Andrew Bosworth "Wir stehen erst am Anfang der mobilen Revolution"

Andrew Bosworth ist bei Facebook für die Technologie hinter dem Anzeigengeschäft verantwortlich. Im Interview erklärt er, warum das Geschäft mit dem Smartphone gerade erst angefangen hat – und warum ein gewisser Mark Zuckerberg als sein Student in Harvard geschwänzt hat.

Andrew-Bosworth Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Facebook wurde gegründet, als die meisten Menschen noch über PCs ins Internet gingen. Fast hätte das Unternehmen den Wandel auf die mobile Welt verpasst. Sie haben diesen dann erfolgreich umgesetzt. Auf welche technologischen Umbrüche bereiten Sie sich als nächstes vor?
Andrew Bosworth: Komischerweise reden viele Menschen über den Wandel hin zum mobilen Internet so, als sei das Ganze schon abgeschlossen. Für mich steht fest: Wir stehen er erst am Anfang eines fundamentalen Veränderungsprozesses. Ich verbringe deshalb eine Menge Zeit damit, mir Gedanken zu machen, wie die Menschen noch regelmäßiger und effizienter ihre Mobiltelefone benutzen können, um ihre Alltagsprobleme zu lösen.

Die MWC-Highlights in Bildern
Sony Xperia ZSony schickt sein neues Mobilfunk-Flaggschiff Xperia XZ ins Rennen gegen die Premium-Hersteller. Als weltweit erstes Smartphone könne das Gerät auf seinem 5,5 Zoll großen Display Bilder in Ultra-HD-Auflösung (4K) und der Bildoptimierungstechnik HDR darstellen, kündigte Sony-Mobile-Chef Hiroki Totoki am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona an. Die 19-Megapixel-Kamera ermöglicht dank einer neuen Speicher-Technologie Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 960 Bildern. Das ergebe vier Mal so detailreiche Aufnahmen als bisher möglich, sagte Totoki. In Kooperation mit dem Netzwerkspezialisten und Chiphersteller Qualcomm hat der japanische Konzern sein Premium-Modell auch fit für die Netze der Zukunft gemacht. Das Xperia XZ unterstützt Gigabit LTE, über das Filme und Musik in Sekundenschnelle auf das Smartphone heruntergeladen werden können. Quelle: REUTERS
Samsung Tab S3Am größten Smartphonebauer der Welt sind die vergangenen Monate nicht spurlos vorbeigegangen. Nach dem Desaster um das brandgefährliche Galaxy Note 7 stellte der Konzern auf dem Mobile World Congress in Barcelona kein neues Smartphone-Flaggschiff vor. Stattdessen präsentierte der Konzern zwei neue Geräte aus der Notebook- und Tablet-Klasse. Das Tablet Galaxy Tab S3, das Samsung am Sonntag vorstellte, soll sich mit hochwertigem Design und üppiger Ausstattung vor allem in der Oberklasse behaupten, die Apple mit seinem iPad dominiert. Das Gerät mit Android-Betriebssystem ist sowohl auf Unterhaltung als auch auf Produktivität ausgerichtet. Die Rückseite ist komplett in Glas gehalten. Der Amoled-Bildschirm soll Bilder detailgenau in brillanten Farben (HDR, High Dynamic Range) wiedergeben. Eingesteckt in eine Tastatur lässt sich das Gerät auch als Notebook-Ersatz nutzen. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy BookMit dem Galaxy Book stellte Samsung zudem ein sogenanntes Convertible vor, das mit Microsofts Betriebssystem Windows 10 und Intel-Prozessor (Kaby Lake) ausgestattet ist. Die Eingabe auf dem 10,6 Zoll großen Bildschirm erfolgt wahlweise über die Tastatur oder mit Hilfe eines Stiftes, der haptisch den Eindruck erwecken soll, tatsächlich auf Papier zu schreiben. Es lassen sich zwei separate Oberflächen - zum Beispiel für die private und die berufliche Nutzung einrichten, die sich mit einem seitlichen Wisch mit dem Finger sofort wechseln lassen. Klappt man die Tastatur zurück, wechselt das Display automatisch in den Tablet-Modus. Quelle: REUTERS
Nokia 3310Einst war Nokia der Inbegriff für Macht auf dem Mobilfunkmarkt. Dann verschliefen die Finnen den Aufstieg des Smartphones und erlebten einen Albtraum. Das Unternehmen stürzte in die Bedeutungslosigkeit. Ein Wiederbelebungsversuch durch Microsoft geriet zum kolossalen Flop. Unter der Führung von HMD Global meldet sich die Marke nun zurück und belebt öffentlichkeitswirksam eine Legende wieder: Der Konzern hat eine Neuauflage des 3310 - Snake und Nokia-Klingeltone inklusive. Das Original wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und erfreute sich enormer Beliebtheit. Auch die Neuauflage soll vor allem mit der Akku-Power überzeugen: Laut Unternehmen sind 22 Stunden Sprechzeit und bis zu einem Monat Standby möglich. Auf den mittlerweile gewohnten Smartphone-Komfort müssen Käufer allerdings verzichten. Kosten soll das Gerät gerade einmal knapp 50 Euro . Quelle: dpa
Nokia 6HMD Global zeigte in Barcelona aber auch gleich mehrere neue Smartphones - alle mit dem Betriebssystem Android. Das für den wachsenden chinesischen Markt gebaute Nokia 6 (Bild) wird bald auch Europa vertrieben. Mit einem Preis von 300 Euro für die Special-Edition und 229 Euro für die normale Variante gilt es ein typisches Mittelklasse-Smartphone. Als Einsteiger- oder Zweitgerät eignet sich der kleine Bruder. Das Nokia 5 ist 5,2 Zoll groß, aus Aluminium, in verschiedenen Farben verfügbar und soll etwa 189 Euro kosten. Noch günstiger ist das Nokia 3: Der Preis liegt bei 139 Euro. Das Gerät verfügt über einen fünf Zoll großen HD-Screen. Quelle: REUTERS
Huawei P10 und P10 PlusAttacke der Nummer 3: Huawei will mit zwei neuen Modellen seiner P-Serie seine Marktposition stärken und Apple und Samsung Konkurrenz machen. Besonderes Augenmerk hat Huawei beim P10 und das P10 Plus auf die Kameraleistung gelegt. Das Objektiv ist in Kooperation mit den Traditionshersteller Leica gefertigt. Damit seien nahezu professionelle Aufnahmen möglich, versicherte Smartphone-Sparten-Chef Richard Yu (im Bild). In seiner Präsentation verglich Yu die neuen Modelle mehrfach mit Apples iPhones. So soll das P10 Plus bei gleicher Größe eine größere Batterieleistung haben als das iPhone 7 Plus. Zahlreiche Verbesserungen wie eine schnellere Ladezeit, eine Akkulaufzeit von 1,8 Tagen bei normalem Gebrauch sowie ein hochwertiges Display sollen die Geräte in die Spitzenliga bringen. Dass Marktführer Samsung nach seinem Note-7-Debakel das Nachfolgemodell seines Galaxy S7 aller Voraussicht nach erst im April auf den Markt bringen wird, könnte den Ambitionen des chinesischen Herstellers ebenfalls entgegenkommen. (
Huawei Watch 2Neben dem Smartphone-Flaggschiff stellte Huawei im Rahmen des MWC auch eine neue Smartwatch vor. Die Uhr namens Watch 2 soll im März in zwei Varianten auf den Markt kommen: der normalen und einer „klassischen“ Version. Die Watch 2 richtet sich mit GPS-Modul und Herzfrequenz-Tracker an sportliche Nutzer. In der teuren Version der Uhr ist auch eine direkte Verbindung zum Mobilfunknetz möglich: Wer eine Nano-Sim-Karte einsetzt, kann die Uhr unabhängig vom Smartphone nutzen. Andernfalls wird die Uhr über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Auch die Optik ist auf sportlich und kommt in knalligen Farben. Die Huawei Watch 2 Classic hat ein in Gehäuse aus Edelstahl und ein klassisches Lederarmband. Allerdings gibt es zum Beispiel nicht die Möglichkeit, eine Sim-Karte einzusetzen. Preise: In der Bluetooth-Version kostet die Huawei Watch 2 329 Euro, in der 4G-Variante 379 Euro. Die Watch 2 Classic liegt bei 399 Euro. Quelle: REUTERS

Das Handy noch öfter benutzen? Viele Menschen sind damit doch schon fast 24 Stunden online.
Genau. Aber noch ist alles auf Ihrem Smartphone sehr fragmentiert. Wenn Sie sich etwa mit Freunden in einem Restaurant verabreden wollen, brauchen Sie erst eine App, um rauszufinden, welches Restaurant in der Nähe am besten ist. Dann eine andere, um eine Reservierung zu machen. Und noch eine, um das Ergebnis Ihren Freunden mitzuteilen. Das geht sicher besser.

Lassen Sie uns raten: Facebook soll dabei helfen?
Ja, indem wir es etwa leichter machen, wie sie mit allen Läden oder Restaurants, mit denen Sie auf Facebook bereits vernetzt sind, kommunizieren. So einen Test führen wir seit Herbst letzten Jahres in den USA mit Veranstaltungen durch. Viele Menschen suchen bei uns, sagen wir, nach Konzerten, und gelangen von Facebook aus auf die Seiten von Tickethändlern. Nun arbeiten wir etwa mit Ticketmaster und Eventbrite zusammen, um den Nutzern eine viel einfachere Transaktion auf Facebook zu ermöglichen. Ein Klick sollte dafür reichen. Ähnliches könnten wir auch für Essensbestellungen einführen oder für Terminvereinbarungen beim Frisör.

Was sind Sie: Freund oder Feind der Tickethändler?
Definitiv ein Partner. Jeder Markt ist anders und wir haben bereits eine Menge Nutzer und eine Menge Unternehmen auf unserer Plattform. Unsere Partner wie Eventbrite haben ihrerseits bereits gute Produkte mit vielen Funktionalitäten. Bei Eventbrite etwa können die Kunden eigene Veranstaltungen organisieren. Wir möchten beides auf Facebook zusammenbringen, sodass in Zukunft kein Nutzer mehr für solche Transaktionen drei, vier einzelne Seiten im Netz öffnen muss.

LinkedIn wiederum machen Sie sehr wohl Konkurrenz und wollen nun auch Jobsuchende und Arbeitgeber zusammenbringen.
Unternehmen nutzen Facebook schon lange, um für Talente zu werben. Wir haben das nun, simpel gesagt, für alle Beteiligten vereinfacht.

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