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Teure ReisenDas sind die Preistreiber für Geschäftsreisen

Wer in Deutschland dienstlich unterwegs ist, leidet mehr unter der Inflation als Geschäftsreisende in anderen Ländern. Eine Studie zeigt: Das liegt besonders an den Flugkosten und der Deutschen Bahn.Rüdiger Kiani-Kreß 17.10.2023 - 09:29 Uhr

Teurer als anderswo: Geschäftsreisen in Deutschland 

Foto: imago images

Wenn es um die Kosten einer Geschäftsreise ging, blickten Manager aus anderen Ländern viele Jahre etwas wehmütig auf ihre deutschen Kollegen. Denn wenn Angestellte aus Berlin oder Stuttgart beruflich unterwegs waren, zahlten sie im Schnitt meist weniger als Reisende in anderen Ländern. Dafür sorgten vor allem die hierzulande vergleichsweise niedrigen Hotelkosten. Auch die stellenweise extrem günstigen Flugpreise trugen dazu bei.

Diese Zeit ist nun vorbei. Das zeigt eine Studie der Geschäftsreise-Plattform Travelperk über die weltweiten Kosten dienstlicher Trips im zweiten Quartal dieses Jahres. „Wir haben festgestellt, dass sich in Deutschland die Preise deutlich zögerlicher stabilisieren als in den USA und in Europa insgesamt“, berichtet Eugen Triebelhorn, der die Geschäfte des Unternehmens in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortet. Denn während in anderen Ländern Manager im Ausland unterwegs kaum mehr oder sogar weniger ausgeben als im vorigen Jahr und sogar als vor Corona, müssen sie hierzulande deutlich tiefer in die Tasche greifen. Einige Posten sind sogar um mehr als die Hälfte teurer als vor der Pandemie, zeigen die Studiendaten.

Der größte Preistreiber sind demnach die Flugkosten. Hier kosteten die über die Plattform gebuchten Flüge an deutschen Airports im Schnitt stolze 58 Prozent mehr als vor Corona und elf Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In Großbritannien etwa war es nur ein gutes Drittel mehr als vor der Pandemie. Und gegenüber dem Vorjahr gab es dort praktisch keine Teuerung. In Frankreich war der Preisunterschied sogar noch moderater. Dort waren es nur 12 Prozent mehr als zur Vor-Corona-Zeit.

Tipps für eine möglichst günstige Reisebuchung
Wenn Sie günstig buchen wollen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Preise über einen gewissen Zeitraum im Blick zu behalten. Indem Sie sich mit den durchschnittlichen Kosten einer Sache vertraut machen, können Sie besser einschätzen, was wirklich günstig ist. Dies ermöglicht es Ihnen auch, sich vor unüberlegten Käufen zu schützen, die durch verlockende Werbebanner für – angeblich – außergewöhnliche Sonderangebote beworben werden.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass manchmal dieselbe Dienstleistung zur gleichen Zeit zu stark unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Während sich bei Vergleichsportal 1 ein beträchtlicher Aufschlag bemerkbar macht, wird das identische Angebot bei Vergleichsportal 2 oder direkt beim Anbieter zu deutlich niedrigeren Kosten angeboten. Es ist ratsam, genauer hinzusehen, da die Unterschiede groß sein können. Außerdem sind nicht alle Vergleichsportale gleich. Während einige von ihnen beträchtliche Provisionen von den Anbietern verlangen, berechnen andere lediglich bescheidene Vermittlungsgebühren. Diese Unterschiede spiegeln sich ebenfalls im Endpreis des Angebots wider.
In der Tourismusbranche sind frühe Buchungen oft preiswerter. Diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung können Sie nutzen, indem Sie Ihre Reise rechtzeitig planen. Dadurch können beträchtliche Ersparnisse erzielt werden. Zudem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, die Stornierungsbedingungen zu berücksichtigen, da unvorhergesehene Umstände auftreten können.
Besonders am ersten Tag der Sommerferien steigt die Reise-Nachfrage. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit der Plätze haben die Anbieter die Möglichkeit, höhere Preise zu verlangen, da es immer Reisende gibt, die diese bezahlen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Flüge in den Sommerferien ausgebucht sind, ist außerhalb von Pandemiezeiten gering. Wenn Sie kostengünstiger reisen möchten, empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Herbst als Reisezeit zu wählen oder einen Flughafen im benachbarten Bundesland zu nutzen, das noch keine Ferien hat.
Viele Unternehmen versenden laut Verbraucherzentrale Gutscheine und Rabattangebote, die erhebliche Kostenvorteile beim Reisen bieten können. Es ist jedoch ratsam, vor der Nutzung diese Angebote sorgfältig zu prüfen. Ein potenzieller Nachteil könnte beispielsweise darin bestehen, dass der Rabatt erst zwölf Monate nach Ihrer Reise gewährt wird. Sofern keine versteckten Bedingungen vorliegen, können Sie die Gutscheine bedenkenlos einlösen und dadurch Geld sparen.
In Deutschland sind personalisierte Preise noch nicht weit verbreitet. Das bedeutet, dass in der Regel alle Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt denselben Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung zahlen. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird der Preis auf Grundlage individueller Merkmale individuell durch einen Algorithmus festgelegt. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale, regelmäßig Ihre Cookies zu löschen. Dadurch werden weniger Informationen über Sie gesammelt, was es schwieriger macht, Ihre Kaufbereitschaft einzuschätzen. Letztlich können Sie dadurch sparen.
Zuletzt schlägt die Verbraucherzentrale vor, anonym zu surfen. Ein Beispiel hierfür ist der TOR-Browser, wobei „TOR“ für „The Onion Router“, also „Der Zwiebel-Router“, steht. Dieses Projekt ermöglicht es Nutzern, anonym im Internet zu browsen, indem Anfragen nicht direkt an Server gesendet werden, sondern über mindestens drei Zwischenstationen geleitet werden. Cookies werden nach jeder Sitzung automatisch gelöscht. Um dies zu nutzen, müssen Sie lediglich den Browser installieren. Allerdings sind längere Ladezeiten im TOR-Browser zu erwarten, da die Daten über solch verschlungene Pfade geleitet werden.

Den größten Unterschied zu anderen Ländern sieht Travelperk bei der Bahn. „Der Unterschied überraschte uns besonders“, so Triebelhorn. Hier zahlen Deutschlands Dienstreisende 17 Prozent mehr als vor Corona und 13 Prozent mehr als im Vorjahr. In Frankreich hingegen waren die Preise in diesem Jahr zwischen April und Juni stolze 47 Prozent niedriger als vor Covid und lagen sechs Prozent unter den Tarifen des Vorjahresquartals. In Großbritannien zahlten Zugfahrer immerhin 39 Prozent weniger als vor der Pandemie.

Gestiegen sind zwar auch die Hotelpreise. Doch hier fällt der Unterschied zu anderen Ländern vergleichsweise gering aus. Hier hatten Manager in Deutschland beim Auschecken im Schnitt 13 Prozent höhere Rechnungen als 2019 und neun Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In Großbritannien waren es nur drei Prozent mehr. In Frankreich waren es zwar sechs Prozent mehr als vor Corona, aber immerhin vier Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Aussichten auf sinkende Preise sind vor allem bei Flug- und Bahnreisen gering. „Ich glaube, dass das Fliegen in Deutschland sogar noch teurer wird“, kommentiert Condor-Chef Ralf Teckentrup. Dafür sorgen aus seiner Sicht allein die vom Staat geregelten Gebühren wie Flugsicherung und die Kontrollen an den Flughäfen. Und auch die Bahn will im Dezember wieder die Preise erhöhen – diesmal um 4,9 Prozent.

Lesen Sie auch: Warum sich Deutschlands Hotels trotz Reiseboom nicht füllen

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