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Ausgabe neuer Aktien Bayer sammelt weitere Milliarden für Monsanto-Deal

Monsanto-Deal: Bayer sammelt weitere Milliarden ein Quelle: AP

Für die Monsanto-Übernahme braucht Bayer viel Geld. Über Anleihen und die Ausgabe neuer Aktien sammeln werden Milliarden eingesammelt. Derweil beginnt vor einem US-Gericht erstmals ein Verfahren gegen Monsanto.

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Der Bayer-Konzern hat sich für die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto eine weitere Milliardensumme gesichert. Über neue Anleihen sammelte der Dax-Konzern 15 Milliarden US-Dollar (rund 12,9 Milliarden Euro) ein, wie Bayer am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Das Geld kommt von institutionellen Investoren aus mehreren Ländern. Bayer will damit einen Teil der Kredite für die Zwischenfinanzierung der Übernahme zurückzahlen. An diesem Dienstag läuft auch die Frist für die Bayer-Aktionäre ab, sich über Bezugsrechte an der Kapitalerhöhung des Konzerns zu beteiligen. Mit der Ausgabe neuer Aktien will Bayer einen weiteren Teil der Monsanto-Übernahme finanzieren.

An der Börse ging es zuletzt für die Bayer-Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt abwärts. Im frühen Handel verloren die Papiere 1,46 Prozent an Wert auf 97,02 Euro und lagen damit im Mittelfeld des Dax.

Die neuen Anleihen, die Bayer bei Investoren platziert hat, sind in acht Tranchen aufgeteilt. Ihre Laufzeiten liegen zwischen 3 und 30 Jahren. Die Nachfrage nach den neuen Bayer-Anleihen war hoch. Nach Unternehmensangaben war die Platzierung rund dreifach überzeichnet.

Erster US-Prozess gegen Monsanto beginnt
In den USA muss sich Monsanto derweil erstmals vor einem US-Gericht wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat verantworten. Am Montag begann in San Francisco der erste Prozess - viele weitere könnten folgen. Zunächst geht es um die Klage des 46-jährigen Dewayne Johnson, bei dem 2014 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Er macht Monsantos Roundup für sein tödliches Leiden verantwortlich und wirft dem nun zu Bayer gehörenden US-Unternehmen vor, die Gefahren des weltweit stark verbreiteten Produkts verschwiegen zu haben.

Bei der ersten Gerichtsanhörung standen Verfahrensfragen auf der Agenda - bevor der Prozess richtig losgehen kann, muss zunächst eine Jury gefunden werden. Obwohl es sich nur um einen Einzelfall handelt, birgt der Prozess für Bayer und Monsanto Brisanz, denn in den USA gibt es zahlreiche weitere solcher Klagen. Der jetzige Fall wird laut US-Medien zuerst verhandelt, weil Kläger Johnson bereits im Sterben liegt und deshalb in Kalifornien Anrecht auf einen schnelleren Prozessbeginn hat. Zwar ist der Ausgang für die anderen Fälle nicht bindend, doch er könnte ein wichtiger Indikator für sie sein.

Monsanto streitet einen Zusammenhang zwischen Roundup, beziehungsweise dessen Wirkstoff Glyphosat, und Krebserkrankungen seit Jahren energisch ab. Das Unternehmen beruft sich in einem Statement auf „mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die US-Umweltbehörde EPA, die Nationalen Gesundheitsinstitute und Aufseher weltweit“. Sie alle seien zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat sicher sei und es keinen Krebs verursache. Man habe Mitgefühl mit jedem, der an Krebs leide, aber „der wissenschaftliche Befund zeigt klar, dass Glyphosat nicht die Ursache war“.

Doch die Frage, ob Monsantos Verkaufsschlager Roundup zu Krebs führen kann, ist hoch umstritten. So stufte die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Unkrautvernichter 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen ein. Fest steht: Sollte die Klagelawine in den USA sich zu einem größeren finanziellen Risiko für Monsanto entwickeln, so wäre auch Bayer stark betroffen. Die Leverkusener hatten den rund 63 Milliarden Dollar teuren Kauf des Saatgutherstellers aus St. Louis erst vor rund eineinhalb Wochen offiziell abgeschlossen.
Bayer hatte Monsanto samt übernommener Schulden für 63 Milliarden Dollar (rund 54 Milliarden Euro) erworben und will einen großen Teil des Kaufpreises mit Eigenkapital stemmen. Es ist die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Mit dem Kauf von Monsanto steigt Bayer zum weltgrößten Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf.

Die Integration des US-Riesen in die eigenen Konzernstrukturen muss allerdings noch warten. Diese kann erst erfolgen, wenn der Verkauf wichtiger Geschäftsteile an den Rivalen BASF abgeschlossen ist - eine Auflage der Kartellbehörden. So muss sich Bayer von seinem Gemüse- und Feldsaatgut-Geschäft, von Aktivitäten bei „Digital Farming“ sowie vom weltweiten Geschäft mit dem Unkrautbekämpfungsmittel Glufosinat-Ammonium trennen. Insgesamt geht ein Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro an BASF. Der Rivale zahlt dafür rund 7,6 Milliarden Euro.

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