1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Telefónica will gezielt Nutzerdaten verkaufen

Thorsten DirksTelefónica-Chef will gezielt Nutzerdaten verkaufen

Der Deutschlandchef von Telefónica startet ein gewagtes Experiment: Er will Bewegungsdaten seiner Mobilfunkkunden gezielt verkaufen, um Umsätze zu steigern.Jürgen Berke 26.09.2016 - 14:58 Uhr

Gute Smartphones müssen nicht gleich ein halbes Monatsgehalt kosten. Auch für wenige hundert Euro finden sich jede Menge hervorragende Modelle auf dem Markt. Das Fachmagazin connect hat die beliebtesten Smartphones in der Preisklasse bis 300 Euro getestet. Diese Modelle bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Quelle: connect.de

Foto: dpa

Platz 10: Sony Xperia E3

Gerade einmal 145 Euro müssen Käufer für den Zehntplatzierten im Ranking auf den Tisch legen. Das Xperia E3 überzeugte vor allem mit seiner hohen Ausdauer. Mit diesem Smartphone aus dem Hause Sony sind Gespräche von bis zu 19:35 Stunden im GSM- und 9:20 Stunden im UMTS-Einsatz möglich. Auch Vielnutzer, die sich auf dem Smartphone gerne längere Youtube-Videos anschauen, brauchen sich über die Akku-Leistung keine Gedanken zu machen: beim praxisnahen Mischbetrieb aus Surfen, Texten und Videos schauen, schaffte es das Xperia E3 locker über den Tag. Die Akustik des Smartphones ist ordentlich, gehört aber nicht zu den Höhepunkten des Smartphones. Herausragend dafür: die Sende- und Empfangseigenschaften. Quer durch alle Netze sicherte sich das Sony Xperia E3 im Test 74 von 75 möglichen Punkten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 9: Huawei Ascend G740

Weniger Ausdauer, dafür aber ein größeres Display und deutlich mehr Speicher bietet der Neuntplatzierte im Test. Das Huawei Ascend G740 ist mit seinem 4,8 Zoll etwas größer als das Xperia E3 und bringt mit 5,2 statt 1,2 GB fast das Fünffache an Speicherplatz mit. Der 1,2-GHz-Dual-Core-Prozessor und 1 GB RAM des Smartphones sorgen für eine flotte Leistung, Apps öffnen sich zügig und praktisch ohne Verzögerung. Einzig bei der Ausdauer kann das Smartphone aus dem Hause Huawei nicht ganz mit dem Zehntplatzierten mithalten. Mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von 8:19 Stunden stellt das Ascend G740 allerdings noch immer so manches High-End-Smartphone in den Schatten. Das Huawei Ascend G740 ist im Handel bereits für 245 Euro erhältlich.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 8: Sony Xperia Z1 Compact

Wer es lieber kompakt mag, aber nicht auf Qualität verzichten möchte, sollte sich das Sony Xperia Z1 Compact anschauen. Der Achtplatzierte liegt mit rund 300 Euro am oberen Ende der Preisskala, bietet dafür aber alles, was auch den großen Bruder Xperia Z1 auszeichnet: LTE-Netz, NFC, 20-Megapixel-Kamera sowie Vierkernprozessor. Vor allem der brillante 4,2-Zoll-Bildschirm des Xperia Z1 wusste im Test zu überzeugen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 7: Samsung Galaxy A3

Das Samsung Galaxy A3 ist eines der aktuellsten Modelle im Test. Im Handel ist es bereits für 240 Euro erhältlich. Der im Vergleich zum großen Bruder Galaxy A5 relativ günstige Preis spiegelt sich auch in der Ausstattung wieder: So muss sich beispielsweise die Hauptkamera des A3 mit einer Auflösung von lediglich 8 Megapixeln begnügen. Bei normalen Lichtverhältnissen gelangen im Test aber auch mit 8 Megapixeln Bilder mit guter Qualität Außerdem punktet das Galaxy A3 mit einem hervorragend verarbeiteten und sehr flachen Metallgehäuse. Im Vergleich zum achten Platz bietet das Samsung Galaxy A3 die deutlich bessere Ausdauer und ist trotz des größerem Display (4,5 Zoll) leichter und vor allem dünner.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Samsung Galaxy S5 mini

Das Galaxy S5 mini, ebenfalls aus dem Hause Samsung, ist nicht ganz so kompakt wie das Galaxy A4, bietet dafür aber den brillanteren Bildschirm. Laut Testbericht gehört das Display zu dem Besten, was derzeit auf dem Smartphone-Markt geboten wird. Samsung setzt beim S5 mini auf eine besondere AMOLED-Technologie, die für starken Farben und hohe Kontraste sorgt. Auch das Innere des Smartphones hat für seinen Preis (rund 280 Euro im Online-Handel) viel zu bieten, darunter einen Mittelklasse-Prozessor mit vier Hauptkernen, die jeweils eine Leistung von 1,4 GHz erbringen. Der Arbeitsspeicher liegt bei 1,5 Gigabyte und ist damit groß genug, um auch bei vielen parallel laufenden Apps eine hohe Geschwindigkeit aufrecht zu erhalten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 4: LG G2

Bei Display, Performance und Ausdauer setzt das G2 von LG Maßstäbe im Test. Das Smartphone, das im Laden für rund 280 Euro zu haben ist, überzeugte die Tester mit seiner besonderen Anordnung der Tasten für Lautsprecher und Display-Anzeige, die sich nicht wie üblich an den Geräteseiten, sondern mittig auf der Rückseite unterhalb der Kameralinse befinden. Anfangs noch etwas ungewohnt, bietet diese anatomische Besonderheit dem Smartphone-Nutzer viele Vorteile: Während eines Telefonats lässt sich so sehr einfach die Lautstärke regulieren, weil der Zeigefinger beim Telefonieren ohnehin im mittleren Bereich des Smartphones liegt. Durch einen langen Druck auf die Lautstärketasten lassen sich außerdem die Funktionen Quick Memo und Kamera direkt aus dem Standby-Betrieb heraus starten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 3: Nokia Lumia 830

Beim Display hat Microsoft im Vergleich zum großen Bruder gespart: Die brillante 5-Zoll-OLED Anzeige mit Full-HD-Auflösung beim Lumia 930 muss beim kleineren Lumia 830 einem IPS-LCD-Bildschirm mit lediglich 720 x 1280 Pixeln weichen. Dafür ist der Drittplatzierte im Test mit 250 Euro aber auch fast hundert Euro günstiger als das größere Modell. Die Qualität stimmt ebenfalls: Die 720p-Anzeige des Displays ist auch im Sonnenlicht problemlos ablesbar. Die bunten Farben der Windows-Kacheln werden im Test kräftig und realitätsnah abgebildet. Im Labor wusste das Lumia 830 außerdem mit einer guten Helligkeit, einer sehr guten Ausdauer und hervorragenden Sende- und Empfangsleistungen zu überzeugen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 3: Huawei Honor 6

Für knapp 300 Euro bekommt man mit dem Huawei Honor 6 echte Oberklassen-Ausstattung. Auf dem 5-Zoll-Display wird die volle HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln angezeigt. Die Bilder sind auch bei unterschiedlichen Blickwinkeln stabil und leuchtstark. In den Einstellungen lässt sich, typisch für den chinesischen Mobilfunkhersteller, die Farbtemperatur dem jeweiligen Geschmack anpassen. Auch unter dem Display strotzt das Smartphone aus dem Hause Huawei nur so vor Power: im Achtkern-Prozesser werden vier starke, mit maximal 1,8 GHz getaktete a15-Kerne mit vier sparsameren A7-Kernen kombiniert. Im Test reagierte das System stets flüssig, Apps starteten praktisch ohne Verzögerung. Zu der guten Performance trug sicherlich auch der große Arbeitsspeicher bei - mit 3GB ist er das Beste, was diese Preisklasse laut Testern zu bieten hat.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 1: Wiko Ridge 4G

Bereits haptisch ist das neueste LTE-Smartphone des französischen Herstellers LG etwas Besonderes: Das Wiko Ridge 4G besteht zwar aus Kunststoff, besitzt aber eine raue, samtige Rückseite, die einem das Smartphone bombenfest in der Hand halten lässt. Fingerabdrücke haben bei einer solchen Oberfläche keine Chance. Die Rückseite lässt sich komplett abnehmen, um Micro-SIM oder Micro-SD-Karten zu wechseln. Ein Akku-Wechsel ist allerdings nicht möglich - dieser liegt zwar frei, ist aber verklebt. Mit 8 Millimetern ist das Smartphone außerdem sehr dünn und mit 122 Gramm außergewöhnlich leicht. Im Test leistete sich das Wiko Ridge 4G keine Schwächen und ist im Handel bereits für 220 Euro erhältlich. Für diese Leistung gab es von den Testern die Goldmedaille. Das Wiko Ridge 4G teilt sich den ersten Platz mit dem Huawei Ascend P7.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 1: Huawei Ascend P7

Die zweite Gold-Medaille sicherte sich erneut ein Smartphone aus dem Hause Huawei, diesmal das Ascend P7. Das Design erinnert etwas an ein plattgewalztes iPhone, ist aber schon für deutlich weniger Geld zu haben. Im Handel muss der Käufer für das Smartphone knapp 280 Euro auf den Tisch legen - bekommt dafür aber auch die Ausstattung der High-End-Liga geboten. Mit 6,5 Millimetern ist das Ascend P7 außerdem deutlich flacher als die meisten Smartphones und mit 122 Gramm so leicht, dass man es es beim Gehen in der Hosentasche kaum spürt. Auch die Verarbeitung ist top. Das Huawei Ascend P7 offenbarte im Test keine echten Schwächen und zeigte gemeinsam mit dem Wiko Ridge 4G von allen getesteten Smartphones das beste Preis-Leistungsverhältnis.

Foto: WirtschaftsWoche

Herr Dirks, seit der Übernahme von E-Plus hat Telefónica zwar die meisten Mobilfunkkunden, beim Umsatz hinken Sie aber hinter der Deutschen Telekom und Vodafone her. Wie wollen Sie diesen Rückstand aufholen?
Thorsten Dirks: Unsere bisherige Bilanz sieht gar nicht so schlecht aus. Die meisten Unternehmen sind ein oder zwei Jahre nach so einer Fusion mit sich selbst beschäftigt. In diese Falle sind wir nicht getappt. Wir haben keine Kunden verloren und im operativen Geschäft deutlich zugelegt.

Sie haben einen bunten Strauß unterschiedlichster Produkte und Marken. Mit welchen wollen Sie denn in Zukunft Kunden und Umsätze gewinnen?
Klammern wir mal den Markt mit vorausbezahlten Prepaid-Karten aus. Dort werden wir weiter mit Partnern zusammenarbeiten, zum Beispiel Aldi und Tchibo. Der Prepaid-Markt hat ein Volumen von vier Milliarden Euro und läuft auch wirklich gut. Genauer schauen wir uns gerade den viel größeren Markt für Vertragskunden an, der ein Volumen von rund 14 Milliarden Euro hat.

Was ändern Sie bei den Vertragskunden?
Zwei Drittel der Deutschen sind Stammkunden bei einem der drei Mobilfunknetzbetreiber und haben diesen noch nie gewechselt. Diese Kunden geben 30, 40 oder 50 Euro pro Monat aus und bekommen dafür ein Datenpaket mit einer harten Volumengrenze. Mit unserem neuen Tarifmodell „O2 Free“ ändern wir das. Die letzte große Sorge der Mobilfunknutzer ist, dass ihr Datenvolumen plötzlich verbraucht ist und ihr Anbieter ihnen den Datenstrom weitgehend kappt. Bei uns kann der Kunde künftig endlos weitersurfen und Nachrichten teilen. Wir geben den Kunden endlich Sorglosigkeit in ihrem digitalen Alltag.

Die zehn umsatzstärksten Telekomkonzerne der Welt
AT&T (USA)Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. war aufgrund seiner Monopolstellung in den USA und Kanada lange Zeit die größte Telefongesellschaft und Kabelfernsehbetreiber der Welt.Umsatz: 100 Mrd. DollarUmsatz 2014, Werte gerundet; Quelle: Bloomberg
Verizon (USA)Das US-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen Verizon Communications mit Hauptsitz in New York landet mit 96 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf Platz 2.Umsatz: 96 Mrd. Dollar
NTT (Japan)Die Nippon Telegraph and Telefone Corporation (NTT) ist in Japan der Marktführer unter den Telekommunikationsunternehmen. Mit 81 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist das Unternehmen der drittumsatzstärkste Telekommunikationskonzern der Welt.Umsatz: 81 Mrd. Dollar
China Mobile (China)Nach Kundenzahl ist China Mobile Ltd. ist mit mehr als 815 Millionen Kunden (Stand: erstes Quartal 2015, eigene Angaben) der weltweit größte Mobilfunkanbieter der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das chinesische Unternehmen rund 79 Milliarden Dollar und landet damit auf Platz 4.Umsatz: 79 Mrd. Dollar
Deutsche Telekom (Deutschland)Die Deutsche Telekom AG ist eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Mit über 150,5 Millionen Kunden (Stand: 2014, eigene Angaben) ist der Mobilfunk der größte Unternehmensbereich. Außerhalb Deutschlands bietet der Konzern Mobilfunkdienste in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und Polen an.Umsatz: 63 Mrd. Dollar
Telefónica (Spanien)Das global agierende Telekommunikationsunternehmen Telefónica S.A. ist vorwiegend in Europa und Lateinamerika tätig, wo der Konzern vorwiegend unter der Marke Movistar auftritt. In Europa (außerhalb Spaniens) agiert Telefónica vor allem als O2. Auf dem spanischen Heimatmarkt und in Lateinamerika ist der Konzern Marktführer.Umsatz: 50 Mrd. Dollar
SoftbankDie Softbank K.K. ist ein führender japanischer Telekommunikations- und Medienkonzern. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Telekommunikation tätig und verkauft damit einhergehend auch Mobilfunkgeräte und –Zubehör. Zum breiten Portfolio zählen aber auch die Entwicklung und Vermarktung von Online-Spielen, verschiedenen Internetdienstleistungen sowie Breitband-Technologien oder E-Commerce.Umsatz: 50 Mrd. Euro
Vodafone (Großbritannien)Die Vodafone Group (ein Akronym aus voice, data und fone) ist ein international agierendes, britisches Mobilfunkunternehmen mit Hauptsitz in Newbury (Berkshire). Der Konzern ist auf fast allen europäischen Märkten präsent und erzielte einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014.Umsatz: 45 Mrd. Dollar
América Móvil (Mexiko)Das mexikanische Unternehmen mit Firmensitz in Mexiko-City ist mit 289 Millionen Kunden (Stand: viertes Quartal 2014, eigene Angaben) der größte Mobilfunkanbieter in Lateinamerika. Mit insgesamt 48 Milliarden Dollar Umsatz landet es weltweit auf Platz 8.Umsatz: 48 Mrd. Dollar
China TelecomChina Telecom Corp. Ltd. war einst ein staatseigener Monopolbetrieb und ist heute der größte Telekommunikationsanbieter in China. Mit 40 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014 landet die China Telecom auf Platz 10.Umsatz: 40 Mrd. Euro

Das hört sich so an, als wollten Sie sich von der Billigstrategie verabschieden und den Umsatz mit höheren Tarifen steigern?
Wir werden beide Segmente bedienen. Wir wollen den Kunden mehr geben und dafür auch mehr haben. Unser neuer Tarif zielt darauf ab, aus unserem Kundenbestand mehr Wert und damit höhere Umsätze zu generieren. Wenn ich Ihnen ein Angebot unterbreite und dafür ein paar Euro zusätzlich von Ihnen verlange, dann funktioniert das aber nur, wenn Sie das Angebot auch gebrauchen können.

Ihr neuer Konzernchef José María Álvarez-Pallete hat angekündigt, dass er künftig die Daten der Kunden vermarkten will. ist das Teil Ihrer Strategie, den Umsatz zu erhöhen?
Das ist eine Seite der Medaille. Unser Ansatz in Deutschland aktuell ist: Wir wollen den Kunden die Herrschaft über ihre Daten zurückgeben. Die Idee ist vergleichsweise simpel: Wir geben Ihnen künftig die volle Transparenz, welche Daten wir über Sie haben. Und dann können Sie die Kontrolle ausüben, indem Sie entscheiden, ob O2 die Daten verwenden kann oder nicht. Das ist unsere Differenzierung gegenüber Google und den anderen. Dort kippen Sie die Daten in ein großes schwarzes Loch und wissen nicht, was danach damit passiert. Wir wollen es bewusst anders machen.

Mobilfunk

Wie Telefónica Spusu aussperren will

von Jürgen Berke

Warum sollten Kunden Ihnen die Datennutzung erlauben? Bekommen sie einen Bonus?
Wenn wir Ihre Daten nutzen dürfen und daraus Werte entstehen, dann können Sie natürlich partizipieren.

Die Datenschützer werden laut protestieren.
Wir sind im kontinuierlichen Dialog mit der Bundesbeauftragten für Datenschutz. Sie guckt uns regelmäßig über die Schultern.

o2 Bank

Datenvolumen statt Zins

Nach heftigen Protesten von Datenschützern musste Telefónica in Deutschland vor drei Jahren solch ein Konzept verwerfen.
Wir haben unsere Lehren daraus gezogen und das Projekt neu aufgesetzt. Wir haben dafür ein einzigartiges und patentiertes Verfahren zur Anonymisierung der Kundendaten entwickelt. Es ist nicht so einfach, einen dreistufigen Algorithmus zu entwickeln und mit den Behörden abzustimmen. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, dass wir starten können. Eines habe ich gelernt: Datenschutz ist ein ganz kritischer Punkt. Da werden wir uns nicht noch mal die Finger verbrennen.

An wen möchten Sie die Daten verkaufen?
Wir testen in Nürnberg und Stuttgart die Nutzung solcher Daten für Verkehrsströme und Abgasemissionen. Betreiber von Shoppingcentern sind auf uns zugekommen, weil sie wissen wollen, wie Kundenströme durch das Einkaufszentrum laufen. Unsere spanischen Kollegen arbeiten bereits eng mit Einzelhändlern zusammen. Da geht es unter anderem um zielgerichtete Werbung im Schaufenster. Wir testen das gerade auch mit einer Handelskette in Deutschland.

Zur Person
Der 53-Jährige ist seit Oktober 2014 Vorstandschef von Telefónica Deutschland. Zuvor war der Elektrotechnik-Ingenieur bei E-Plus.

Ist Telefónica denn schon auf solch eine umfassende Digitalisierung vorbereitet?
Das ist kein einfacher Prozess. Im Zuge unserer Fusion stellen wir das Unternehmen komplett digital auf. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Seit einigen Wochen können alle Mitarbeiter über eine Anwendung in Echtzeit auf alle Unternehmensdaten zugreifen.

Wirklich? Es gibt kein Herrschaftswissen?
So ist es. Jeder Mitarbeiter hat einen webbasierten Zugriff auf alle Unternehmensdaten. Früher habe ich als Chef eine Anfrage an Mitarbeiter geschickt: Ich wüsste gerne, ob sich unsere Tarife in Gebieten mit guter Netzabdeckung besser verkaufen. Bitte auf Postleitzahlen herunterbrechen. Alle sind losgelaufen, haben einen Report geschrieben, der dann nach drei Monaten auf meinem Schreibtisch lag. Ich habe mir das angeguckt und Schlussfolgerungen gezogen. Heute kann jeder Mitarbeiter, auch die in unseren Shops, solche Abfragen auf seinem Bildschirm starten und bekommt unmittelbar das Ergebnis.

Kann der Shop-Mitarbeiter auch sehen, ob der O2-Laden ein paar Straßen weiter mehr Kunden anlockt? 
Es gibt natürlich einen datenschutzrechtlichen Rahmen. Aber der Mitarbeiter kann alles Wesentliche sehen. Genau über diese Punkte hat es intern heftige Diskussionen gegeben. Darf der überhaupt an solche Daten? Wir haben uns für eine vollständige Demokratisierung aller Daten entschieden.

Aber warum gehen Sie so ein Risiko ein? Die Daten könnten auch in fremde Hände fallen.
Weil ich dadurch etwas fördere, was ich im Unternehmen immer haben wollte. Die Entscheidungen sollen an den Stellen fallen, wo es am effektivsten ist. Und das ist beim Mitarbeiter. Das schafft Herrschaftswissen ab. Das verwirrt Führungskräfte. Die Herausforderung ist mir bewusst. Der Mitarbeiter kann jetzt besser informiert sein. Denn er hat Zugriff auf die gleichen Daten. Und dann zieht er daraus Schlussfolgerungen, an die sein Chef noch gar nicht gedacht hat. Das macht letztlich alle stärker.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick