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ZuliefererContinental fährt rund 2,4 Milliarden Euro Überschuss ein

Seit dem Herbst schießt die Conti-Aktie steil nach oben. In den vergangenen drei Jahren hat der Kurs sich vervierfacht. Der Dax-Konzern ist mit Blick auf seine Geschäfte auch weiterhin zuversichtlich. 05.03.2015 - 14:12 Uhr aktualisiert

Continental will weiter wachsen

Trotz negativer Währungskurseinflüsse und weiter schwacher Konjunktur in Südeuropa hat Continental 2013 deutlich zugelegt. Die Hannoveraner erhöhten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 33,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf 3,7 Milliarden Euro - es handelt sich noch um vorläufige Eckdaten. Die vollständigen Zahlen und den Nettogewinn will Conti bei der Bilanzvorlage am 6. März nennen. Vorstandschef Elmar Degenhart sagte am Rande der Automesse in Detroit, er erwarte 2014 ein Umsatzplus von mehr als 5 Prozent auf 35 Milliarden Euro.

Die deutschen Automobilzulieferer sind im internationalen Vergleich top - doch in puncto Profitabilität läuft ihnen die Konkurrenz aus Korea bereits den Rang ab. Der Zulieferer...

Foto: dpa

... Schaeffler ist dank guter Geschäfte mit seiner Autosparte allerdings ganz ordentlich in das neue Jahr gestartet. Der Bereich sei im Vergleich zu 2012 um drei Prozent gewachsen - der Umsatz der Industriesparte sei dagegen deutlich zurückgegangen. Unter dem Strich habe das fränkische Unternehmen bis Ende März einen Gewinn von 233 Millionen Euro erzielt. Damit ist Schaeffler der profitabelste Automobilzulieferer. Das Ranking der größten Unternehmen der Branche teilen sich jedoch andere. Da noch nicht alle Unternehmen ihre Zahlen für 2013 vorgelegt haben, beziehen sich die Daten in den folgenden Texten auf 2012.

Foto: dpa

Platz 10 - Faurecia

Der französische Automobilzulieferer eröffnet die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt. Die Franzosen fertigen Abgasanlagen, Stoßfänger und Innenräume. (Vorjahr: Platz 11)

Umsatz 2012: 17,4 Milliarden Euro

Marge: 0,5 Milliarden Euro, das entspricht 3,0% vom Umsatz

Quelle: Berylls Strategy Advisors "Global Top Automotive Suppliers" Studie 2012

Beachtung finden Unternehmen, die mindestens 50 Prozent des Umsatzes im Automotive-Bereich erwirtschaften. Dieser Umsatzteil wird auch im Ranking herangezogen.

Foto: Presse

Platz 9 - Johnson Controls

Obwohl der nordamerikanische Automarkt 2012 enorm gewachsen ist, konnte der US-Hersteller seine Position vom Vorjahr nicht halten. Die Amerikaner stellen an 1300 Standorten weltweit Elektronik, Batterien, Türen, Innenräume und Sitze her. (Vorjahr: Platz 8)

Umsatz 2012: 20,6 Milliarden Euro

Marge:1,2 Milliarden Euro; das entspricht 5,6% vom Umsatz

Foto: Presse

Platz 8 - Michelin

Der französische Hersteller produziert jährlich über 180 Millionen Reifen und ist mit 69 Produktionsstandorten in 18 Ländern der Welt vertreten. Für Michelin arbeiten mehr als 113.000 Menschen. (Vorjahr: Platz 7)

Umsatz 2012: 21,5 Milliarden Euro

Marge: 2,4 Milliarden Euro; 11,3% vom Umsatz

Foto: dpa/dpaweb

Platz 7 - Hyundai Mobis

Das Wachstum des koreanischen Zulieferers ist eng mit den Zuwächsen beim Autobauer Hyundai Kia verbunden. Mobis hat aber auch durch die Übernahmen von Daewoo Motors durch GM und Samsung Motors durch Renault-Nissan Zugang zu den zwei größten OEMs der Welt erhalten. 65 Prozent des Geschäfts von Hyundai Mobis werden heute außerhalb des koreanischen Heimatmarktes getätigt. (Vorjahr: Platz 10)

Umsatz 2012: 21,8 Milliarden Euro

Marge: 2,1 Milliarden Euro; das entspricht 9,4% vom Umsatz

Foto: Presse

Platz 6 - Aisin

Pumpen, Motorteile, Federung und Sicherheitssysteme sind das Geschäft des japanischen Autozulieferers Aisin Seiki. 2011 knackte der Konzern erstmals beim Umsatz die 20-Milliarden-Euro-Marke und hält sie seither souverän. (Vorjahr: Platz 6)

Umsatz 2012: 22,5 Milliarden Euro

Marge: 1,5 Milliarden Euro; das entspricht 6,7% vom Umsatz

Foto: Presse

Platz 5 - Magna

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer, der im Übernahmekampf um Opel in Deutschland größere Bekanntheit erlangte unterhält weltweit fast 300 Produktionsstätten. Das Unternehmen fertigt Karosserieteile, Elektroantriebe und Innenräume für die Automobilindustrie und bezeichnet sich selbst als "meistdiversifizierte Automobilzulieferer der Welt". (Vorjahr: Platz 5)

Umsatz 2012: 23,3 Milliarden Euro

Marge: 1,2 Milliarden Euro, das entspricht 5,2% vom Umsatz

Foto: dpa

Platz 4 - Bridgestone/ Firestone

Bridgestone entwickelt und produziert Reifen für nahezu alles, was sich auf Rädern bewegt und ist zudem einer der größten Gummi- und Dämmungssystemfabrikanten der Welt. (Vorjahr: Platz 3)

Umsatz 2012: 26,8 Milliarden Euro

Marge: 2,5 Milliarden Euro; das entspricht 9,4% vom Umsatz

Foto: AP

Platz 3 - Denso

Der japanische Autozulieferer Denso, der zur Toyota-Gruppe gehört, fertigt Sicherheitssysteme, Klimaanlagen, Elektromotoren und Scheibenwischer. (Vorjahr: Platz 4)

Umsatz 2012: 30,9 Milliarden Euro

Marge: 2,4 Milliarden Euro; das entspricht 7,6% vom Umsatz

Foto: Presse

Platz 2 - Bosch

Der Technologiekonzern ist hierzulande auch als Hersteller von Kühlschränken und Bohrmaschinen bekannt. Kerngeschäft sind aber Komponenten für die Automobilindustrie wie Sicherheitssysteme, Elektroantriebe, Einspritzsysteme und Beleuchtung. (Vorjahr: Platz 2)

Umsatz 2012: 31,1 Milliarden Euro (laut Geschäftsbericht 2012)

Marge (Ebit Kfz-Sparte): 1,4 Milliarden Euro; das entspricht 4,5 Prozent (Vorjahr: 7,7 Prozent)

Foto: dapd

Platz 1 - Continental

Der deutsche Konzern stellen neben Reifen, Sicherheitssysteme, Bremsanlagen und Türsysteme her und belegen das zweite Jahr in Folge den ersten Platz im Ranking der größten Automobilzulieferer der Welt. Konkurrent Bosch hat das Nachsehen.

Umsatz 2012: 32,7 Milliarden Euro

Marge: 3,5 Milliarden Euro; das entspricht 10,7% vom Umsatz

Foto: dpa

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will vom Wachstum der PS-Branche profitieren und peilt für 2020 rund 50 Milliarden Euro Umsatz an. Dabei soll der Gewinnanteil ähnlich hoch liegen wie heute. „Wir setzen auf den weiter steigenden Bedarf an Mobilität und wachsender Nachfrage unserer Industriekunden“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart am Donnerstag zur Zahlenvorlage.

In den nächsten Jahren dürften aus seiner Sicht nicht nur die Menge der gefertigten Autos steigen, sondern vor allem deren Ausstattung mit Elektronik und Software. Das soll Conti doppelt Schwung geben.

Womit die Zulieferer zu kämpfen haben
Immer mehr Innovationen müssen von den Zulieferern selbst kommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen dadurch stark an. Die Zulieferer müssen stärker in Vorleistung gehen und tragen damit ein höheres unternehmerisches Risiko.
Die Autokonzerne bauen immer mehr Werke in Asien oder Mexiko. Damit steigt der Druck auf die Zulieferer, ebenfalls in neue Standorte zu investieren.
Global agierende Autokonzerne schreiben ihre Aufträge immer öfter für die weltweite Produktion aus. Viele mittelständische Zulieferer können weder die geforderten Stückzahlen herstellen noch den Konzernen einfach ins Ausland nachfolgen.
Autokonzerne wie PSA und GM bilden immer öfter Einkaufsgemeinschaften, gleichzeitig steigt die Zahl von Modulbaukästen für die identische Teile in sehr hoher Stückzahl benötigt werden. Beides führt dazu, dass der Preisdruck steigt. Die Zahl der Zulieferer, die das leisten kann, sinkt.

Verglichen mit den Plänen für 2015 wären die 50 Milliarden Euro ein Umsatzanstieg von einem Drittel - heruntergebrochen auf die einzelnen Jahre klingt das Ziel mit rund sechs Prozent Wachstum aber schon weniger gewaltig. Dieses Jahr zählt der jüngst übernommene US-Konzern Veyance erstmals zur Conti-Bilanz und soll die Erlöse auf 37,5 Milliarden Euro steigern (2014: 34,5 Milliarden Euro). Der schwache Euro könnte den Umsatz noch um eine weitere Milliarde antreiben. Vergangenes Jahr hatten die Wechselkurse Conti noch gebremst.

Unter dem Strich schoss der Überschuss um fast ein Viertel auf knapp 2,4 Milliarden Euro in die Höhe. Das dürfte die Aktionäre freuen, die für das abgelaufene Jahr 3,25 Euro Dividende je Schein bekommen sollen. Das wären 30 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ein Grund für den Gewinnsprung: 2014 war Conti beim Schuldenabbau gut vorangekommen und hatte seine Netto-Verbindlichkeiten um ein Drittel auf den tiefsten Stand seit 2006 gedrückt. Da sie zudem alte Anleihen durch günstigere neue Konditionen ersetzten, zahlten die Niedersachsen insgesamt über eine halbe Milliarde Euro weniger Zinsen als 2013.

Einziger Schönheitsfleck der Bilanz 2014 sind 97 Millionen Euro Verlust vor Zinsen und Steuern in der Antriebssparte. Sie leidet unter dem schleppenden Anlauf der Elektromobilität. Dort hatte Conti im dritten Quartal hohe Abschreibungen vorgenommen.

Bei Continental läuft es rund! Zuletzt konnte man den Gewinn um rund ein Viertel steigern. Vorstandschef Emar Degenhart hat sich nun zu Zukunftsplänen geäußert. Eine Partnerschaft mit Apple sei nicht ausgeschlossen.

Continental bringt sich als Zulieferer für Apples iCar ins Gespräch. "Wenn Apple sich entscheiden sollte, in den Bereich der Automobilindustrie zu expandieren, wären wir natürlich interessiert, als Partner zur Verfügung zu stehen", sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Bilanz-Präsentation 2014.

Der Dax-Konzern aus Hannover liefert bereits Elektronikteile und Bremsen für die Testflotte von Googles selbstfahrenden Autos und arbeitet mit den Technologiekonzernen IBM und Cisco zusammen. In den zurückliegenden Wochen hatten sich Hinweise verdichtet, dass Apple an einem Elektroauto arbeitet.

Sollte sich dies bewahrheiten, trauen Experten dem finanzstarken Hersteller von iPhone und iPad aus dem Silicon Valley zu, die Fahrzeugbranche umzukrempeln. Die herkömmlichen Autohersteller sind bereits nervös geworden. Große Konzern wie Daimler, BMW und Volkswagen suchen inzwischen nach Wegen, um ihre Branche gemeinsam mit den Technologieriesen in eine Zukunft zu führen.

BMW spricht nach eigenen Angaben regelmäßig mit IT-Firmen, darunter auch mit Apple. Die Automobilentwicklung oder der Bau von Autos seien nicht Bestandteil dieser Kontakte, betonten die Münchner am Donnerstag. Zuvor hatte das Magazin "auto motor und sport" berichtet, Apple sondiere Möglichkeiten, das Elektroauto i3 von BMW zum Apple-Car weiterzuentwickeln.

Conti-Chef Degenhart betonte, er sehe Apple, Google & Co. nicht als Bedrohung. Bei dem erwarteten Zuwachs an Mobilität sei weltweit genügend Platz für neue Wettbewerber. Continental setzt bereits seit vielen Jahren auf den Trend zu mehr Elektronik und Software im Auto. Angetrieben durch diese Entwicklung nimmt der Konzern bis zum Jahr 2020 mehr als 50 Milliarden Euro ins Visier. Dabei soll die Ertragskraft auf einem ähnlichen Niveau liegen wie heute.

dpa
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