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LuftfahrtITA Airways gehört jetzt zur Lufthansa

Europas größter Luftverkehrskonzern breitet sich nach Süden aus. Mit dem größten Zukauf ihrer Geschichte erwirbt Lufthansa in Italien zunächst eine Minderheit an einer echten Legende. 17.01.2025 - 18:33 Uhr

Ein Ita-Flugzeug steht auf der Rollbahn, bevor es vom Flughafen Mailand-Linate abhebt.

Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Die Lufthansa hat den ersten Schritt zur Übernahme der italienischen Staatsairline Ita vollzogen. Nach eigenen Angaben hat der MDax-Konzern eine Kapitaleinlage von 325 Millionen Euro geleistet und dafür eine Minderheit von 41 Prozent der Ita-Anteile erhalten. Die Mehrheit hält zunächst weiterhin der italienische Staat.

Die vollständige Übernahme der Alitalia-Nachfolgerin mit aktuell 99 Flugzeugen und 5.000 Beschäftigten ist bereits mit der Regierung in Rom vertraglich festgelegt. Lufthansa kann demnach in zwei weiteren Schritten zunächst 90 Prozent und später die vollständige Italia Trasporto Aereo (Ita) übernehmen, wenn die Geschäftszahlen stimmen.

Der Schritt zur Mehrheit sei nicht für das laufende Jahr geplant, hat Konzernchef Carsten Spohr in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt. „Es ist in unserem Interesse, die italienische Regierung in den nächsten Monaten an Bord zu halten. Eine 100-Prozent-Übernahme ist aber das klare Ziel.“ Dafür sei ein Festpreis von 829 Millionen Euro vereinbart, inklusive einer potenziellen variablen Komponente.

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Die 27 neuen Easyjet-Verbindungen in zahlreiche europäische Städte sollen die Marktmacht des Lufthansa-Konzerns begrenzen. Im italienischen Markt ist der irische Billigflieger Ryanair der größte Anbieter.

Neuer Chef ein Deutscher

Schon vor dem rechtlichen Vollzug des Lufthansa-Einstiegs hat der italienische Staat als Alteigner die neue fünfköpfige Führungsmannschaft der Airline bestimmt. Lufthansa-Chefstratege Jörg Eberhart, der bereits acht Jahre lang die norditalienische Regionaltochter Air Dolomiti geleitet hat, ist darin als Chief Executive Officer vorgesehen. Von der Lufthansa kommt zudem die Vertriebsexpertin Lorenza Maggio.

Konzernchef Carsten Spohr lobt die Aufbauarbeit bei der Nachfolgerin der Alitalia. „Wir freuen uns, diese Erfolgsgeschichte mit Ita Airways gemeinsam fortzusetzen. Mit unserer Beteiligung stärken wir nun zukünftig den italienischen und europäischen Luftverkehrsmarkt und die Position der Lufthansa Group als Nummer Eins in Europa.“

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Die Ita wird nach Lufthansa, Swiss, Austrian und der belgischen Brussels Airlines die fünfte privatisierte Staatsairline unter dem Dach des Konzerns. Die mitten in der Corona-Krise 2020 gestartete Gesellschaft hat bislang unter dem Strich immer Verluste eingeflogen, aber für 2024 wie schon im Vorjahr einen operativen Gewinn angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte sie rund 18 Millionen Fluggäste. Die neue Beteiligung soll schnell von gemeinsamem Einkauf und einheitlicher Vermarktung im Lufthansa-Konzern profitieren und jährlich einen dreistelligen Millionengewinn beitragen.

Die zunächst noch als Minderheitsbeteiligung geführte Airline wird auf Anhieb die größte Auslandsgesellschaft im Konzern, der Leonardo-da-Vinci-Flughafen in Rom-Fiumicino zum sechsten Drehkreuz des Multi-Marken-Anbieters. Den Stammkunden soll ein schneller Übergang in das Lufthansa-Programm Miles&More angeboten werden, wie Lufthansa-Chef Spohr angekündigt hat. Der Übergang in das Airline-Bündnis Star Alliance ist demnach für 2026 geplant.

Frühere Übernahmepläne

Die Deutsche Lufthansa AG hatte schon unter Spohrs Vor-Vorgänger Wolfgang Mayrhuber mit einer Übernahme in Italien geliebäugelt, schließlich aber doch die Finger von der Ita-Vorgängerin Alitalia gelassen. Dort haben in der Folge die arabische Etihad und Air France viel Geld verloren. Der italienische Staat musste die als nationales Symbol geschätzte Fluggesellschaft mehrfach vor der Pleite retten. Im Übergang zur Ita wurde das Unternehmen schließlich stark verkleinert und wieder vollständig verstaatlicht. Die neue Gesellschaft kaufte zwar die Namensrechte der legendären Vorgängerin, ist aber im rechtlichen Sinne nicht deren Nachfolgerin.

Lesen Sie auch: Wie die Lufthansa mit Ita wieder auf Kurs kommen will

dpa
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