Anstieg von Privatkundenzustellungen ab den 2010er-Jahren geriet auch FedEx in Schwierigkeiten.

Sein Lebensziel, den Umsatz des größten Konkurrenten UPS zu übertreffen, erreichte Smith nicht. Foto: AP

FedEx und UPS waren auf Geschäftskundenzustellungen spezialisiert und taten sich schwer damit, mit privaten Haushalten ebenso profitabel zu wirtschaften. Denn private Paketzustellungen erhalten weniger Pakete pro Stopp und verursachen meist längere Fahrtstrecken. 2019 geriet Smith mit Amazon wegen der Preise für Paketdienstleistungen aneinander. Die beiden Unternehmen kündigten daraufhin ihre Verträge.

Privatkunden-Geschäft wurde reformiert

Um mit Privatkunden profitabler zu werden, reformierte Smith schließlich FedEx Ground: Der Service wurde von fünf auf sieben Tage pro Woche ausgeweitet, es wurden neue Anlagen für sperrige Pakete gebaut, die Zustellung auf der sogenannten letzten Meile wurde nicht länger vom US-Postdienst übernommen, und moderne Software optimierte die Zustellrouten. Diese Änderungen halfen FedEx, das Paketvolumen während der Covid-19-Lockdowns ab 2020 zu bewältigen.

Auch FedEx Express profitierte von der Pandemie, da Fluggesellschaften ihre Passagierflüge samt Fracht drastisch reduzierten. Dadurch gingen mehr Frachtvolumen an FedEx und UPS. Zudem spielte FedEx eine zentrale Rolle beim Transport der Corona-Schutzausrüstung in die USA und bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen im Jahr 2021.

Smiths frühe Jahre

Frederick Wallace Smith wurde am 11. August 1944 in Marks, Mississippi, als Sohn von James und Sally Smith geboren. Sein Vater gründete ein Busunternehmen, das später zu den Dixie Greyhound Lines wurde, sowie eine Restaurantkette, und hinterließ nach seinem Tod ein Millionenvermögen. Damals war Smith vier Jahre alt.

Ein Bus von Dixie Greyhound Lines in New York. Foto: imago images

Schon früh begeisterte er sich für Flugzeuge und wurde im Jugendalter Pilot. Er studierte Wirtschaft an der Yale University, wo er eine Arbeit über das „Hub-and-Spoke-Modell“ eines Paketdienstleisters schrieb.

Nach seinem Abschluss trat er 1966 dem Marine-Corps bei und absolvierte zwei Einsätze in Vietnam, wo er als Zugführer im Fronteinsatz stand. Für seinen Dienst erhielt er Auszeichnungen: den „Silver Star“, die „Bronze Star Medal“ und zwei „Purple Hearts“. 1969 schied er im Rang eines Captains aus und bewahrte sich eine lebenslange Hochachtung gegenüber dem Militär, die auch seinen Führungsstil prägte.

Aus seiner Luftfahrtleidenschaft heraus investierte Smith zunächst in ein Flugzeugwartungsunternehmen in Little Rock, Arkansas, und gründete dort später mit seinem Erbe und Unterstützung früher Investoren FedEx. Noch vor Erhalt der offiziellen Betriebsgenehmigung kaufte er mehrere Falcon-20-Geschäftsflugzeuge und ließ sie zu Frachtern umbauen.

Das Unternehmen zog später nach Memphis, Tennessee, um – wegen der zentralen Lage, besserer Wetterbedingungen und mehr Platz am Flughafen. Der Paketbetrieb startete im April 1973 mit 186 Paketen in der ersten Nacht. Heute verarbeitet FedEx über 15 Millionen Sendungen täglich.

15
Millionen
Sendungen verarbeitet FedEx täglich

Der Start war jedoch holprig. FedEx geriet bald in finanzielle Schieflage. Einer Anekdote zufolge soll Smith einmal die letzten 5000 Dollar aus der Firmenkasse genommen und in Las Vegas 27.000 Dollar erspielt haben, um Gehälter zahlen zu können – berichtet im Buch „Changing How The World Does Business“ von Roger Frock, einem frühen FedEx-Manager. Smith wurde auch wegen Urkundenfälschung angeklagt, um einen Kredit zu bekommen – er wurde jedoch freigesprochen.

Overnight-Service als Erfolgsrezept

Der Overnight-Service setzte sich schließlich durch, und FedEx konnte Marktanteile gewinnen. Besonders erfolgreich war eine Werbekampagne mit dem Slogan: „Wenn es absolut, ganz sicher über Nacht da sein muss.“

UPS reagierte 1988 mit der Gründung einer eigenen Frachtfluglinie. Smith konterte 1998 mit der Übernahme von Caliber Systems Inc., deren Tochterfirma RPS (Roadway Package System) zur Grundlage von FedEx Ground wurde. Dort führte man auch Barcodes zur Sendungsverfolgung ein.

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FedEx Ground wurde zur am schnellsten wachsenden und profitabelsten Sparte des Konzerns. Das Modell: Subunternehmer erhalten pro Paket eine Vergütung, kaufen eigene Fahrzeuge und stellen eigene Fahrer ein. Dieses Konzept, das auch von Amazon übernommen wurde, machte es Gewerkschaften schwer, Fuß zu fassen.

Smith war kein Befürworter von Gewerkschaften. Für ihn war der Wunsch zur Organisation gleichbedeutend mit Illoyalität. Er kämpfte bereits mit den FedEx-Piloten um die Gewerkschaftsfrage – und verlor. 1993 stimmten die Piloten knapp für eine gewerkschaftliche Vertretung. Sie unterstehen dem Railway Labor Act, der Streiks nur mit staatlicher Genehmigung erlaubt.

Ein weiteres großes Anliegen Smiths war der Freihandel, von dem FedEx als globales Unternehmen stark profitierte. Während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump sprach sich Smith offen gegen protektionistische Maßnahmen und Zölle aus. In einem Analystencall im Juni 2019 sagte er: „Wir waren in den letzten Jahren sehr enttäuscht über unsere Annahmen zum Wachstum des internationalen Handels, insbesondere unter der Trump-Regierung.“

Trotz seines großen Erfolgs blieb Smith nicht von Fehlschlägen verschont. Ein Projekt zur Übertragung von Dokumenten per Fax für Unternehmen scheiterte, als Faxgeräte günstig und weit verbreitet wurden. Auch der erste Versuch, den europäischen Markt zu erschließen, war nicht erfolgreich. Die Übernahme von TNT Express im Jahr 2016 erwies sich als teurer und langwieriger als geplant.

bbg
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