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Fresenius, Telefonica, Red Bull Die Quartalszahlen des Tages

Telefonica Deutschland – in Deutschland vor allem für die Marke „O2“ bekannt – zählt mit rund 49 Millionen die meisten Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland. Quelle: dpa

Telefonica Deutschland rechnet nach einem Jahr mit gestiegenem Gewinn auch für 2019 mit stabilen Umsätzen und Fresenius rechnet 2019 mit stagnierendem Konzerngewinn. Die Ergebnisse im Überblick.

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Dieser Tage legen zahlreiche Unternehmen ihre Jahres- und Quartalsbilanzen vor. Die wichtigsten Zahlen des Mittwochs im Überblick:

Telefonica Deutschland mit höherem Ergebnis

Telefonica Deutschland hat im vergangenen Jahr dank gesunkener Ausgaben und des Datenhungers seiner Kunden operativ mehr verdient. Das bereinigte Betriebsergebnis (Oibda) stieg von Januar bis Dezember um 5,3 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, wie der zum spanischen Telefonica-Konzern gehörende Mobilfunker mitteilte. Das ist der höchste bisher erzielte Wert. Der Umsatz legte 0,3 Prozent auf 7,32 Milliarden Euro zu. Dabei lief es vor allem im Weihnachtsquartal rund. In den drei Monaten erzielte Telefonica Deutschland die höchsten Erlöse seit Ende 2015. Unterm Strich verringerte sich der Fehlbetrag trotz hoher Abschreibungen auf 230 Millionen Euro nach einem Verlust von 381 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Dividende für 2018 soll bei 27 Cent je Aktie liegen. Davon profitiert in erster Linie die Mutter Telefonica, die knapp zwei Drittel der Anteile an der deutschen Tochter hält. Für das laufende Jahr erwartet das im MDax gelistete Unternehmen stabile Umsätze - jedenfalls ohne negative Regulierungseffekte. Das Oibda könnte demnach sogar etwas höher als vergangenes Jahr ausfallen.

Telefonica Deutschland – in Deutschland vor allem für die Marke „O2“ bekannt – hatte 2014 die Düsseldorfer E-Plus für 8,6 Milliarden Euro übernommen und die Integration des Netzes vergangenes Jahr abgeschlossen. Der Konzern zählt mit rund 49 Millionen die meisten Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland – noch vor der Telekom und Vodafone. Zuletzt sorgte das Unternehmen mit einem Eilantrag gegen das Auktionsverfahren zur Versteigerung der neuen Mobilfunklizenzen für Schlagzeilen.

Fresenius tritt 2019 auf der Stelle

Der Gesundheitskonzern Fresenius wird 2019 nach einem Rekordgeschäftsjahr keine großen Sprünge machen. Hohe Investitionen sollen die Basis für künftiges Wachstum legen, drücken aber auf das Ergebnis. Der Konzerngewinn wird deshalb in diesem Jahr stagnieren, wie das Unternehmen am Mittwoch frühere Schätzungen bekräftigte. Fresenius präzisierte seine Umsatzprognose und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen drei und sechs Prozent, nachdem zuletzt ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden war. „2019 machen wir zu einem Jahr der Investitionen, etwa in Wachstumsfelder wie Heimdialyse, Biosimilars oder neue Service- und Therapieangebote rund um das Krankenhaus“, kündigte Vorstandschef Stephan Sturm an.

Fresenius hatte im vergangenen Jahr bei Anlegern wiederholt für Enttäuschung gesorgt. Nachdem der Vorstand im Oktober schon die Prognose für 2018 gekappt hatte, verabschiedete er sich im Dezember auch noch von den Erwartungen bis 2020. Vor allem bei der Dialysetochter FMC lief es nicht rund, auch wegen eines schwächer als erwarteten Geschäfts mit Dialysedienstleistungen in Nordamerika und negativer Währungseffekte. Zudem sorgte die abgeblasene Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn für Schlagzeilen.

Fresenius setzte im vergangenen Jahr 33,5 Milliarden Euro um, ein Plus von zwei Prozent. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei sechs Prozent. Das bereinigte Konzernergebnis lag bei 1,87 Milliarden Euro, ein Plus von vier Prozent. Für Fresenius sei es das 15. Rekordjahr in Folge, auch wenn es kein einfaches Jahr gewesen sei, wie Sturm einräumte. Die Anleger sollen eine fünf Cent höhere Dividende von 0,80 Euro je Aktie erhalten.

Red Bull mit Rekord-Umsatz von 5,5 Milliarden Euro

Der Energy-Drink-Hersteller Red Bull hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gesteigert. Insgesamt seien 6,79 Milliarden Dosen Red Bull verkauft worden, teilte das österreichisch-thailändische Unternehmen auf seiner Website mit. „Absatz, Umsatz, Produktivität und Betriebsgewinn konnten weiter gesteigert werden und stellen bisherige Bestmarken in der Firmengeschichte dar“, hieß es. Hauptgründe seien die Nachfrage in Indien (plus 30 Prozent), Brasilien (plus 22 Prozent), Osteuropa (plus 22 Prozent) und Deutschland (plus 12 Prozent). Das Unternehmen beschäftigt 12 200 Mitarbeiter.

Billigfluglinie FlyDubai schreibt rote Zahlen

Die Fluggesellschaft FlyDubai hat im vergangenen Jahr Verluste in Millionenhöhe gemacht. Zwar seien die Umsätze 2018 auf 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) gestiegen, dennoch habe die Firma einen Verlust von 43,5 Millionen Dollar zu verzeichnen, hieß es in einer von FlyDubai veröffentlichten Mitteilung. Die staatliche Fluggesellschaft machte demnach Treibstoffkosten, steigende Zinssätze und „unvorteilhafte Entwicklungen der Wechselkurse“ für die Verluste verantwortlich. 2017 konnte die Billigfluglinie noch einen schmalen Gewinn von zehn Millionen Dollar erzielen.

FlyDubai beförderte 2018 eigenen Angaben zufolge elf Millionen Passagiere, im Vorjahr waren es 10,9 Millionen. Die Fluggesellschaft bietet auch Flüge in Kooperation mit Dubais führendem Langstreckenfluganbieter Emirates an.

Triebwerkshersteller MTU übertrifft Ziele

Der Triebwerks-Zulieferer MTU Aero Engines hat seine zweimal angehobenen Ziele trotz der Anlaufschwierigkeiten mit Airbus-Antrieben noch übertroffen. Der Umsatz sprang im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf den Rekordwert von 4,57 Milliarden Euro, wie MTU in München mitteilte. Angepeilt hatte das Unternehmen 4,4 Milliarden. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 18 Prozent auf 479 Millionen Euro und lag damit ebenfalls über der Zielmarke von 470 Millionen. „Damit haben wir den Erfolgskurs der MTU Aero Engines fortgesetzt“, sagte Vorstandschef Reiner Winkler. Deshalb soll die Dividende auf 2,85 (2,30) Euro je Aktie angehoben werden.

Probleme mit den neuen Pratt & Whitney-Triebwerken für den Airbus A320neo, an denen MTU beteiligt ist, hatten im Frühjahr die Produktion der Airbus-Maschinen zeitweise lahm gelegt. Doch die Aufholjagd gelang, am Ende wurden fast doppelt so viele der Getriebefan-Triebwerke ausgeliefert wie 2017. Für das laufende Jahr erwartet MTU Aero einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll sich auf 15,5 (2018: 14,7) Prozent verbessern. Das entspräche einem operativen Gewinn von fast 730 Millionen Euro, wie ihn die von Reuters befragten Analysten erwarten.

Air France will steigende Kerosinrechnung mit mehr Effizienz kontern

Der Betriebsgewinn (Ebitda) der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France ist im vierten Quartal angesichts einer gestiegenen Kerosinrechnung um 20 Prozent auf 776 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz legte um 4,1 Prozent auf 6,54 Milliarden Euro zu. Die Ergebnisse stimmten weitgehend mit den Erwartungen der Analysten überein. 2019 rechnet Air France-KLM mit weiter steigenden Spritkosten. Kontern will das Konzernchef Ben Smith mit mehr Effizienz, etwa durch besser aufeinander abgestimmte Flugnetze und Flotten.

Lloyds Bank schüttet trotz Brexit Milliarden an Aktionäre aus

Die britische Lloyds Banking Group zeigt sich von den wachsenden Brexit-Sorgen unbeeindruckt und schüttet fast den gesamten Gewinn an die Aktionäre aus. 2018 steigerte der größte britische Hypothekengeber den Überschuss um 24 Prozent auf 4,4 Milliarden Pfund (fünf Milliarden Euro), wie das Geldhaus mitteilte. Im Gegensatz zu den Konkurrenten HSBC und Royal Bank of Scotland bildete Lloyds keine Rückstellungen für mögliche Belastungen durch den Brexit.

Anstatt Geld für schlechte Zeiten auf die Seite zu legen, will die Bank insgesamt vier Milliarden Pfund an die Aktionäre ausschütten – über einen 1,75 Milliarden Pfund schweren Aktienrückkauf sowie eine auf 3,21 Pence je Aktie erhöhte Jahresdividende. Die harte Kernkapitalquote soll auch danach noch bei 13,9 Prozent verharren.

Obwohl sich Lloyds zuversichtlich zeigte, stiegen die Belastungen durch faule Kredite um 18 Prozent auf 937 Millionen Pfund. Zudem legte das Geldhaus weitere 200 Millionen Pfund für die Entschädigung von Kunden zur Seite, denen sie unnötige Restschuldversicherungen verkauft hatte. Die entsprechende Rückstellungen beliefen sich 2018 auf 750 Millionen Pfund.

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