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Dr. OetkerGründerfamilie zieht sich aus Tagesgeschäft zurück

Bei Dr. Oetker ist vieles im Wandel: Das Reedereigeschäft wird verkauft, die traditionsreiche Nahrungsmittel-Sparte bekommt wieder mehr Gewicht. Und die Gründerfamilie zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. 04.05.2017 - 12:59 Uhr

Richard Oetker, Urenkel des Firmengründers Dr. August Oetker, geht in den Ruhestand.

Foto: dpa

Nach 126 Jahren Firmengeschichte Dr. Oetker zieht sich die Gründerfamilie aus dem Tagesgeschäft zurück. Richard Oetker, Urenkel des Firmengründers Dr. August Oetker, wird als Chef der Stammsparte Nahrungsmittel zum 1. November 2017 in den Ruhestand gehen, teilte das nicht an der Börse notierte Familienunternehmen am Donnerstag in Bielefeld mit. Der Termin stand bisher nicht fest.

Platz 10: Bertelsmann

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist ein international tätiges Unternehmen, das seinen Sitz in Gütersloh hat. Mit einem Jahresumsatz von 17 Milliarden Euro in 2014 hat es das Medienunternehmen nun in die Top Ten der größten Familienunternehmen Deutschlands geschafft. 1835 gründete Carl Bertelsmann den gleichnamigen Buchverlag. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem mittelständischen Unternehmen ein Großkonzern, der nicht mehr nur Bücher, sondern auch Zeitschriften und andere Dienstleistungen anbot.

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Platz 9: Phoenix Pharmahandel

Die Phoenix-Gruppe, der größte Pharmahändler Deutschlands, entstand in den 1990er Jahren. Der berühmte deutsche Unternehmer Adolf Merckle kaufte eine ganze Reihe regionaler Pharmagroßhändler und fasste sie 1994 zur von ihm gegründeten Phoenix Pharmahandel AG zusammen. 22 Milliarden Euro erwirtschaftete Phoenix 2014, derzeit versucht man das Geschäft in mehreren europäischen Ländern, beispielsweise in Frankreich und Großbritannien, weiter auszubauen.

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Platz 8: Fresenius

Auch das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius geht auf eine Apotheke zurück: auf die 1462 gegründete Hirsch-Apotheke, die im 18. Jahrhundert von der Familie Fresenius übernommen wurde. 1912 wurde aus der Apotheke ein Pharmazieunternehmen, das seinen Aufstieg vor allem dem erfolgreichen Vertrieb von Dialyse-Geräten und -Produkten in den 60er Jahren verdankte. 1996 wurde das mittlerweile weltweit größte Dialysegeschäft in das Tochterunternehmen Fresenius Medical Care ausgelagert. Die Fresenius SE & Co. KGaA weist einen Umsatz von 23 Milliarden Euro im Jahr 2014 aus.

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Platz 7: Continental

Der Automobilzulieferer hat seinen Ursprung im Konkurs der „Neue Hannoversche Gummiwarenfabrik“, die – von Bankier Moritz Magnus 1869 gekauft und neu aufgestellt – die Basis für den einst reinen Reifenhersteller Continental bildete. In Hannover hat das Unternehmen noch heute seinen Sitz. Zahlreiche Innovationen wie der erste Luftreifen mit Profil ebneten dem Unternehmen, das zur Zeit des Nationalsozialismus auch von Zwangsarbeit profitierte, den Aufstieg. „Conti“ erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 35 Milliarden Euro.

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Platz 6: Bosch

Das 1886 von Robert Bosch gegründete Unternehmen entwickelte das erste serienmäßige Antiblockiersystem und war lange der größte Automobilelektronik-Zulieferer der Welt, verlor diese Position allerdings 2012. In automatisierter Verpackungstechnik ist das Unternehmen jedoch weiterhin Weltmarktführer. Mehr als 200.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 einen weltweiten Umsatz von 49 Milliarden Euro. Ein Tochterunternehmen von Bosch war die Dreilinden Maschinenbau GmbH, ein Rüstungsbetrieb in Kleinmanchow. Diese zeigte sich für den Arbeitseinsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen verantwortlich.

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Platz 5: Aldi

Sie teilten einst die Republik unter sich auf: Theo und Karl Abrecht, die Gründer von Albrecht-Diskont, kurz Aldi und damit Erfinder des Discounters in Europa. Die Brüder übernahmen 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg den elterlichen Tante-Emma-Laden in Essen und bauten den Betrieb rasch aus. Die Wandlung zum „Discounter“ geschah 1961 aus einer durch die Supermarktkonkurrenz bedingten Unternehmenskrise heraus und stellte sich als größte Innovation des Einzelhandels im 20. Jahrhundert dar. 1960 teilten die Gebrüder Albrecht das Unternehmen schließlich in Aldi Süd (Karl) und Aldi-Nord (Theo) auf. Zusammengenommen machten die Konzerne 2014 einen Umsatz von 62 Milliarden Euro. Das sind allerdings nur Schätzzahlen: Aldi ist für seine Verschwiegenheit bezüglich Geschäftszahlen bekannt.

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Platz 4: Metro

Die Metro AG, oder Metro Group, in ihrer heutigen Form ist recht jung und existiert seit 1996. Dabei verschmolz das Großhandelsunternehmen Metro Cash & Carry, das noch heute mit seinen Märkten den wichtigsten Unternehmenszweig darstellt, mit der Kaufhof Holding und der Deutsche SB-Kauf AG. Zur Metro Group gehören neben den Selbstbedienungs-Großmärkten gleichen Namens heute auch die Elektronikhändler Saturn und Media Markt und die Warenhaus-Ketten Kaufhof sowie Real. 2014 wurde ein Umsatz von 63 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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Platz 3: Schwarz-Gruppe

Der größte deutsche Handelskonzern ist jedoch weder Aldi noch Metro, sondern die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören. Dieter Schwarz hatte 1973 ein Problem: Er wollte einen Discounter-Laden eröffnen, konnte aber aus rechtlichen Gründen nicht einfach den Namen des väterlichen Unternehmens Lidl & Schwarz verwenden – es gab keinen Herrn Lidl im Unternehmen. Da der Name Schwarz-Markt nicht in Frage kam, kaufte Dieter Schwarz kurzerhand dem pensionierten Berufsschullehrer Ludwig Lidl die Rechte an seinem Namen für 1000 D-Mark ab und eröffnete den ersten Lidl. Neben den kleinflächigen Lidl-Discountern betreibt die Schwarz-Gruppe auch Großflächen-Warenhäuser, deren bekanntester Vertreter Kaufland sein dürfte. Die Schwarz-Gruppe machte 2014 einen Umsatz von 74 Milliarden Euro.

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Platz 2: BMW

Der Automobil- und Motorradhersteller, der auch die Marken Mini und Rolls Royce besitzt, ging 1917 nach einer Namensänderung aus den Rapp Motorenwerken hervor und baute am Anfang seiner Geschichte vor allem Flugmotoren. Während eines durch die Kriegswirtschaft bedingten Unternehmensaufschwungs zwischen 1933 und 1945 setzte BMW in großem Stil Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge zur Fertigung ein. In der Nachkriegszeit mit fehlender Infrastruktur kämpfend und fast durch die Daimler-Benz AG übernommen, brachte der Investor Herbert Quandt das nötige Kapital mit, um ein Mittelklasse-Model zu realisieren, welches eine Marktlücke schloss. Der Konzern gehört heute zu den 15 größten Autobauern der Welt, 2014 stand ein Umsatz von 80 Milliarden Euro zu Buche.

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Platz 1: Volkswagen

Einsame Spitze unter den deutschen Familienunternehmen: Die Volkswagen AG mit einem Jahresumsatz von 202 Milliarden Euro. Der Konzern geht zurück auf die (unrealisierbare) Idee Adolf Hitlers, einen tatsächlichen „Volkswagen“ zu bauen, für die er Ferdinand Porsche mit Kapital ausstattete und dessen Produktion durch die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ übernommen werden sollte. Zu diesem Zweck sollte die Deutsche Arbeitsfront die größte Automobilfabrik Europas errichten. Zur Ansiedlung von Arbeitern entstand in direkter Nähe die „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ – heute besser bekannt als Wolfsburg. Nach Ende des zweiten Weltkriegs betrieb zunächst die britische Militärverwaltung das Werk. Der Diesel-Abgas-Skandal im Jahr 2015 hat allerdings den Ruf des Unternehmens geschädigt.

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Der 66-Jährige hatte bereits zum Jahresanfang 2017 die operative Konzernleitung an den familienfremden Manager Albert Christmann übergeben, der aber schon lange in der Oetker-Gruppe tätig ist. Künftig soll der 54-jährige Christmann nun auch die Stammsparte Nahrungsmittel mit den Geschäften um Backpulver, Pudding und Pizza führen. Traditionell liegen diese beiden Ämter in einer Hand.

Neuer Finanzchef des Konzerns wird im Herbst Heino Schmidt, der diese Aufgabe von Christmann übernimmt, teilte die Oetker-Gruppe weiter mit. Der 58-jährige Schmidt kommt von der Reederei Hamburg Süd. Dieses Tochterunternehmen, das für die Hälfte des Konzernumsatzes von zwölf Milliarden Euro steht, verkauft Oetker an die Maersk Line. Der dänische Reedereiriese legt für Hamburg Süd 3,7 Milliarden Euro auf den Tisch. Die Transaktion soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Dr. Oetker hatte angekündigt, Teile des Erlöses in die Stammsparte und die Digitalisierung zu stecken. Dabei werden Übernahmen geprüft.

Reederei

Maersk legt für Hamburg Süd 3,7 Milliarden Euro auf den Tisch

Die Oetker-Familie behält nach dem Rückzug aus dem operativen Geschäft ihren Einfluss durch den Anteilsbesitz und Ämter in den nah am Geschäft tätigen Beiräten. Richard Oetker werde dem Unternehmen als „Gesellschafter sowie in verschiedenen Beiräten von Gruppenunternehmen“ verbunden bleiben, hieß es dazu. Der Vorsitzende des Beirates der Konzernholding Dr. August Oetker KG ist Richards Bruder August (73).

dpa
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