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NeuzulassungenChinesische Elektroautos schwächeln in Europa

Mögliche Strafzölle zeigen erste Wirkung: Der Anteil chinesischer Autos an den Zulassungen in Europa sinkt. Dafür ist aber vor allem ein Sondereffekt verantwortlich. 30.08.2024 - 11:34 Uhr

Chinesische Autohersteller haben im Juli weniger Elektroautos in Europa zugelassen. Auf Marken wie MG und BYD entfielen 9,9 Prozent der elektrischen Zulassungen, zeigen Daten des Marktforschungsunternehmens Dataforce. Im Vorjahresmonat waren es noch 10,2 Prozent.

Die EU-Kommission wirft China vor, die dortigen Hersteller unzulässig zu subventionieren und so den Wettbewerb auszuhebeln. Aktuell wird über die Zölle zwischen Brüssel und Peking noch gerungen, im November könnten sie dauerhaft eingeführt werden.

Hersteller, die ihre Fahrzeuge aus China importieren, werden in der EU dann voraussichtlich mit einem Zoll von bis zu 48 Prozent belegt. Die Höhe hängt davon ab, wie stark ein Hersteller subventioniert wurde und wie kooperativ er sich in den Gesprächen mit der EU gezeigt hat.

Der Höchstsatz gilt beispielsweise für Modelle des chinesischen Staatskonzerns SAIC, der mit seiner Marke MG auch Autos in Europa vertreibt. Dieser habe „höchst unzureichend“ auf Anfragen der Kommission reagiert, heißt es aus Brüssel.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Jato Dynamics sind die Zulassungen von MG im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 38 Prozent eingebrochen. Im Vergleich mit dem Juni sind es sogar 60 Prozent. Mit der Zulassung von 13.000 Autos hatte der Hersteller versucht, den Zöllen zuvorzukommen.

Chinesen planen neue Werke in der EU

Insgesamt wurden im Juli weniger als 14.000 Elektroautos von chinesischen Herstellern in Europa registriert.  Zeigen die Daten von Dataforce. Im Juni waren es noch 23.000 Fahrzeuge. Allein der chinesische Hersteller BYD konnte seinen Marktanteil weiter ausbauen. Das Unternehmen baut derzeit Werk in Ungarn und der Türkei und könnte damit die Zölle in Zukunft umgehen.

Auch Xpeng, der chinesische Partner von VW soll sich nach Bloomberg-Informationen aktuell nach einem Produktionsstandort in der EU umsehen.

Insgesamt wächst das Geschäft mit Elektroautos in Europa schwächer – vor allem wegen der Entwicklung in Deutschland. Dort hat der Absatz massiv gelitten, nachdem im vergangenen Jahr die Kaufprämie für Elektroautos gestrichen worden war.  Allein im Juli sind die elektrischen Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent gesenken.

In Belgien und Dänemark, wo es weiterhin Anreize für Elektroautos gibt, hat die Nachfrage nach batteriebetriebenen Fahrzeugen dagegen weiter zugelegt. Und auch in England sind die Zulassungen im Juli gestiegen. Die neue Labour-Regierung überlegt, ob sie sich der EU bei der Einführung von Zöllen anschließen soll, hat aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

bbg
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