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BMWAutobauer fährt 2015 Rekordergebnis ein

Gute Zahlen zum Geburtstag: BMW hat im 100. Jahr seines Bestehens den Gewinn kräftig gesteigert und plant eine Rekordausschüttung. 09.03.2016 - 15:43 Uhr aktualisiert

Währende der Feier zum 100-jährigen Jubiläum zeigte der Autobauer die Elektro-Studie «BMW Vision Next 100».

Foto: dpa

Zum 100. Geburtstag glänzt BMW mit einem Rekordgewinn und einer Dividende in Spitzenhöhe. 2015 fuhr der Autobauer ein Ergebnis vor Steuern von 9,2 Milliarden Euro ein, das sind fast sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Münchner Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn wuchs unterm Strich um zehn Prozent auf knapp 6,4 Milliarden Euro. Auch bei der Rendite in der zentralen Autosparte übertraf BMW die Erwartungen.

Die Nase vorn hatte hier 2015 allerdings Dauer-Rivale Daimler, der den Münchnern auch bei den Verkaufszahlen gefährlich nahe kam. Für 2016 kündigte BMW-Chef Harald Krüger "einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert" an. Politisch und wirtschaftlich bleibe das Umfeld schwankungsanfällig.

Eine Prognose zum Gewinn gab Krüger nicht ab. Details dazu werden nächste Woche bei der Bilanzpressekonferenz erwartet, wo der Vorstandsvorsitzende zudem seine neue Strategie für den Konzern erläutern will. BMW hat sich auf die Fahnen geschrieben, auch künftig der führende Oberklasse-Hersteller der Welt zu bleiben.

Analyst Frank Schwope von der NordLB rechnet damit, dass die Münchner stärker von den Stuttgartern und den Ingolstädtern unter Druck gesetzt werden. Seiner Ansicht nach wird Mercedes 2016 BMW als größten Premiumautobauer ablösen - ein Ziel, das die Schwaben sich erst bis 2020 gesetzt hatten.

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BMW will zudem in den nächsten Jahren bei Branchentrends wie Digitalisierung und Elektrifizierung den Ton angeben. Allerdings verschlingt dies immens viel Geld. Wann sich die Investitionen auszahlen, ist offen. Außerdem macht den Münchnern wie anderen Autobauer zu schaffen, dass die Gewinne im weltgrößten Pkw-Markt China längst nicht mehr so sprudeln wie früher. Krüger sagte mit Blick auf Ergebnis, Absatz und Umsatz, im 100. Jahr des Bestehens habe BMW die anspruchsvollen Ziele erfüllt und neue Bestmarken eingefahren.

Die Erlöse kletterten 2015 um 14,6 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro - außer Rekordverkaufszahlen von weltweit 2,25 Millionen Fahrzeugen halfen dabei auch Währungseffekte.

BMW R 32

Seine Anfänge nahm BMW nicht als Autobauer. 1916 wurde das Unternehmen als Bayerische Flugzeugwerke gegründet. Bis zum ersten Auto dauerte es noch eine Weile: Ein Jahr nach der Umbenennung in Bayerische Motorenwerke brachte das noch junge Unternehmen 1923 das erste Motorrad auf den Markt. Einige Merkmale der R 32 – etwa der Zweizylinder-Boxermotor und der Kardanantrieb – sind noch heute an zahlreichen BMW-Motorrädern zu finden.

Foto: BMW

BMW 328

Das erste Auto baut BMW 1928 – allerdings nur in Lizenz. Das erste eigene Modell ist der 303 aus dem Jahr 1932 – er trug bereits den charakteristischen Nieren-Kühlergrill. Einer der bekanntesten Vorkriegs-BMW ist allerdings der 328 (im Bild), der 1936 seine Klasse auf der Nordschleife gewann. Von dem heute gefragten Oldtimer baute BMW nicht einmal 500 Exemplare.

Foto: BMW

BMW 501

Nach dem Krieg stiegen die Münchner 1952 wieder in die Autoproduktion ein. Das Modell 501 samt seiner Coupé- und Cabrio-Ableger 502 wurde zwölf Jahre lang gebaut. Wegen seiner geschwungenen Linienführung bekam das Modell den Spitznamen "Barockengel", unter dem es bis heute bekannt ist. Der Wagen galt im Nachkriegsdeutschland als teuer, weshalb trotz der langen Bauzeit nur rund 23.000 Stück hergestellt wurden.

Foto: BMW

BMW Isetta

Anstelle des teuren 501 sorgte ein anderes Modell für die Motorisierung des Volks: die bis heute beliebte Isetta. Da die Entwicklung des 501 das Unternehmen an die Grenze der Belastbarkeit gebracht hatte und der Wagen die Produktionskosten nicht einspielte, hatte BMW kein Geld für weitere Entwicklungen. Die Isetta mit der typischen Fronttüre ist also kein waschechter Münchner, sondern eine Italienerin: Renzo Rivolta konstruierte das Rollermobil, BMW fertigte es nur in Lizenz. Das aber recht erfolgreich: Bis 1962 wurden 160.000 Exemplare verkauft.

Foto: BMW

BMW 507

Der BMW 507 wurde in den 1950er Jahren als Pendant zum erfolgreichen 300 SL von Mercedes entwickelt. Besonders in den USA versprach sich BMW von dem Cabrio mit 3,2-Liter-V8 große Absatzchancen. Als Neuwagen war er allerdings kein Erfolg, es wurden nur 254 Exemplare gefertigt – im Gegensatz zu den über 3000 Exemplaren des 300 SL. Als Oldtimer gehört der 507 zu den beliebtesten Sammlerstücken – gerade weil es so wenige gibt.

Foto: BMW

BMW Neue Klasse

Zwischen den Kleinwagen und den Nachfolgern des "Barockengels" klaffte in den 1960er Jahren eine Lücke – die BMW mit der Neuen Klasse schloss. Das erste Mittelklasse-Modell der Münchner nach dem Krieg (im Bild die 1500-er Variante) wurde ein großer Erfolg. Pläne für das Mittelklasse-Modell gab es bereits 1953, damals fehlte aber das Geld für die Entwicklung. Nach dem Erfolg des Kleinwagens 700 konnte sich BMW die Investition wieder leisten – und legte mit der Neuen Klasse den Grundstein für die Modelle, die bis heute als 5er BMW verkauft werden.

Foto: BMW

BMW 3er

Die Neue Klasse bildete auch die Basis für den zweiten Vorstoß auf den Massenmarkt. Aus dem 1600er-Modell wurde 1966 die sogenannte 02-Serie als Baureihe für die untere Mittelklasse abgeleitet. 1975 wurde aus dem 02 das erste Modell mit dem Namen 3er entwickelt. In der inzwischen sechsten Generation ist der 3er (im Bild ein E30 aus dem Jahr 1988) das meistverkaufte Modell von BMW.

Foto: BMW

BMW M1

Mit dem M1 baute BMW einen der Supersportwagen der Siebzigerjahre. Für die Entwicklung des M1 wurde eigens die BMW Motorsport GmbH gegründet, die bis heute die Top-Modelle der BMW-Baureihen verantwortet. Trotz des Motorsport-Ursprungs wurde der M1 kein sonderlich erfolgreicher Rennwagen: Durch Änderungen im internationalen Reglement noch vor der Präsentation des BMW M1 erwies er sich als Rennfahrzeug praktisch als überflüssig. Der Großteil der 460 gebauten Exemplare ging so an Privatleute – als ungewöhnliches Straßenfahrzeug.

Foto: BMW

BMW 750i

Nicht nur der M1 markiert das Ende der wirtschaftlich schwierigen Zeiten bei BMW, das neue Selbstbewusstsein zeigte sich auch 1987 beim 750i. Als erster Hersteller brachte BMW einen Zwölfzylinder in ein Serienauto. Bislang eher in handverlesenen Luxuslimousinen zu finden, brachten die Münchner einen 300-PS-V12 in die Siebener-Baureihe. Damit trafen sie ganz offenbar den Nerv der Zeit: Mehr als 3000 Bestellungen gingen bereits vor der Premiere des Autos ein.

Foto: BMW

BMW i3

Das Jahr 2013 markiert bislang den letzten Meilenstein der BMW-Geschichte. Doch das in zweierlei Hinsicht: Mit dem i3 kommt das erste reine Elektromodell von BMW auf den Markt. Außerdem haben die Münchner nicht nur einen Elektromotor in ein bestehendes Auto eingebaut: Um das Mehrgewicht der Batterien auszugleichen, hat der i3 eine leichte Kohlefaser-Karosserie. Das ist bislang einmalig in der Serienproduktion.

Foto: BMW

Bei der Rendite im Pkw-Geschäft landete BMW in der oberen Hälfte des in der Oberklasse üblichen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent.

Wegen hoher Ausgaben für neue Modelle oder Werke, aber auch für Preiskämpfe blieb pro verkauftem Fahrzeug weniger hängen: Vor Zinsen und Steuern sank die Rendite (Ebit-Marge) im Vergleich zum Vorjahr von 9,6 auf 9,2 Prozent. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Rivale Audi fuhr 2015 eine Rendite von 8,3 Prozent ein, Mercedes hatte mit 10,0 Prozent die Nase vorn.

Meilensteine der BMW-Geschichte
Gründung der Bayerischen Flugzeugwerke in München
Umbenennung in Bayerische Motorenwerke (BMW)
Bau des ersten Motorrads, der R32
Übernahme der Fahrzeugwerke in Eisenach und Bau des ersten BMW-Autos Dixi, mit Lizenz des englischen Autobauers Austin
BMW entwickelt den 303 – mit der seither charakteristischen Niere als Kühlergrill.
BMW baut Motoren für die Luftwaffe und beschäftigt rund 25.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Nach Kriegsende verliert das Unternehmen das Werk Eisenach.
Erstes Nachkriegsauto ist 1952 der große „Barockengel“ 501, 1955 folgt die winzige Isetta.
BMW steckt tief in den roten Zahlen, die 6500 Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze, Daimler will BMW übernehmen. Überraschend steigt der Batteriefabrikant Herbert Quandt als Sanierer ein.
Das Mittelklasse-Auto BMW 1500 bringt den Durchbruch.
Eberhard von Kuenheim wird Vorstandschef. In seiner 23-jährigen Amtszeit expandiert BMW weltweit.
Start der 3er-Reihe – bis heute das meistverkaufte BMW-Modell
Das US-Werk Spartanburg wird eröffnet, zudem wird der englische Autohersteller Rover (Land-Rover, MG, Mini) gekauft.
Nach Milliardenverlusten mit Rover zieht BMW die Reißleine, nur der Mini bleibt im Konzern. Joachim Milberg löst als Vorstandschef Bernd Pischetsrieder ab.
BMW startet das erste Joint Venture in China
BMW verkauft mehr Autos als der bisherige Marktführer Mercedes – auch dank des 2003 erstmals eingeführten Kompaktmodells der 1er Baureihe.
Im BMW-Werk Leipzig läuft das Elektroauto i3 vom Band – mit einer modernen Kohlefaser-Karosserie.

Die BMW-Aktionäre sollen für das sechste Rekordjahr in Folge einen kräftigen Aufschlag bei der Dividende bekommen: Geplant ist, je Stammaktie 3,20 (Vorjahr: 2,90) Euro auszuzahlen und je Vorzugsaktie 3,22 (2,92) Euro. Damit lag die Ausschüttungsquote bei rund 33 Prozent - ob sie erhöht wird, wie viele Analysten erwarten, blieb offen.

Bei den BMW-Mitarbeitern fiel der Aufschlag weniger üppiger aus: Ein Facharbeiter etwa bekommt dem Konzern zufolge für 2015 eine Erfolgsbeteiligung von 8.375 Euro, nach 8.365 Euro im Jahr zuvor. Allerdings ist es trotzdem mehr als bei der Konkurrenz.

dpa
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