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EnergieTrump startet Rückkehr zur „schönen, sauberen Kohle“

Vor zwei Jahren hatte sich die Weltgemeinschaft auf die Abkehr von Kohle, Öl und Gas geeinigt. Nun setzt US-Präsident Trump wieder auf Kohle und lobt Deutschland. Allerdings grundlos.dpa 09.04.2025 - 08:58 Uhr
Das Kesselhaus des ehemaligen Kohlekraftwerks Ibbenbüren wurde im April gesprengt. Foto: Friso Gentsch/dpa

US-Präsident Donald Trump hat ein Kohle-Revival für sein Land eingeleitet – und dabei Deutschland fälschlicherweise als positives Beispiel genannt. Trump unterzeichnete ein Dekret, um die Kohle als Energieträger stark zu fördern. Ministerien und Behörden werden angewiesen, alle Maßnahmen aufzuheben, die das Land von der Kohleförderung abbringen. Trump hatte schon im Wahlkampf immer von der schönen sauberen Kohle geschwärmt.

Bei einer Zeremonie im Weißen Haus verkündete Trump vor Bergleuten mit Schutzhelmen, dass er die Bundesbehörden anweise, Beschränkungen für den Abbau und den Export von Kohle zu lockern. Ältere Kraftwerke, die abgeschaltet werden sollten, dürfen weiter betrieben werden. Trump betonte, die Energie werde etwa für KI-Rechenzentren gebraucht. Die Rechenzentren für künstliche Intelligenz brauchen viel Energie für ihren Betrieb.

Zu Beginn seiner Rede verwies Trump erneut auf Deutschland, wo angeblich überall neue Kohlekraftwerke in Betrieb genommen würden, obwohl dies seit Jahren nicht mehr geschehen ist. Deutschland habe lange grüne Politik betrieben. „Sie sind so grün geworden, dass sie fast pleitegegangen sind“, sagte Trump. „Deutschland war am Ende.“ Dann habe Deutschland auf Wind umgestellt. „Der Wind wehte nicht sehr stark.“ Und dann habe das Land alle möglichen anderen Dinge probiert, fuhr Trump fort, ohne dies zu belegen. Jetzt sei Deutschland wieder bei der Kohle, behaupte der Präsident. „Überall in Deutschland werden Kohlekraftwerke in Betrieb genommen.“ Und die USA hätten es bisher nicht getan. 

Schon am Vortag hatte Trump bei einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu im Weißen Haus behauptet, in Deutschland werde jede Woche ein Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Das stimmt aber nicht: Laut Bundesnetzagentur wurde das letzte Kohlekraftwerk 2020 in Datteln fertiggestellt. Zudem ist in Deutschland der Kohleausstieg für 2038 vereinbart. Die Ampel-Koalition hatte sich vorgenommen, das Datum „idealerweise“ auf 2030 vorzuziehen.

Kohleverbrennung gilt als die klimaschädlichste Art der Energieerzeugung. Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 hatte sich die Weltgemeinschaft nach jahrzehntelanger Diskussion erstmals auf die Abkehr von Kohle, Öl und Gas geeinigt. Im November 2024 hatte der damalige US-Präsident Joe Biden zum Abschluss der Klimakonferenz in Baku noch hoffnungsvoll erklärt: „Mögen manche auch versuchen, die in den USA und weltweit laufende Revolution sauberer Energien zu leugnen oder zu verzögern: Niemand kann sie rückgängig machen – niemand.“

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