Preisfrage: Was eine in Deutschland handgemachte Fliege kostet
Mit James Bond hat sie einen ihrer berühmtesten Träger, bei gehobenen und feierlichen Anlässen darf sie nicht fehlen: die Fliege. Ihr Gegenstück ist die Krawatte, die der Agent 007 zwar auch hin und wieder trägt, die aber vor allem im Arbeitsalltag und bei formellen Anlässen gefragt ist.
Fehlen solche Anlässe, dann kriegen Hersteller das prompt zu spüren. So zum Beispiel zu Zeiten der Lockdowns in der Coronakrise: Während in Deutschland im Jahr 2019 noch etwa 78 Millionen Euro durch den Verkauf von Fliegen und Krawatten umgesetzt wurden, sank dieser Wert in den Jahren 2020 bis 2022 auf unter 70 Millionen Euro. Das geht aus Daten von Statista Market Insights hervor.
Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz im Segment Fliegen und Krawatten demnach auf etwa 75 Millionen Euro. 9,9 Millionen Fliegen und Krawatten wurden hierzulande verkauft.
Generell ist der Markt gemessen am Umsatz im Vergleich zu anderen Kleidungsaccessoires klein. So war der Umsatz durch den Verkauf von Gürteln (112 Millionen Euro) oder Tüchern und Schals (316 Millionen Euro) größer.
Im Schnitt kostete ein Exemplar aus dem Segment Fliegen und Krawatten etwa acht Euro. Hierbei gilt es jedoch, nach dem Stoff, dem Produktionsort und der Art der Herstellung zu unterscheiden. Bei Produkten im Bereich dieser niedrigen Preisspanne handelt es sich meist um solche aus Polyester, die häufig maschinell in Asien hergestellt werden.
Das kostet eine in Deutschland handgemachte Fliege
Auch hier gilt also: Qualität hat ihren Preis. Der Krefelder Hersteller Ascot produziert seine Fliegen per Hand in Deutschland. Für eine Fliege aus Seide gibt Ascot einen Einblick in seine Kostenstruktur.
Demnach werden hier im ersten Schritt für das Material 5,80 Euro fällig. Die sogenannte Konfektion, unter die der Zuschnitt und die Näharbeiten fallen, schlägt zudem mit neun Euro zu Buche.
Weitere Kosten fallen für die Verpackung, Logistik und Provisionen an. Zusammen mit der Marge ergibt das einen dritten Kostenpunkt in Höhe von 12,20 Euro.
Zusammengerechnet ergibt sich demnach ein Preis in Höhe von 27 Euro. Ascot verkauft die Fliegen zu diesem Preis an den Einzelhandel. Der Einzelhändler verkauft diese wiederum mit einem Aufpreis für den ihm entstandenen Aufwand und seiner Marge an den Endkunden weiter.
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