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Zschabers BörsenblickKaufen, wenn Facebook und Amazon donnern?

Technologie-Aktien stehen zurzeit arg unter Druck. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein – aber auch nicht die Chancen verkennen. Denn davon gibt es einige.Markus Zschaber 09.04.2018 - 06:00 Uhr

Technologieaktien – wie die von Facebook – stehen derzeit unter Druck.

Foto: imago images

Bis Mitte März war die Welt der Technologie-affinen Investoren noch völlig in Ordnung, nichts hatte ihren Aktien in den ersten Monaten des Jahres etwas anhaben können. Das Thema Brexit war ebenso spurlos an den Papieren vorübergegangen wie die Furcht vor steigenden Zinsen oder der turbulente Ausgang der Wahlen in Italien. Die Ankündigung von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl durch US-Präsident Donald Trump versetzte zwar den Rest der Märkte in Nervosität, nicht aber die Tech-Indizes: Der deutsche TecDAX notierte bis noch vor drei Wochen in der Nähe seines bisherigen Hochs, und sein US-Pendant Nasdaq hatte kurz zuvor sogar einen neuen absoluten Rekordstand erreicht – fast hätte man meinen können, Tech-Aktien wären unbesiegbar.

Giftpfeile gegen Amazon

Ein falscher Eindruck, wie man jetzt weiß. Mittlerweile ist aus der Insel der Glückseligkeit ein Flächenbrand geworden. Ein Brand, den aber nicht wirtschaftliche Daten oder politischen Rahmenbedingungen gelegt haben, sondern der quasi hausgemacht ist und ausgerechnet durch den Mega-Konzern Facebook beziehungsweise den bekannt gewordenen Missbrauch der Daten von Facebook-Nutzern entfacht wurde. Und es sieht nicht nach einem Strohfeuer aus, das da lodert: Facebook-Chef Mark Zuckerberg räumte jüngst ein, es werde noch Jahre dauern, bis das Problem behoben sei. Spätestens seit diesem Bekenntnis wird die Diskussion um die negativen Aspekte der Digitalisierung nicht nur von Datenschützern geführt, die Facebook-Aktie hat seit den ersten Meldungen zum Datenskandal bereits knapp 20 Prozent an Wert verloren.

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Neben Facebook steht ein weiteres Tech-Vorzeigeunternehmen im Feuer: Dass Donald Trump verbal nicht nur gegen europäische Autobauer und chinesische Konzerne, sondern in letzter Zeit via Twitter auch vermehrt gegen Amazon geschossen hat, hat das Umfeld für Tech-Aktien zusätzlich beunruhigt. Dass der erste Mann im Staat zwitscherte, der Online-Gigant mache die Post zu seinem Boten, hat auch der Amazon-Aktie in den vergangenen Wochen zu schaffen gemacht. Den TecDAX hat es entsprechend mit nach unten gezogen – Sippenhaft sagt man in so einem Fall am Aktienmarkt gerne.

Die Digitalisierung macht’s

Anleger sollten in dieser hitzigen Atmosphäre dennoch kühlen Kopf bewahren und sich eines vor Augen führen: Die Digitalisierung wird nicht aufzuhalten sein. Bei aller Skepsis werden Menschen die Vorzüge der technischen Evolution bald schon wieder auf breiter Front zu schätzen wissen. Vernetztes Wohnen, autonomes Fahren oder Elektromobilität sind schließlich keine Erfindungen, die die Tech-Branche zum Selbstzweck vorantreibt, sondern weil die Nachfrage danach von Seiten der Menschen einfach groß ist.

Die Digitalisierung wird sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene einer der Trends der näheren Zukunft sein – und Trends sind bekanntlich genau das, woran Anleger möglichst früh beteiligt sein wollen. Warum also ausgerechnet jetzt die Nerven verlieren und der Branche den Rücken kehren? Jetzt, da die bei vielen Unternehmen angezogenen Investitionen in Forschung und Entwicklung Mut machen. Investitionen, die künftig das Gewinnwachstum der Unternehmen ankurbeln, die in diesem Bereich tätig sind – und gleichermaßen deren Aktiennotierungen beflügeln.

Volatil, aber attraktiv

Keine Frage, die vergangenen Wochen haben gelehrt, welche Risiken der Aktienmarkt im Allgemeinen und speziell das traditionell volatile Tech-Segment bergen. Man muss auch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Schwankungen in diesem Bereich auch in Zukunft immer deutlicher ausfallen werden als die Bewegungen der Indizes, in denen die Schwergewichte der Old Economy gelistet sind.

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Trotzdem wäre es fahrlässig, wenn Anleger die Tech-Karte nicht spielen und nicht einen Teil ihres Portfolios mit Aktien aus der Technologie-Branche bestücken würden. Zumal es nicht nur Branchengiganten aus den USA gibt, sondern auch Mittelständler aus dem TecDAX wie den IT-Dienstleister Bechtle oder den Bausoftware-Hersteller Nemetschek, die mit ihren Geschäftsmodellen die Schnittstellen mehrerer Industrien darstellen – und damit nicht nur etwas für ausgesprochene Technik-Fans sind.

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