Signa-Pleite: René Benko in Österreich festgenommen
Der ehemalige Immobilieninvestor und Signa-Gründer René Benko ist am Donnerstag in seiner Villa in Innsbruck festgenommen worden. Zuerst hatten mehrere österreichischen Medien über den Fall berichtet. Inzwischen hat auch die zuständige Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auf ihrer Website die Festnahme bestätigt. Gegen Benko laufen in Österreich mehrere Verfahren.
Aus Sicht der Justiz besteht Verdunkelungsgefahr. Dies betreffe vor allem die Privatstiftung der Familie, über die Benko „faktischer Machthaber und wirtschaftlich Berechtigter“ sei.
Die WKStA ermittelt etwa wegen des Verdachts, dass bei der Verlängerung eines Bankkredits im Sommer 2023 die Zahlungsfähigkeit der Signa-Gruppe vorgetäuscht worden sein soll. Dazu kommen unter anderem Vorwürfe der Verschleierung von Vermögenswerten. Benko soll unter anderem durch den Kauf von Wertgegenständen versucht haben, Geld vor den Gläubigern seiner insolventen Unternehmensgruppe zu verstecken.
Die Signa Holding, die Dachgesellschaft von Benkos Immobilienimperium, hatte im November 2023 Insolvenz angemeldet und damit die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte markiert. Benko selbst meldete im März 2024 Privatkonkurs an. Neben den Ermittlungen in Österreich und Italien laufen auch Ermittlungen in Deutschland und Liechtenstein.
Durchsuchungen in Wien und Tirol
Bereits im Juni hatten Ermittler Geschäftsräume der Signa sowie eine privat genutzte Villa durchsucht. Laut Benkos Anwalt diente der Einsatz der „Sicherstellung von allfälligen Unterlagen und Gegenständen zu den medial ohnehin bereits transportierten Vorwürfen“, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Die aktuellen Vorwürfe der Ermittler stützen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf Telefonüberwachungen und die Auswertung der Kommunikation Benkos. Hinzu kämen Aussagen von Geschäftspartnern, Managern und Mitarbeitern der Signa-Gruppe.
Um die Ermittlungen rund um Signa voranzutreiben, wollen die österreichischen Behörden künftig enger mit ihren deutschen Kollegen zusammenarbeiten. „Die WKStA hat ein Joint-Investigation-Team (JIT) mit den Staatsanwaltschaften Berlin und München I gebildet“, heißt es. Dadurch sollen die Ermittlungen unbürokratischer und effizienter werden. Mit Beteiligungen an zahlreichen Immobilien in Top-Lagen wie dem KaDeWe in Berlin, dem Oberpollinger in München oder dem im Bau befindlichen Elbtower in Hamburg hatte Signa in der Bundesrepublik im großen Stil investiert.
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Mit Material von Reuters und dpa.