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Airbus Vertriebschef Eric Schulz tritt zurück

Airbus: Vertriebschef Eric Schulz vor Rücktritt Quelle: REUTERS

Eric Schulz kam erst vor neun Monaten, nun tritt der vom Erfolg des Rivalen Boeing enttäuschte Airbus-Verkaufschef zurück. Es gibt bereits einen Nachfolger für ihn.

Der erst vor neun Monaten von Rolls-Royce geholte Airbus-Verkaufschef Eric Schulz steht Insidern zufolge bei dem europäischen Flugzeugbauer schon wieder vor dem Abschied. Der bisherige Chef des Regionalflugzeugbauers ATR, Christian Scherer, übernimmt den Posten bei dem französisch-deutschen Flugzeugkonzern von Eric Schulz, der am Donnerstag überraschend das Handtuch warf. Der in Deutschland geborene und in Frankreich aufgewachsene Scherer werde sein Amt sofort antreten, teilte Airbus mit. Er galt bereits vor einem Jahr als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Verkaufschef John Leahy, der Anfang 2018 nach mehr als 20 Jahren im Amt in den Ruhestand gegangen war. Der als legendär geltende Leahy, der in seiner Karriere Flugzeuge im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar verkaufte, hatte seinen Ruhestand mehrfach verschoben, bis mit Schulz ein Nachfolger gefunden war.

Schulz habe sich aus persönlichen Gründen entschieden, den Konzern zu verlassen, hieß es in der Mitteilung. Airbus hatte den Franzosen vom Triebwerkhersteller Rolls-Royce geholt. Schulz sei aber zunehmend frustriert, weil Airbus zuletzt beim Verkauf von Flugzeugen weiter hinter den amerikanischen Erzrivalen Boeing zurückgefallen sei und wegen Problemen mit den Triebwerken immer noch mit verzögerten Auslieferungen kämpfe, sagten Insider. Schulz war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Scherer kennt sich bei Airbus bereits aus. ATR gehört zu 50 Prozent dem europäischen Flugzeugbauer. Vor seinem Amtsantritt bei ATR war er bei Airbus für die Strategie in der zivilen Luftfahrt verantwortlich. Der 56-Jährige hatte seine Laufbahn 1984 bei Airbus begonnen. Scherer führte seit 2016 den Propellerflugzeug-Hersteller ATR, ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem italienischen Leonardo-Konzern. Jetzt ist der 56-Jährige einem Sprecher zufolge der erste Deutsche auf dem Posten des Airbus-Verkaufschefs. Sein Vater war der Flugversuchsingenieur Günter Scherer, der beim Erstflug des ersten Airbus-Jets A300 im Jahr 1972 mit an Bord war. Er stammt aus Duisburg, wuchs aber in Toulouse auf und hat in Kanada sowie in Frankreich studiert. „Mit Christian Scherer übernimmt einer unserer am stärksten kundenorientierten Manager die Verantwortung für den Vertrieb,“ sagte Airbus-Chef Tom Enders. Schulz' Entscheidung bedauere er sehr.

Enders hatte sich von der Berufung von Schulz einen Neuanfang nach der Affäre um den Einsatz von umstrittenen Vermittlern beim Verkauf von Flugzeugen erhofft. Er sollte frisches Blut in den Konzern bringen. Enders selbst will den Flugzeugbauer Anfang 2019 verlassen, seine Nachfolge ist offen.

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