1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Auto
  4. BMW-Aktie Kurs: Autobauer-Papiere geben nach Gewinnwarnung nach

BMWBMW gibt Gewinnwarnung heraus – Aktie lässt deutlich nach

BMW muss seine Prognose einkassieren – obwohl der Autobauer beim Absatz deutlich bessere Zahlen als Konkurrent Mercedes vorlegen kann. 08.10.2025 - 11:47 Uhr
Das Logo von BMW. Foto: Sven Hoppe/dpa

Verspätungen bei Zollrückerstattungen und die anhaltende Schwäche auf dem chinesischen Automarkt verhageln dem Münchner Autobauer BMW das Ergebnis. Das Unternehmen kappte am Dienstag seine Gewinnprognose und rechnet im Autogeschäft nur noch mit einer Gewinnspanne von 5 bis 6 Prozent. Bislang hatten die Münchner 5 bis 7 Prozent vorhergesagt.

Während BMW in Europa und Amerika bis Ende September Absatzzuwächse verzeichnet habe, bleibe die angestrebte Absatzsteigerung in China unter den Erwartungen, hieß es zur Begründung vom Konzern. Denn eigentlich erzielten die Münchner im dritten Quartal ein deutliches Plus, während der Erzrivale Mercedes 12 Prozent weniger Autos an seine Händler auslieferte. Dennoch musste BMW am Dienstag – nur zwei Stunden nach der Meldung seiner steigenden Absatzzahlen – die Gewinnwarnung veröffentlichen.

Als Begründung hieß es weiter, das Vorsteuerergebnis dürfte im laufenden Jahr leicht zurückgehen. Nach BMW-Definition bedeutet das einen Rückgang um 5 bis knapp 10 Prozent. Zuvor hatte BMW hier mit einem Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau gerechnet. Auch der Barmittelzufluss falle mit mindestens 2,5 Milliarden Euro deutlich geringer aus als bislang mit mindestens fünf Milliarden Euro angenommen.

BMW-Aktie gibt nach

Entgegen der bisherigen Annahme gehe BMW nun davon aus, dass Zollrücker­stattungen im hohen dreistelligen Millionenbereich von den amerikanischen und den deutschen Zollbehörden nicht mehr im Jahr 2025, sondern erst im Jahr 2026 erfolgen werden. Die USA und die Europäische Union hatten sich zwar darauf geeinigt, die Zölle rückwirkend zum 1. August zu senken. Doch bislang ist diese Vereinbarung nur zum Teil umgesetzt. Insbesondere steht die Zollsenkung in der Europäischen Union noch aus. Derzeit sind für Importe in die EU Zölle von 10 Prozent fällig.

Die BMW-Aktie reagierte deutlich, der Kurs fiel am Mittwoch zwischenzeitlich um mehr als 9 Prozent. Auch das Mercedes-Papier gab nach, allerdings weniger stark.

BMW halte aber weiterhin an der Annahme fest, dass die Zölle auch in der EU rückwirkend auf Null reduziert werden, hieß es. Das Unternehmen betreibt ein großes Werk in den USA und exportiert von dort aus eine Reihe von SUV-Modellen nach Europa. In die USA liefern die Münchner dagegen vor allem Limousinen.

Zudem läuft es auf dem wichtigen chinesischen Markt deutlich schlechter als erwartet. Die Absatzprognosen für das vierte Quartal seien deutlich reduziert worden, erklärte BMW. Schon in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verkaufte BMW 11,2 Prozent weniger Autos in der Volksrepublik. Die deutschen Autobauer leiden in der Volksrepublik schon länger unter der anhaltenden Krise auf dem Immobilienmarkt, welche wohlhabenden Chinesen den Kauf eines Neuwagens verleidet.

Krise der Autoindustrie

Westliche Autobauer verlieren in China zunehmend Marktanteile an heimische Wettbewerber wie BYD und Xiaomi, die günstig ausgestattete Elektroautos anbieten. Der Preisdruck im größten Automarkt der Welt schmälert die Gewinnmargen – das trifft auch Audi und Porsche.

Die Probleme der Autoindustrie belasten die deutsche Wirtschaft. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sank die Industrieproduktion im August gegenüber dem Vormonat so stark wie seit Anfang 2022 nicht mehr – ein weiteres Zeichen, dass Europas größte Volkswirtschaft weiter unter einer jahrelangen Schwächephase leidet.

Die geringe Nachfrage nach Luxus-Elektroautos trifft Hersteller und ihre Zulieferer zusätzlich zu schwachem Wachstum in Europa und den US-Strafzöllen. Mehrere Konzerne reagieren mit Kostensenkungen oder einer Rückverlagerung von Investitionen in Verbrennungs- und Hybridmodelle. Zulieferer wie Bosch und ZF Friedrichshafen kündigten zuletzt den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen an.

BMW setzt darauf, dass seine neue Generation von Elektroautos den Absatz wiederbelebt. Erst kürzlich stellte der Autobauer den iX3 SUV vor. Es ist das erste Modell der „Neuen Klasse“, in die der Hersteller mehr als 10 Milliarden Euro investiert hat.

Mit gleich vier eingebauten „Superbrains“ soll der Sport-SUV in Sachen autonomes Fahren, Infotainment, Kommunikation im Fahrzeug und Interkonnektivität Konkurrenten hinter sich lassen. BMW zufolge bietet die Technologie mehr als das 20-fache der Rechenleistung aktueller Autos. Damit will sich der Konzern auch neue Einnahmequellen erschließen, wenn Besitzer Updates und andere Services online bestellen.

dpa, rtr, sge
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick