Zalando, Toyota, Siemens Gamesa: Die Quartalszahlen des Tages
Der Windkraft-Konzern rechnet nach einem Umsatzeinbruch wieder mit steigenden Erlösen.
Foto: REUTERSZahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Es folgt in Kurzform ein Überblick über einige Ergebnisse vom Dienstag, den 6. November 2018.
Aperol-Nachfrage beflügelt Geschäfte von Campari
Der italienische Spirituosenhersteller hat den Umsatz in den ersten neun Monaten auf vergleichbarer Basis um 6,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert. Dazu trug vor allem die Nachfrage nach Marken wie Aperol, Campari und Wild Turkey in den USA und Europa bei. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 8,7 Prozent auf 259 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Marge auf 21,6 (Vorjahr: 20,9) Prozent.
Gauloises-Hersteller Imperial Brands auf Wachstumskurs
Der britische Gauloises-Hersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz leicht auf 30,5 Milliarden Pfund von zuvor 30,2 Milliarden gesteigert. Im angelaufenen Geschäftsjahr werde bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzplus im oberen Bereich oder über der Spanne von einem bis vier Prozent erwartet. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag im abgelaufenen Geschäftsjahr höher als von Analysten erwartet.
Schmuckfirma Pandora stampft Umsatzprognose ein
Der dänische Schmuckhersteller hat nach einem enttäuschenden dritten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gekippt und Kosteneinsparungen angekündigt. Die Gruppe erwartet 2018 nur noch ein Umsatzplus zwischen zwei und vier Prozent, statt der bisher angepeilten vier bis sieben Prozent.
Zalando schwächelt im Sommer
Der lange Sommer und höhere Kosten für Retouren haben den Online-Modehändler Zalando in die roten Zahlen gedrückt. Kunden begannen später als üblich, Herbst- und Wintermode zu bestellen. Der Umsatz im dritten Vierteljahr wuchs deshalb vergleichsweise langsam um 11,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich stand ein Verlust von 41,7 Millionen Euro, nach einem Minus von 11,1 Millionen Euro im Vorjahr. „Wir sind mit unserem finanziellen Ergebnis im dritten Quartal ganz klar nicht zufrieden“, sagte Finanzvorstand Rubin Ritter. Dazu habe auch beigetragen, dass Zalando zurückgeschickte Artikel ineffizient aufbereitete. Diese Fehler seien inzwischen aber behoben. Das Unternehmen hatte seine Jahresprognose schon gesenkt und bleibt nun dabei, im Gesamtjahr den Umsatz um 20 bis 25 Prozent steigern zu wollen. Dabei werde voraussichtlich das untere Ende der Spanne erreicht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde bei 150 bis 190 Millionen Euro liegen.
Primark-Besitzer AB Foods mit höherem Gewinn
Der Besitzer der Billigmodekette Primark hat im Mitte September abgelaufenen Geschäftsjahr drei Prozent mehr Gewinn eingefahren. Mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 1,4 Milliarden Pfund lag die Gruppe etwas über den Erwartungen von Analysten. Im angelaufenen Geschäftsjahr werde der bereinigte Gewinn pro Aktie auf Vorjahresniveau liegen.
Pfeiffer Vacuum mit abgeschwächtem Quartalsumsatz
Der Vakuumpumpenhersteller rechnet nach einer Abschwächung des Geschäfts im dritten Quartal damit, im Gesamtjahr das untere Ende der Prognose für Umsatz und Ebit-Marge zu erreichen. Schwächere Umsätze im Halbleitermarkt seien mit einer besseren Entwicklung in den übrigen Marktbereichen zum Großteil ausgeglichen worden. Im dritten Quartal ging der Umsatz um 0,7 Prozent auf rund 153 Millionen Euro zurück.
SGL Carbon rechnet 2018 mit einer Milliarde Umsatz
Der Kohlenstoff-Spezialist sieht sich weiter auf Wachstumskurs. Nach einem Umsatzplus von rund 23 Prozent auf 786 Millionen Euro in den ersten neun Monaten erwartet die Gruppe nun für das Gesamtjahr eine Milliarde Euro Umsatz. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen legte um rund 80 Prozent auf 59 Millionen Euro zu.
Toyota erhöht Gewinnprognose
Der japanische Autobauer Toyota profitiert von einem steigenden Autoabsatz in China und Europa. Im Zeitraum Juli bis September stieg der Betriebsgewinn um elf Prozent auf umgerechnet 4,5 Milliarden Euro (579,1 Milliarden Yen), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Weil Toyota mit einem schwächeren Yen rechnet als bisher, hob der Autobauer seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um gut vier Prozent an. Der VW-Rivale erwartet nun einen Betriebsgewinn von umgerechnet 18,57 Milliarden Euro (2,4 Billionen Yen). Das ist etwa genauso viel wie im vergangenen Geschäftsjahr, das im März endete. Im jüngsten Quartal konnte Toyota im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern den Absatz in China kräftig steigern. Die Verkäufe auf dem weltgrößten Automarkt kletterten um 20 Prozent, in Asien insgesamt betrug das Absatzplus von Toyota 9,2 Prozent auf 417.000 Fahrzeuge. In Europa legten die Toyota-Verkäufe um 4,8 Prozent zu, in den USA gingen sie leicht zurück. Insgesamt kam Toyota auf ein weltweites Verkaufsplus von 1,9 Prozent.
Thomson Reuters mit Gewinnrückgang im Quartal
Der Nachrichten- und Datenanbieter hat seinen Umsatz im dritten Quartal um zwei Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar gesteigert. Der operative Gewinn sank allerdings um 44 Prozent auf 162 Millionen Dollar, unter anderem wegen Abschreibungen und Kosten für die Positionierung des Konzerns nach der Trennung vom Geschäft mit Finanzmarktdaten. Zu dem kanadisch-britischen Konzern gehört auch die Nachrichtenagentur Reuters.
Jungheinrich hebt Prognose an
Der Gabelstapler-Hersteller hat nach Zuwächsen im dritten Quartal seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Der Umsatz werde nun zwischen 3,65 und 3,75 Milliarden Euro gesehen (bisher: 3,6 - 3,7 Mrd Euro) und der Auftragseingang bei 3,85 Milliarden bis 3,95 Milliarden Euro (bisher: 3,75 - 3,85 Mrd Euro). Stark seien insbesondere der europäische Kernmarkt und das florierende Logistiksystemgeschäft.
Siemens Gamesa erwartet Umsatzanstieg
Der Windkraft-Konzern rechnet nach einem Umsatzeinbruch wieder mit steigenden Erlösen. Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 auf zehn bis elf Milliarden Euro klettern, die bereinigte Ebit-Marge zwischen 7 und 8,5 (Vorjahr: 7,6) Prozent liegen. Im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 sanken die Erlöse um 17 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um elf Prozent auf 693 Millionen Euro zurück.
Rabattschlachten belasten Hugo Boss
Rabattschlachten haben dem Modekonzern im dritten Quartal zugesetzt. Der operative Gewinn (Ebitda) ging vor Sondereffekten um zwölf Prozent auf 126 Millionen Euro zurück. Gleichwohl bekräftigte der Vorstand seine Jahresziele.
Verluste im Paket-Geschäft belasten Deutsche Post
Verluste im Brief- und Paketgeschäft belasten die Deutsche Post. Bei einem leicht gestiegenen Umsatz von 14,85 Milliarden Euro brach der operative Ertrag (Ebit) des Bonner Konzerns im dritten Quartal um 54,9 Prozent auf 376 Millionen Euro ein, wie die Post am Dienstag in Bonn mitteilte. Die von Post-Chef Frank Appel eingeleitete Sanierung der Paket- und Briefsparte kostete dabei 392 Millionen Euro. Der Gewinnrückgang fiel damit weniger drastisch aus als von Experten erwartet: Analysten hatten bei einem Umsatz von 14,77 Milliarden Euro mit einem Ebit von nur 339 Millionen Euro gerechnet. Getrieben durch den rasant wachsenden Online-Handel war die Post im Paket-Geschäft rasch gewachsen - der Konzern hatte aber die Kosten aus den Augen verloren. Erst im Juni hatten die Bonner deshalb ihre Jahresprognose um fast ein Viertel auf rund 3,2 Milliarden Euro zusammenstreichen müssen. Diesen Ausblick bekräftigten sie nun, ebenso wie das Ziel eines operativen Gewinns von über fünf Milliarden Euro im Jahr 2020.
Personalvermittler Adecco wächst langsamer
Die Verlangsamung der Konjunktur in Teilen Europas hat den weltgrößten Personalvermittler im dritten Quartal gebremst. Das Wachstum verringerte sich auf noch zwei Prozent von vier beziehungsweise sechs Prozent in den beiden Vorquartalen. Unter dem Strich verblieb Adecco ein Reingewinn von 270 Millionen Euro.
Eli Lilly verdoppelt Gewinn im dritten Quartal
Der US-Pharmakonzern hat seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt auf 1,15 Milliarden Dollar (umgerechnet eine Milliarde Euro). Die Erlöse zogen um sieben Prozent auf 6,06 Milliarden Dollar an. Eli Lilly profitierte nach eigenen Angaben vor allem von einer starken Nachfrage nach Mittel für Diabetes und Schuppenflechte.
Italiens Budgetstreit lässt Bank Intesa Sanpaolo kalt
Der Haushaltsstreit der italienischen Regierung mit der EU-Kommission lässt die führende Bank des Landes kalt. Der Gewinn lag im dritten Quartal mit 833 Millionen höher als von Reuters befragte Analysten erwartet hatten.
Enel übertrifft mit Gewinn Expertenerwartungen
Der italienische Versorger hat in den ersten neun Monaten rund zwölf Milliarden Euro Gewinn (Ebitda) gemacht. Dies war mehr als von Experten erwartet, die mit 11,7 Milliarden Euro gerechnet hatten. An den Gewinnerwartungen für das gesamte Jahr hielt der Konzern fest.
Allianz-Rivale Axa gleicht Einnahmerückgänge aus
Der französische Versicherungskonzern hat im dritten Quartal seine Einnahmen steigern und damit den Rückgang im ersten Halbjahr ausgleichen können. In den ersten neun Monaten stiegen die Einnahmen des Allianz-Rivalen um 0,6 Prozent auf 75,8 Milliarden Euro. Grund sei ein solides Wachstum auf dem Heimatmarkt und in Europa.
Evonik bekräftigt nach Gewinnanstieg Jahresziele
Der Spezialchemiekonzern Evonik sieht sich nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im dritten Quartal auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Für 2018 werde unverändert mit einem leichten Umsatzanstieg gerechnet und einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 2,60 und 2,65 Milliarden Euro, teilte das Essener Unternehmen am Dienstag mit. Evonik geht auch für das vierte Quartal von einer „robusten Nachfrage“ aus, insbesondere in den Geschäften mit Spezialchemikalien für industrielle Anwendungen sowie im Bereich Nutrition & Care, der unter anderem Aminosäuren für die Tier-Mast anbietet. Im dritten Quartal stieg der bereinigte Betriebsgewinn von Evonik um acht Prozent auf 692 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um sieben Prozent auf 3,8 Milliarden. Das Unternehmen profitiert von seinen milliardenschweren Zukäufen und dem unter Konzernchef Christian Kullmann eingeschlagenen Sparkurs. Evonik hatte darauf im Sommer nach einem unerwartet deutlichen Gewinnplus die Jahresprognose angehoben.