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TourismusRekordhoch bei Reisebuchungen übertroffen

Die Deutschen buchen trotz Inflation und Streiks bei der Bahn und Lufthansa fleißig Reisen für den Sommer. So übersteigt der Umsatz dieses Jahres schon den Rekord vor der Pandemie. 04.03.2024 - 17:06 Uhr Quelle: dpa
Foto: imago images

„Der Reisehunger der Menschen in Deutschland ist stärker denn je und wächst weiter“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, zum Auftakt der weltgrößten Reisefachmesse ITB Berlin (5. bis 7. März). Der Buchungsumsatz für die wichtige Sommersaison liege derzeit deutlich über dem Vor-Corona-Rekord 2019.

Mehr Menschen als im vergangenen Jahr möchten Umfragen zufolge in diesem Jahr verreisen. Nach Angaben des DRV teilten bei einer aktuellen GfK-Umfrage 79 Prozent (plus 2 Prozentpunkte) mit, eine Urlaubsreise zu planen. Zudem wollen 25 Prozent mehr oder wesentlich mehr dafür ausgeben als 2023. Gespart wird nach Erkenntnissen der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) eher in anderen Bereichen. „Die eine lange Reise gehört für die meisten im Leben dazu“, sagte der Studienleiter der FUR-Reiseanalyse Ulf Sonntag jüngst.

Rekordsommer 2019 wird übertroffen

Mit Stand Ende Januar haben dem DRV zufolge 24 Prozent mehr Menschen in Deutschland eine Veranstalterreise für diesen Sommer gebucht als ein Jahr zuvor. Der Umsatz mit Pauschalreisen oder Bausteinreisen, deren einzelne Elemente wie Hotel und Flug individuell zusammengestellt werden können, lag um 30 Prozent über dem Vorjahr. Der Rekordsommer 2019 vor der Corona-Pandemie wird beim Umsatz bislang um 11 Prozent übertroffen, auch wegen gestiegener Preise. Die Zahl der Gäste hinkt gegenüber 2019 dagegen noch um 17 Prozent hinterher.

Lufthansa-Tarifkonflikt

Verdi-Urabstimmung über unbefristete Streiks gestartet

Mit Blick auf die geplanten Streiks bei der Bahn und bei Lufthansa in der ITB-Woche sagte Fiebig: „Das ist kein gutes Bild, das aus Deutschland in die Welt getragen wird“. Die Ausstände schadeten der gesamten Wirtschaft und dem Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Signifikantes Umsatzwachstum erwartet

DRV-Präsident Fiebig erwartet im Gesamtjahr ein „signifikantes“ Umsatzwachstum, auch wenn es nicht in dem bisherigen Tempo weitergehen dürfte. Zugleich werde die Lücke bei der Kundenzahl gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 kleiner.

„Die Sehnsucht nach Sonne und Strand ist auch aktuell wieder sehr groß“, sagte auch DER Touristik-Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester. Die Zahl der Gäste aus Deutschland für den Sommer liegt nach seinen Angaben (Stand: Mitte Februar) bislang 33 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Der Buchungsumsatz stieg um 47 Prozent. „Wir sehen also, dass die Nachfrage weiter zunimmt; Reisen bleibt auch 2024 Priorität“.

Tipps für eine möglichst günstige Reisebuchung
Wenn Sie günstig buchen wollen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Preise über einen gewissen Zeitraum im Blick zu behalten. Indem Sie sich mit den durchschnittlichen Kosten einer Sache vertraut machen, können Sie besser einschätzen, was wirklich günstig ist. Dies ermöglicht es Ihnen auch, sich vor unüberlegten Käufen zu schützen, die durch verlockende Werbebanner für – angeblich – außergewöhnliche Sonderangebote beworben werden.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass manchmal dieselbe Dienstleistung zur gleichen Zeit zu stark unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Während sich bei Vergleichsportal 1 ein beträchtlicher Aufschlag bemerkbar macht, wird das identische Angebot bei Vergleichsportal 2 oder direkt beim Anbieter zu deutlich niedrigeren Kosten angeboten. Es ist ratsam, genauer hinzusehen, da die Unterschiede groß sein können. Außerdem sind nicht alle Vergleichsportale gleich. Während einige von ihnen beträchtliche Provisionen von den Anbietern verlangen, berechnen andere lediglich bescheidene Vermittlungsgebühren. Diese Unterschiede spiegeln sich ebenfalls im Endpreis des Angebots wider.
In der Tourismusbranche sind frühe Buchungen oft preiswerter. Diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung können Sie nutzen, indem Sie Ihre Reise rechtzeitig planen. Dadurch können beträchtliche Ersparnisse erzielt werden. Zudem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, die Stornierungsbedingungen zu berücksichtigen, da unvorhergesehene Umstände auftreten können.
Besonders am ersten Tag der Sommerferien steigt die Reise-Nachfrage. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit der Plätze haben die Anbieter die Möglichkeit, höhere Preise zu verlangen, da es immer Reisende gibt, die diese bezahlen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Flüge in den Sommerferien ausgebucht sind, ist außerhalb von Pandemiezeiten gering. Wenn Sie kostengünstiger reisen möchten, empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Herbst als Reisezeit zu wählen oder einen Flughafen im benachbarten Bundesland zu nutzen, das noch keine Ferien hat.
Viele Unternehmen versenden laut Verbraucherzentrale Gutscheine und Rabattangebote, die erhebliche Kostenvorteile beim Reisen bieten können. Es ist jedoch ratsam, vor der Nutzung diese Angebote sorgfältig zu prüfen. Ein potenzieller Nachteil könnte beispielsweise darin bestehen, dass der Rabatt erst zwölf Monate nach Ihrer Reise gewährt wird. Sofern keine versteckten Bedingungen vorliegen, können Sie die Gutscheine bedenkenlos einlösen und dadurch Geld sparen.
In Deutschland sind personalisierte Preise noch nicht weit verbreitet. Das bedeutet, dass in der Regel alle Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt denselben Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung zahlen. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird der Preis auf Grundlage individueller Merkmale individuell durch einen Algorithmus festgelegt. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale, regelmäßig Ihre Cookies zu löschen. Dadurch werden weniger Informationen über Sie gesammelt, was es schwieriger macht, Ihre Kaufbereitschaft einzuschätzen. Letztlich können Sie dadurch sparen.
Zuletzt schlägt die Verbraucherzentrale vor, anonym zu surfen. Ein Beispiel hierfür ist der TOR-Browser, wobei „TOR“ für „The Onion Router“, also „Der Zwiebel-Router“, steht. Dieses Projekt ermöglicht es Nutzern, anonym im Internet zu browsen, indem Anfragen nicht direkt an Server gesendet werden, sondern über mindestens drei Zwischenstationen geleitet werden. Cookies werden nach jeder Sitzung automatisch gelöscht. Um dies zu nutzen, müssen Sie lediglich den Browser installieren. Allerdings sind längere Ladezeiten im TOR-Browser zu erwarten, da die Daten über solch verschlungene Pfade geleitet werden.

Branchenprimus Tui berichtete ebenfalls jüngst von gestiegener Nachfrage trotz schwächelnder Konjunktur in Deutschland. „Urlaubsreisen haben nach wie vor eine hohe Priorität bei unseren Kunden. Das ist stabiler, als wir gedacht hätten“, so Tui-Finanzvorstand Mathias Kiep. Der in der Corona-Krise auf staatliche Hilfe angewiesene Veranstalter FTI Group sieht sich dank gestiegener Nachfrage wieder auf Wachstumskurs.

Kritik an geplanter Anhebung der Ticketsteuer

Beliebteste Reiseziele für den Sommer sind dem Reiseverband zufolge aktuell die Türkei, gefolgt von Spanien und Griechenland. Billiger dürfte Reisen in der Summe in diesem Jahr aber nicht werden. Der Flughafenverband ADV kritisierte die geplante Anhebung der Ticketsteuer im Flugverkehr. Allein von 2019 bis 2024 seien die staatlich veranlassten Belastungen für den Flughafenstandort Deutschland um mehr als 50 Prozent gestiegen. „Das ist ein fatales Signal für Reisende und Tourismusunternehmen“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Reiseausgaben um fast 10 Milliarden gestiegen

Im vergangenen Reisejahr 2022/23, das am 31. Oktober endete, erholte sich Branche von dem Einbruch in der Corona-Pandemie. „Die Deutschen haben fast 10 Milliarden Euro mehr als vor der Pandemie für das Reisen ausgegeben“, berichtete der DRV-Präsident.

Reiseverhalten

So viel Geld geben die Deutschen für den Urlaub aus

von Kevin Gallant

Für ihre Trips mit mindestens einer Übernachtung, die vor Reiseantritt gebucht wurden, gaben die Bundesbürger 2022/23 demnach 79 Milliarden Euro aus. Gegenüber dem Rekordwert von 69,5 Milliarden Euro im Vor-Corona-Jahr 2018/19 nahmen die Ausgaben um 14 Prozent zu, auch weil die Preise zulegten.

Der Umsatz mit Pauschal- und Bausteinreisen stieg 2022/23 den Angaben zufolge im Vergleich zum Reisejahr davor um 31 Prozent auf 37,3 Milliarden Euro. Gefragt waren auch Auslands- und Fernreisen sowie Kreuzfahrten nach den deutlichen Rückgängen in der Pandemie.

Internationaler Tourismus auf Erholungskurs

Der internationale Tourismus dürfte der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) zufolge im laufenden Jahr das Niveau vor der Pandemie wieder erreichen. Erste Schätzungen deuteten auf ein Wachstum von zwei Prozent über dem Niveau von 2019 hin. Positiv sind die Erwartungen für Europa, unter anderem weil in Frankreich im Juli und August die Olympischen Sommerspiele 2024 stattfinden.

Im vergangenen Jahr erreichte der weltweite Tourismus mit geschätzt rund 1,3 Milliarden internationaler Gästeankünfte demnach 88 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Kräftige Zuwächse gab es den Angaben zufolge unter anderem in Europa und im Nahen Osten, zum Beispiel in Katar und Saudi-Arabien.

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dpa
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