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HalbleiterherstellerAMS-Osram macht Fortschritte bei Sanierung

AMS-Osrams Sanierungskurs scheint erfolgreich. Im vergangenen Geschäftsjahr halbierte sich der Verlust des Unternehmens. Das lässt die Aktie nach oben schießen. 11.02.2025 - 15:52 Uhr

Unternehmen in Regensburg Außenansicht des Werks der Osram Opto Semiconductors GmbH, Teil der ams Osram AG, in der Marie-Curie-Straße in Regensburg.

Foto: imago images

Der österreichische Chip- und Sensor-Konzern AMS-Osram macht Fortschritte bei seiner Sanierung. Das Kerngeschäft mit Halbleiterprodukten sei im vergangenen Jahr um sieben Prozent gewachsen, bei den Einsparungen liege das Unternehmen deutlich über Plan, erklärte AMS-Osram am Dienstag. 2024 sei „ein schwieriges, aber den Umständen entsprechend erfolgreiches Jahr“ gewesen, sagte Vorstandschef Aldo Kamper.

Unter dem Strich stand im vergangenen Jahr ein Verlust von 785 Millionen (2023: 1,61 Milliarden) Euro, weil AMS-Osram aus dem Geschäft mit MicroLEDs weitgehend ausstieg und eine fast fertige Fabrik im malaysischen Kulim aufgeben musste. Der einzige Kunde für die pixelgroßen Leuchtdioden – Branchenkreisen zufolge Apple – hatte einen Rückzieher gemacht. „785 Millionen sind eine schrecklich hohe Zahl“, sagte Finanzvorstand Rainer Irle auf der Bilanzpressekonferenz.

Ohne Sondereffekte hätte das Minus etwa 100 Millionen Euro betragen. Spätestens 2026 wolle AMS-Osram auch unter dem Strich keine roten Zahlen mehr schreiben. Dabei fielen die Kosten für den Ausstieg mit 576 Millionen Euro deutlich niedriger aus als die zunächst befürchteten 700 Millionen. „Wir haben alles getan, um diese Zahl zu reduzieren“, sagte Irle.

Ausrüstung sei teilweise anders verwendet worden, der Stellenabbau falle geringer aus. Nun stehe der Verkauf der leerstehenden Fabrik „ganz weit oben auf der Tagesordnung“. Angesichts der Chip-Konjunkturflaute sei das aber schwierig.

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Vorstandschef Kamper hatte dem Unternehmen angesichts der roten Zahlen einen Sparkurs verordnet und diesen im Herbst noch verschärft. Am Montag sei der Sozialplan unterzeichnet worden, nach dem weitere 500 Mitarbeiter – vorwiegend in Regensburg und München – ihren Job verlieren. Bis 2026 sollen die Kosten um 225 Millionen Euro gesenkt werden. 110 Millionen seien bis Ende 2024 erreicht worden, 35 Millionen mehr als zu dem Zeitpunkt erwartet.

„Der Turnaround ist in vollem Gange“, sagte Kamper. Auch die Aktionäre fassen wieder Vertrauen: Die Aktie schoss an der Zürcher Börse um 17 Prozent auf acht Franken nach oben.

Werden US-Zölle zum Vorteil?

„Die Konzentration auf das Kernportfolio in unserem Halbleitergeschäft erweist sich als richtig“, sagte Kamper. Das im zweiten Halbjahr zunehmend schwierige Geschäft mit Chips für die Autoindustrie überlagerte aber die Einsparungen. Unter dem Strich sank der Umsatz 2024 um fünf Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Das Ebitda ging um fünf Prozent auf 575 Millionen Euro zurück. Für 2025 hofft AMS-Osram auf eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte.

Im Gesamtjahr soll sich die Umsatzrendite auch bei einem „moderaten“ Umsatzwachstum verbessern. Im ersten Quartal sei noch mit einer schwachen Nachfrage zu rechnen – aus der Autobranche wie auch aus der Industrie. Doch die Talsohle könnte damit erreicht sein. Die gegen China verhängten Zölle der US-Regierung machen Kamper nach eigenen Worten wenig Kopfzerbrechen.

Man habe bereits einige Produkte von China nach Malaysia verlagert. Unter Umständen könne man im Autozuliefer-Geschäft sogar profitieren. Denn Osram sei der einzige große Hersteller, der Auto-Ersatzlampen in den USA produziere.

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rtr
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