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Nord Stream 2Versorger unterstützen Gazprom bei Pipeline-Projekt

Das umstrittene Pipeline-Projekt Nord Stream 2 hat eine weiter Hürde genommen. Mehrere europäische Konzerne wollen Gazprom bei der Finanzierung unterstützen. Darunter auch die E.On-Tochter Uniper. 24.04.2017 - 18:42 Uhr

Bereits seit fünf Jahren gibt es die Pipeline Nord Stream in der Ostsee.

Foto: dpa

Fünf europäische Konzerne, darunter auch der deutsche Versorger Uniper und die BASF-Tochter Wintershall, springen dem russischen Gasgiganten Gazprom bei der Finanzierung der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 bei. Damit soll eine wichtige Hürde für das Projekt aus dem Weg geräumt werden.

Neben Uniper und Wintershall wollen auch Shell, OMV und Engie für je 950 Millionen Euro und damit jeweils rund zehn Prozent der Kosten für das Milliarden-Projekt einstehen, wie sie am Montag in Paris weiter erklärten. "Das finanzielle Engagement der europäischen Unternehmen unterstreicht die strategische Bedeutung des Nord Stream 2 Projektes für den europäischen Gasmarkt", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Gazprom sprach von einem Zeichen westlicher Unterstützung. Die über 1200 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland leiten. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

Ursprünglich war geplant, dass der russische Energieriese Gazprom und seine westlichen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau der Röhre gründen. Doch das Projekt ist umstritten und stieß auf Widerstand. Hintergrund ist die Sorge einiger osteuropäischer Länder, dass Russland künftig Gas nicht mehr durch die Ukraine und Polen nach Westen schicken könnte, sondern nur noch durch die Ostsee direkt nach Deutschland. Dann würden die osteuropäische Länder etwa Durchleitungsgebühren verlieren. Die polnische Wettbewerbsbehörde hatte gegen das Gemeinschaftsunternehmen zudem Einspruch erhoben. Polen hatte kritisiert, dass das Projekt den lokalen Wettbewerb schwäche und die Versorgungssicherheit gefährde. Nun haben sich die Konzerne anstelle eines Gemeinschaftsunternehmen auf eine gemeinsame Finanzierung verständigt. Gazprom bleibt indes alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG, die Russen schultern auch die Hälfte der Kosten des Projekts von voraussichtlich insgesamt 9,5 Milliarden Euro.

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Auf die E.On-Tochter Uniper, die 2016 einen Netto-Verlust von 3,2 Milliarden Euro geschrieben hatte, kommt nun die Finanzierung ihres Anteils von 950 Millionen Euro an dem Projekt zu. Uniper prüfe, einen Partner ins Boot zu holen, teilten die Düsseldorfer mit. Rund 30 Prozent der Finanzierung will Uniper selbst stemmen, die Mittel werden von der Nord Stream 2 AG voraussichtlich noch in diesem Jahr beansprucht. Der verbleibende Finanzierungsanteil von 70 Prozent solle über eine "gemeinsame Projektfinanzierung" abgedeckt werden - aber auch für das Gesamtpaket prüfe Uniper mögliche Strukturen für eine Partnerschaft.

rtr
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