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5G-Netz für die ganze USA T-Mobiles Kampfansage an die Konkurrenz

T-Mobile-Chef John Legere mit seinem nächsten Coup? Ab Freitag, so promotet es T-Mobile US, können Kunden überall in den USA das 5G-Netz der Telekomtochter nutzen. Quelle: REUTERS

Jeder will der Erste sein beim Thema 5G. So läuft ein Wettrennen in den USA, welches Telekommunikationsunternehmen seinen Kunden am schnellsten das beste 5G-Netz bietet. T-Mobile US liegt ab Freitag deutlich vorn.

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T-Mobile US hat sich im Rennen um die landesweite Bereitstellung von 5G-Diensten einen frühen Vorsprung gesichert: Ab Freitag wird der Dienst im ganzen Land verfügbar sein. Parallel dazu bieten die T-Mobile-Stores in den USA ihre ersten 5G-Smartphones an: das OnePlus 7T Pro 5G McLaren vom chinesischen Hersteller Oppo und das Samsung Galaxy Note10 + 5G.

Die amerikanische Telekom-Tochter will damit zeigen, dass sie ein ernsthafter Konkurrent für die deutlich größeren US-Telekommunikationskonzerne wie Verizon und AT&T sein kann – wenn es die Genehmigung für die Übernahme von Sprint im Wert von 26,5 Milliarden US-Dollar erhält.

Die vielgepriesene 5G-Erfahrung, die Mobilfunkbetreiber in der letzten Zeit vielfach versprochen haben, dürfte die Nutzung zunächst nicht sein. Denn der Dienst basiert auf einem Low-Band-600-Megahertz-Signal. Dieses bietet Nutzern zwar eine sehr breite Abdeckung, jedoch keine überragenden Geschwindigkeiten, von denen 5G-Fans zumeist träumen.

Das Angebot ist ein Vorläufer für ein robusteres Netzwerk, das nach Angaben von T-Mobile US nach dem Zusammenschluss mit Sprint durch dessen umfangreiche Radiowellen-Bestände ermöglicht werden soll.
Der anfängliche 5G-Dienst mit Low-Band-Spektrum bietet eine Leistung, die mit dem aktuellen T-Mobile-Netz vergleichbar ist. Wie alle anderen Mobilfunkbetreiber wird T-Mobile in den kommenden Monaten und Jahren Signale mit höheren Frequenzen liefern, um Daten schneller zu übertragen und eine größere Netzwerkkapazität bereitzustellen.

„Dies bildet die Grundlage unseres 5G-Service“, sagte Karri Kuoppamaki, T-Mobile-US-Vizepräsident für Entwicklung und Strategie von Netzwerktechnologien. Das 600-Megahertz-Band decke große Gebiete ab und reise durch Mauern tief in Gebäude hinein. „Sie müssen nicht an eine bestimmte Straßenecke gehen, um ein Signal zu erhalten, das funktioniert“, so Kuoppamaki.

Es ist das große Ziel jedes einzelnen US-amerikanischen Mobilfunkanbieters führend bei 5G zu werden – in der Hoffnung, Early Adopters und die erste Welle neuer Einnahmen für sich zu gewinnen. Die Einführung eines vollwertigen 5G-Dienstes- mit bis zu 100 Mal höherer Geschwindigkeit und nahezu null Verzögerung – ist jedoch noch einige Jahre entfernt.

Deshalb hat die Konkurrenz auch nicht geschlafen. Auch andere US-Anbieter haben bereits erste Test-Dienste auf den Weg gebracht – allerdings in einem erheblich kleineren Volumen. Verizon startete in kleinen Teilen von 15 Städten einen High-Band-5G-Dienst. Bis zum Jahresende ist mit einer Ausweitung auf 30 Märkte zu rechnen. Zunächst berechnete Verizon zehn US-Dollar pro Monat für den Service, verzichtet jedoch mittlerweile auf die Gebühr. AT&T plant, in den kommenden Wochen ebenfalls ein eigenes Low-Band-5G in Teilen von zwölf Städten zu haben, das nur seinen hochrangigen Kunden zur Verfügung steht, und hat angekündigt, den Service bis Mitte nächsten Jahres landesweit auszuweiten.

Mit dem erweiterten 5G-Service eilt T-Mobile nicht nur der Konkurrenz voraus, sondern erfüllt auch ein wichtiges Versprechen, das die Telekom-Tochter gegeben hat, um die Genehmigung für die Sprint-Übernahme zu erhalten. Der Deal wurde vom US-Justizministerium und der Federal Communications Commission genehmigt, wird jedoch von mehreren Generalstaatsanwälten verhandelt. Der Fall ist für den 9. Dezember geplant.

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