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Motorenhersteller in der Krise MAN will 3000 Jobs in Deutschland abbauen

Allein in Deutschland sollen rund 3000 Mitarbeiter gehen, teilte das Augsburger Unternehmen MAN am Mittwoch mit. Quelle: dpa

Kreuzfahrten sind in der Coronakrise gerade nicht gefragt. Darunter leidet auch der Schiffsdieselhersteller MAN Energy Solutions. Das bedeutet für viele Mitarbeiter nun, dass sie ihren Job verlieren.

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Der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions will fast 4000 seiner weltweit etwa 14 000 Arbeitsplätze abbauen. Allein in Deutschland sollen rund 3000 Mitarbeiter gehen, teilte das Augsburger Unternehmen am Mittwoch mit. Im Ausland sind 950 Beschäftigte betroffen. Das Unternehmen begründete dies hauptsächlich mit der Corona-Pandemie. Es erwartet auch in den kommenden Jahren stagnierende Umsätze und will die Kosten deswegen um 450 Millionen Euro senken. Das Unternehmen hat mehr als 120 Standorte weltweit.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kündigte an, in Gesprächen mit den Verantwortlichen des Unternehmens Unterstützungsmaßnahmen prüfen zu wollen. Er deutete an, dass es vielleicht Möglichkeiten im Bereich der Wasserstoff-Entwicklung geben könnte. Ziel sei die Rettung möglichst vieler der 4300 Jobs in Augsburg, sagte der Minister.

MAN Energy Solutions ist Teil des Volkswagen-Konzerns, soll allerdings verkauft werden. Die Augsburger Tochter hieß früher Diesel & Turbo und steht besonders für die Produktion von großen Motoren für Fracht- oder Kreuzfahrtschiffe. „Wichtige Geschäftsfelder des Unternehmens wie das Kreuzfahrtgeschäft sind unmittelbar von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen, und wir rechnen erst 2023 mit einer Erholung auf das Vorkrisenniveau“, sagte Vorstandschef Uwe Lauber.

Außerdem bietet das Unternehmen beispielsweise Dampfturbinen, Gasantriebe oder Generatoren zur Stromerzeugung an. Nach dem Restrukturierungsplan soll in Deutschland die Turbinenfertigung in Hamburg eingestellt und die Fertigung in Berlin verlagert werden. Nach Angaben der IG Metall sollen in Berlin knapp 200 von aktuell 429 Beschäftigten gehen. Darüber hinaus sollen im Rahmen des Sparprogramms auch Materialkosten gesenkt und das Produktangebot gestrafft werden.

Der MAN-Vorstand kündigte an, dass der Personalabbau weitestgehend sozialverträglich erfolgen soll. „Betriebsbedingte Kündigungen können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.“ Dies kritisierte der Betriebsrat. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen definitiv ausgeschlossen werden, so wie es im gesamten VW-Konzern üblich ist“, erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Werner Wiedemann, nach Angaben der IG Metall.

Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek sagte, dass die Gewerkschaft grundsätzlich ein nachhaltiges Zukunftsprogramm für das Unternehmen unterstützte. Es müsse dann aber garantiert werden, dass der Motorenhersteller bei Volkswagen bleibe.

Bekannt ist das schwäbische Unternehmen insbesondere deswegen, weil Rudolf Diesel in einem Vorgängerbetrieb in Augsburg einst seinen Verbrennungsmotor erfand. Vor zwei Jahren hatte MAN Energy Solutions dann eine neue Strategie vorgestellt, mit der sich das Unternehmen weg vom klassischen Dieselmotorenhersteller hin zu einem Anbieter nachhaltiger Energielösungen bewegen will. Diese neuen Angebote sollen bis zum Jahr 2030 etwa die Hälfte des Geschäfts ausmachen.

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