Viessmann-Übernahme: Der Viessmann-Verkauf erhitzt die Gemüter – das sagen unsere Leser dazu
Ist der Viesmann-Verkauf in die USA die richtige Entscheidung?
Foto: imago imagesDas hessische Familienunternehmen Viessmann hat in der vergangenen Woche mit dem überraschenden Verkauf seiner Klimasparte für viele Schlagzeilen gesorgt. Zwölf Milliarden Euro zahlt der US-Konzern Carrier für die Sparte, einschließlich der lukrativen Wärmepumpen.
Ein heißer Deal, der von den politischen Parteien unterschiedlich bewertet wird. Während sich die FDP besorgt äußert, von „Verunsicherung“ spricht und die „befürchtete Überbeschleunigung der Wärmewende“ als Ursache des Verkaufs ausmacht, schätzen die Grünen die Lage komplett anders ein: Der Verkauf bedeute keinen Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sagte ein Sprecher Robert Habecks. Im Gegenteil zeige dies, dass in deutsches Know-how investiert werde. Auch BDI-Präsident Siegfried Russwurm blieb im Interview mit der WirtschaftsWoche entspannt: „Ich finde es positiv, wenn amerikanische Unternehmen hierzulande investieren und deutsche Unternehmen in den USA.“
Viessmann-CEO und Gründer-Enkel Max Viessmann verteidigte im Gespräch mit WiWo-Chefredakteur Horst von Buttlar den Verkauf. „Am Ende sind wir leider zu der Erkenntnis gekommen, dass die Zukäufe, die uns zu industrieller Größe verholfen hätten, nicht wirklich von Vorteil gewesen wären.“ Man sei an einen Punkt angelangt, an dem Viessmann „eine Partnerschaft mit jemandem eingehen musste, der über ausreichende Skaleneffekte verfügt“.
So wird der Viessmann-Verkauf in den sozialen Netzwerken bewertet
Unter unseren Leserinnen und Lesern wird der Viessmann-Verkauf – und die politische Dimension – heftig diskutiert. „Sorry, diese Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Alles Ruhigstellung. Wie kann eine Firma, führend im Wettbewerb, mit einem konsistenten Produktportfolio und mit einem Produkt, das absehbar eine extreme Marktsteigerung erfährt, Existenzängste haben?“, kommentiert Karl Kuhlen auf LinkedIn. „Dieser Schritt ist kein Mut. Die Herausforderung anzunehmen, das wäre für mich Mut.“ Die Familie wolle Kasse machen und keine Verlustrisiken eingehen.
LinkedIn-User Pius A. Köder schreibt: „Ein trauriges Zeugnis, dass sich der Mittelstand Unterstützung aus dem Ausland holen muss.“
Marco Tiedemann ordnet den Deal so ein: „Ob diese Entscheidung wirklich gut ist oder nicht wird die Zukunft zeigen. Ich bezweifle aber, dass der Aufkauf von deutschen Unternehmen von ausländischen Unternehmen und Investoren wirklich gut für den Standort Deutschland ist. Die Unternehmen verlieren Ihren Einfluss und das Know-how wandert ins Ausland ab und Deutschland wird seine Stellung in der Welt bald verspielt haben. Die größten Gewinner werden die USA und China sein.“
Auf Facebook wird der Verkauf der Klimasparte an Carrier ebenfalls kritisiert. „Die Erben haben finanziell ausgesorgt , die Amis haben den Fuß im deutschen Markt und werden das Unternehmen nach amerikanischer Manier gewinnoptimiert und gewinnmaximiert führen“, schreibt User Ralf Wenke. „Auf der Strecke bleibt die Hälfte der Belegschaft und deren Familien.“
Doch es gibt auch viele wohlwollende Kommentare, die Verständnis für die Entscheidung der Viessmanns aufbringen. So wie von Facebook-Nutzer Joachim Ackermann. Der Familie Viessmann sei demnach kein Vorwurf zu machen, wie sie ihr Geld besser anlegen. Auch deutsche Unternehmen würden im Ausland investieren. Die Amerikaner könnten über den Deal den Fuß in die Tür und Kontakt zu hiesigen Handwerkern bekommen. „So ist das nun mal auf dem Weltmarkt.“
Leser Thomas Heßling schreibt bei LinkedIn: „Die Entscheidung von Viessmann konnte nicht anders sein.“ Wichtig sei jetzt Zukunftsmärkte zu finden und Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln. „In dem Markt ist viel Bewegung.“
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