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AdidasHerbert Hainer verabschiedet sich mit Umsatz-Rekord

Adidas legt 2015 zweistellig zu und kündigt für 2016 eine Fortsetzung des Wachstums an. Das dürfte dem Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Herbert Hainer zugute kommen.Peter Steinkirchner 11.02.2016 - 14:35 Uhr

Der Sportartikelkonzern legt im vergangenen Jahr zweistellig zu.

Foto: REUTERS

Die Börsen reagierten direkt – um fast vier Prozent stieg am frühen Morgen der Wert der Adidas-Aktie. Grund war die zuvor nicht angekündigte Jubel-Meldung des Konzerns, der Umsatz und Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr überraschend stark steigern konnte. Sein letztes volles Geschäftsjahr an der Spitze von Europas größtem Sportartikelkonzern beendet der langjährige Vorstandschef Herbert Hainer also mit einem Umsatz von 16,9 Milliarden Euro, so viel wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte des Dax-Konzerns.

In der Berichtswährung stiegen die Erlöse damit um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als die Herzogenauracher noch 14,5 Milliarden Euro erlösten. Hatte Adidas 2014 noch unter Währungseffekten gelitten, profitierte der Konzern nun von ihnen - währungsbereinigt lag die Umsatz-Steigerung bei zehn Prozent.

Größte Sportartikelhersteller der Welt
25,14 Milliarden Euro
14,53 Milliarden Euro
11,12 Milliarden Euro
2,98 Milliarden Euro
2,97 Milliarden Euro
2,79 Milliarden Euro
2,33 Milliarden Euro
Unternehmen, eigene Recherche

Der Mitteilung zufolge legte der Gewinn im fortgeführten Geschäft ohne Sonderlasten in Russland und Lateinamerika um zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro zu. Damit übertraf Konzernchef Hainer seine erst im vergangenen November angehobenen Ziele, als er bei der Bekanntgabe der Neunmonatszahlen für 2015 noch ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich und einen Gewinnanstieg um rund zehn Prozent in Aussicht gestellt hatte.

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analyten hatten auf dieser Grundlage mit einem Jahresumsatz von 16,7 Milliarden Euro und einem Gewinn von 711 Millionen gerechnet.

Adidas

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Einmal in Schwung, kündigte er für das laufende Jahr, in dem mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und den Olympischen Spielen in Rio zwei umsatzrelevante Großereignisse stattfinden, nun einen Anstieg von Umsatz und Betriebsergebnis jeweils im zweistelligen Prozentbereich an. Mit der Prognose bereitet Hainer zugleich seinem Nachfolger die Aussicht auf einen recht komfortablen Start – vor nicht mal vier Wochen hatte Adidas bekannt gegeben, dass Kasper Rorsted vom Düsseldorfer Henkel-Konzern im August in den Adidas-Vorstand einzieht und im Oktober den Vorsitz von Hainer übernimmt. Der scheidet dann nach mehr als 15 Jahren an der Unternehmensspitze aus.

Mit einiger Genugtuung verweist Hainer, der vor allem im Jahr 2014 nach Gewinnwarnungen stark in der Kritik von Investoren gestanden hatte, jetzt darauf, dass die Geschäfte vor allem in Westeuropa, China, Lateinamerika sowie in Asien prächtig liefen und dem Konzern zweistelliges Wachstum bescherten. Für Hainer ein Zeichen dafür, dass die internen Umbauten im Zusammenhang mit der neuen Konzernstrategie ebenso Früchte tragen wie die personellen Veränderungen im Konzernvorstand. Dort hatte Roland Auschel den Vertrieb übernommen und Eric Liedtke die Führung der Marken Adidas und Reebok.

Nike: LeBron James

Nike hat erstmals in seiner 44-jährigen Firmen-Geschichte einen Athleten auf Lebenszeit unter Vertrag genommen. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, einigte sich der Sportartikelhersteller mit Basketball- Superstar LeBron James von den Cleveland Cavaliers auf eine unbegrenzte Zusammenarbeit.„Wir haben über die vergangenen zwölf Jahre ein starkes LeBron-Business aufgebaut und wir sehen das Potential, dass dies bis an sein Karriere-Ende und darüber hinaus andauert“, teilte Nike mit. Die Firma aus dem US-Bundesstaat Oregon hatte zwischen Februar 2014 und Januar 2015 James-Schuhe im Wert von 340 Millionen Dollar verkauft. Unbekannt ist bislang, wie viel der neue Vertrag dem 30-jährigen Ausnahmespieler einbringt. James hatte bereits als High School- Spieler einen Sieben-Jahres-Kontrakt mit Nike über 93 Millionen Dollar abgeschlossen. 2010 wurde der Vertrag zu höheren Konditionen verlängert. Laut ESPN soll der neue Deal den Zehn-Jahres- Schuh-Kontrakt zwischen Nike und Kevin Durant von den Oklahoma City Thunders über 300 Millionen Dollar deutlich übersteigen.

Foto: AP

Puma: Rihanna

Wenn es darum geht, Frauen als Kundinnen für sich zu gewinnen, stehen alle Sportmarken vor derselben Herausforderung: Nur wenige Sportlerinnen sind weltweit ähnlich berühmt wie Messi oder Cristiano Ronaldo. Darum fahndete Puma lange nach der Superfrau. Jetzt hat der Sportausrüster sie offenbar gefunden: Die Popsängerin Rihanna soll für Puma neue weibliche Kundschaft ködern. Die 26-jährige Sängerin aus Barbados wird im Januar Markenbotschafterin und Chefdesignerin der Frauenfitness-Kollektion.  Die Sängerin mixt R&B mit Elementen aus der karibischen Musik und Dance Pop. Zu Ehren von Rihanna wurde auf Barbados der 21. Februar zum Feiertag erkoren, der sogenannte „Rihanna Day“.

Foto: REUTERS

Puma: Madonna

Der erste weltweite Mega-Star, der maßgeblich daran beteiligt war, die fast untergegangene Sportmarke zu neuem Leben zu erwecken, war Madonna. Die Pop-Ikone aus New York, damals auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit, ließ sich 2002 das Puma-Modell Mostro besorgen und trug den Treter anschließend ausgiebig über die Bühnen der Welt. Der Schuh ist ein Hybrid, eine Mischung aus einem Sprintspike aus dem Jahr 1968 und einem Surfschuh aus den 80er Jahren. Das schlug ein: der Mostro verkaufte sich in unterschiedlichen Varianten wie geschnitten Brot begründete zusammen mit dem Autorennfahrer-Latschen „Speed Cat“ fast im Alleingang Pumas Comeback – und zugleich die starke Ausrichtung der Marke in Richtung Mode und Design.

Foto: AP

Puma: Jil Sander

Doch bevor Puma für Stars wie Madonna akzeptabel wurde, brauchte es den Ritterschlag der „Queen of Less“ – um 1998 herum, heißt es in Franken, sei die Hamburger  Mode-Designerin Jil Sander auf die Sportmarke zugekommen mit der Idee, schicke aber tragbare sportliche Schuhe unter anderem für den Einsatz auf dem Laufsteg zu entwerfen. In der Folge seien Models durch die engen Flure des alten Puma-Hauptquartiers gestöckelt. Ergebnis der Kooperation: Puma und Sander brezelten zwei Klassiker, den Fußballschuh King und den Easy Rider auf und machten sie zu It-Shoes der Fashion-Welt – und Puma zur kommenden Marke.

Foto: dpa

Puma: Philippe Starck

Nach Sander sammelten die Herzogenauracher eine ganze Phalanx von Designern, die entweder einzelne Modelle entwarfen oder aber mitunter über mehrere Jahre ganze Kollektionen beisteuerten.  Weiter aktuell ist etwa die Kooperation mit dem Modehaus Alexander McQueen, wie Puma unter dem Dach des Luxuskonzerns Kering.  Philippe Starck (rechts im Bild) gestaltete in einer einmaligen Aktion Simpel-Schuhe für Puma. Die Franken arbeiteten aber auch mit dem holländischen Designer Marcel Wanders, dem Japaner Mihara Yasuhiro sowie dem Londoner Hussein Chalayan zusammen.

Foto: dpa

Adidas: Run DMC

Bereits Ende der 80er Jahre entdeckten die Hip-Hopper von Run DMC, eine der einflussreichsten Bands des Genres überhaupt, die Turnschuhe aus Herzogenaurach für sich. Das Modell Superstar, ursprünglich ein Basketball-Schuh mit einer verstärkten Gummikappe über den Zehen, ist seitdem eng mit Run-DMC aus Queens verbunden, die dem Schuh sogar einen eigenen Song widmeten.

Foto: dpa

Adidas: Pharrell Williams

Noch ziemlich frisch ist die Kooperation zwischen dem Drei-Streifen-Konzern und dem US-amerikanischen Sänger, Komponisten und Modemacher Pharrell Williams („Happy“). Erst im März verkündete Adidas die Zusammenarbeit mit dem Grammy-Gewinner und oscarnominierten Weltstar. Williams hat sein eigenes Textilunternehmen „Bionic Yarn“, das aus den Weltmeeren geborgenen Plastikmüll zu Garn verarbeitet. Daraus werden Kleider hergestellt. Auch Adidas will in seiner Mode-Linie Originals diese sogenannten bionischen Garne in Williams-Produkten verarbeiten. Erste Ergebnisse der auf mehrere Jahre angelegten Zusammenarbeit sind eine Sweatjacke, die es auch als 1500-Euro-teure Edelversion gibt, und eine neue Version der Stan-Smith-Sneaker in Leder oder in Tennisball-Filz.  Im Rahmen der „Adidas Originals x Pharrell Williams“-Kollektion hat der 41-Jährige schon einmal bei den Stan Smiths Hand angelegt, die statt in weiß einfarbig in Rot, Blau und Schwarz auf den Markt kamen.

Foto: AP

Adidas: Kanye West

Der Sneaker-sammelnde Teil der Menschheit wartet in diesen Tagen gespannt auf das erste Ergebnis der ebenfalls noch frischen Zusammenarbeit zwischen Adidas und dem US-Musiker und Entertainer Kanye West. West, der mehrere Jahre lang für Nike sündhaft teure Treter entwarf, die in kleiner Stückzahl hergestellt schnell zu tausende Dollar teuren Sammlerstücken avancierten, wechselte im vergangenen Jahr das Lager, offenbar auch, weil der exzentrische Künstler die Zusammenarbeit mit Adidas als lukrativer einschätzte. Im Internet kursieren bereits Fotos von den angeblichen „Yeezy 3“ genannten Schuhen, was die Spannung in der Fangemeinde anheizt.

Foto: REUTERS

Adidas: DJ Nigo

Dritter im Bunde der Vorzeigekreativen an der Grenze zwischen Street-Kultur und Sportswear ist der japanische DJ Nigo (links), gleichzeitig Musikproduzent und Designer. Man kennt sich untereinander: Nigo gilt als guter Freund und Geschäftspartner von Pharrell Williams (rechts im Bild). Mit einem Geschenk soll Nigo Pharrell sogar zu seiner berühmten Kopfbedeckung, einer Art Coboy-Hut der englischen Mode-Ikone Vivienne Westwood verholfen haben.

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Adidas: Stella McCartney

Selbst macht sie zwar keine Musik. Aber mit ihrer Mode ist die Tochter von Beatles-Mitgründer Paul selbst längst eine bekannte Größe. Für Adidas entwirft McCartney seit fast zehn Jahren cool designte Sportmode, vom Badeanzug bis zur Laufjacke. Sie bildet damit die Spitze eines ganzen Reigens von Designern, mit denen die Franken mitunter seit Jahren zusammenarbeiten. Mit am längsten währt dabei die Zusammenarbeit mit dem japanischen Avantgardisten Johji Yamamoto. Mit dabei sind auch der US-Designer Rick Owens und der exzentrische Jeremy Scott, der hohe Sportschuhe gern mit Flügeln versieht oder  Plüschtiere aufnäht. Zuletzt kooperierte Adidas im Übrigen mit der britischen Outdoor-Marke Barbour.

Foto: AP

Insbesondere in den USA, dem wichtigsten weil umsatzstärksten und in Sachen Trends nach wie vor einflussreichsten Sportartikel-Markt der Welt, scheinen die Herzogenauracher voran zu kommen. Unter dem neuen Landes-Chef Mark King treffen die Produkte offenbar besser als in der Vergangenheit den Geschmack der Kundschaft.

Darauf weisen auch Zahlen der Marktforscher von Citi Research und SportScan hin. Sie bescheinigen den Adidas-Marken Adidas und Reebok im Vergleich zum Wettbewerber Nike seit Mitte vergangenen Jahres deutlich steigende Absatzzahlen. Folgt man diesen Daten scheinen dagegen Nike-Treter in den USA an Beliebtheit zu verlieren.

Allerdings bekommt Adidas das Wachstum in den USA alles andere als geschenkt.

Der Konzern hatte im vergangenen Jahr etwa die Ausgaben für Marketing und Werbung deutlich um 20 Prozent erhöht und vor allem in Nordamerika mächtig investiert. So heuerte Adidas etwa in den USA mehrere hundert Profis in den Sportarten Basketball und Football als Werbeträger an und schaltete um auf Dauerbeschallung der Kunden. Das führt offenbar bereits dazu, dass Adidas in den USA wieder stärker von den Konsumenten wahrgenommen wird.

Ob das allerdings bereits ausreicht, den vor allem auf seinem Heimatmarkt starken Newcomer Under Armour in absehbarer Zeit von Rang zwei der umsatzstärksten Sportartikler zu verdrängen, ist völlig offen. Denn zuletzt legte auch die Marke von der Ostküste weiter stark zu und ist mittlerweile weltweit der drittgrößte Sportanbieter.

Wächst das Unternehmen von Gründer Kevin Plank so weiter, wird sich auch Hainer-Nachfolger Rorsted noch eine ganze Weile an dem US-Kontrahenten abarbeiten dürfen.

Teil der Adidas-Strategie ist es, stärker als in der Vergangenheit Frauen mit eigens gestalteten Produkten und Werbekampagnen als Kunden zu ködern.

Dazu gehören Produkte wie ein ungewöhnlicher neuer Laufschuh, aber auch komplett neue Angebote wie der Versandservice „Avenue A“, den der Konzern in Anlehnung an Modeversender im Internet in diesen Tagen in den USA startet.

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