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Neue Investitionen Samsungs Gewinn schrumpft – und der Konzern reagiert

Samsungs Gewinn schrumpft – und der Konzern reagiert Quelle: REUTERS

Schwächere Geschäfte mit Speicherchips und Displays haben Samsung im ersten Quartal 2019 einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Das Halbleitergeschäft ist Samsungs Problem, soll es aber nicht bleiben.

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Gesunkene Chippreise und eine schwächere Nachfrage nach Displays haben den Betriebsgewinn des südkoreanischen Technologieriesen Samsung im ersten Quartal 2019 um 60 Prozent einbrechen lassen. Operativ habe der Konzern umgerechnet 4,8 Milliarden Euro erwirtschaftet, wie der weltgrößte Smartphone-Hersteller mitteilte. Der Umsatz sei um 13,5 Prozent geschrumpft. Damit bestätigte der führende Anbieter von Smartphones, Speicherchips und Fernsehern seine frühere Gewinnwarnung. Mit Halbleitern verdient der Konzern mit Abstand das meiste Geld.

Mit Halbleitern verdient der Konzern mit Abstand das meiste Geld. Das wird aktuell für Samsung zum Problem. Denn in der Betriebsgewinn im wichtigen Halbleitergeschäft sei um 64 Prozent abgestürzt, bei den Smartphones seien es 40 Prozent weniger gewesen.

Erst vergangene Woche hatte Samsung – wohl schon mit Blick auf das schwankungsanfälligen Geschäft mit Speicherchips – verkündet, dass der Technologieriese seine Abhängigkeit von der Sparte verringern möchte und deshalb plant, in den kommenden Jahren Milliarden-Investitionen in andere Halbleiter zu stecken. Bis 2030 wollen die Südkoreaner dafür rund 116 Milliarden Dollar etwa in die Entwicklung von Chips für selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz zu investieren. Im Zuge dessen würden 15.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Nach Jahren des Booms beginnt der Markt für Speicherchips zu schrumpfen. Die Halbleiterhersteller wetteifern nun um den Markt für leistungsstarke Chips zur Unterstützung neuer Technologien wie Mobilfunknetze der fünften Generation (5G), vernetzte Autos und künstliche Intelligenz. Dass Samsung hier noch zu wenig tut, zeigen die schwachen Zahlen in der Sparte. Mit dem Investitionsplan will Samsung nun gegensteuern und zu größeren Rivalen wie Taiwans TSMC oder dem US-Konzern Qualcomm aufschließen. „Samsung will den Markt für Nicht-Speicherchips offenbar aggressiv aufrollen“, erklärte Analyst Song Myung-sup von HI Investment & Securities. Doch es sei wegen der Unwägbarkeiten des Marktes schwer abzuschätzen, ob der Konzern damit letztendlich Erfolg haben werde.

Letztlich ist das Überangebot an Halbleitern nicht Samsungs einzige Baustelle. Auch der scharfe Wettbewerb auf dem Smartphonemarkt gelten als Ursache für den heftigen Gewinneinbruch zum Jahresauftakt. Zudem musste der Konzern zuletzt wegen technischer Probleme die Markteinführung seines faltbaren Smartphones verschieben. Die Herausforderung für den Technologieriesen sind also durchaus vielfältig.

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