Ferienflieger: Piloten und Flugbegleiter von Lufthansa-Tochter Discover streiken am Freitag
Ein Flugzeug der Discover Airlines.
Foto: imago imagesDeutschland im Streik-Fieber: Bei der Lufthansa-Tochter Discover Airlines ist der Streik des Flugpersonals angelaufen. Das teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag mit. Der eintägige Streik der Piloten und Flugbegleiter sorgt aber bisher nur für wenige Ausfälle. Für den Vormittag seien drei Verbindungen nach Cancun in Mexiko und nach Fuerteventura sowie Teneriffa auf den Kanaren gestrichen worden, teilte die Lufthansa-Tochter am Freitag mit. Zudem sei ein Flug nach Windhoek wegen eines technischen Defekts annulliert worden. Die genauen Auswirkungen des Arbeitskampfes seien noch unklar, aber alle Kurzstreckenflüge würden entweder von Discover Airlines selbst umgesetzt oder von Partner-Airlines übernommen.
Parallel findet auch der Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL statt, der bis Montagabend dafür sorgt, dass kaum Züge fahren.
Die Fluggesellschaft hatte angekündigt, möglichst viele Passagiere an ihr Ziel bringen zu wollen. Nähere Details nannte eine Sprecherin zunächst nicht. Das Unternehmen hat bereits zehn Flüge, die es am Freitag eigentlich für die Muttergesellschaft Lufthansa in München fliegen sollte, zurückgegeben. Lufthansa wollte die Verbindungen anderweitig realisieren. Bestreikt werden können grundsätzlich nur Abflüge aus Deutschland, was aber auch Folgen für Anschlussflüge haben kann.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Dem schloss sich später die Kabinengewerkschaft Ufo mit einem ebenfalls 24 Stunden langen Warnstreik ohne vorherige Urabstimmung an.
Es geht um Tarifverträge für rund 400 Pilotinnen und Piloten und gut 1200 Beschäftigte der Kabine. „Ein verhandlungsfähiges Angebot liegt bislang noch nicht vor“, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft VC. Diese hatte die Verhandlungen über den erstmaligen Abschluss von Tarifverträgen im Januar für gescheitert erklärt. In einer Urabstimmung sprachen sich knapp 96 Prozent der Mitglieder für Streik aus. Die Flugbegleiter hätten noch gar kein Angebot vom Arbeitgeber, erklärte der Leiter der Tarifabteilung bei der Kabinengewerkschaft UFO, Harry Jaeger.
Das Zusammenwirken von Piloten und Flugbegleitern soll es dem Unternehmen erschweren, ausreichend Personal für die Flüge zu finden, hieß es in Gewerkschaftskreisen.
Der Ferienflieger der Lufthansa-Gruppe war im Corona-Sommer 2021 zunächst unter dem Namen „Eurowings Discover“ gestartet und später in „Discover Airlines“ umbenannt worden. Discover soll kostengünstiger als die Lufthansa-Kernmarke unterwegs sein und Ferienfliegern wie der Condor Konkurrenz machen. Das Unternehmen verfügt derzeit über 24 Flugzeuge.
Einen erster Warnstreik der Piloten am Tag vor Heiligabend war für die meisten Passagiere noch glimpflich verlaufen. Discover konnte die Flüge in Zeiten außerhalb des fünfstündigen Streikfensters verlegen. Bei einem längeren Ausstand könnte es hingegen schnell zu Flugausfällen kommen. Lufthansa hatte nach dem überraschenden Warnstreik im Dezember eine zusätzliche Vereinbarung zum Umgang untereinander – eine sogenannte Sozialpartner-Charta verlangt. Das wurde von der VC prompt als Einschränkung der Tariffreiheit gewertet.
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