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Trotz sinkender TicketpreiseRyanair macht mehr Gewinn

Die irische Fluggesellschaft bleibt Europas Billigflieger Nummer eins - obwohl es im letzten Jahr teils turbulent zuging. Für das kommende Geschäftsjahr schlägt Chef O'Leary vorsichtigere Töne an. 21.05.2018 - 12:37 Uhr aktualisiert

Ryanair steigert seine Gewinne.

Foto: dpa

Trotz steigender Ölpreise werden Urlaubsflüge in diesem Sommer und Herbst nach Erwartungen von Ryanair nicht teurer. Noch sei es für Vorhersagen zwar sehr früh, er rechne aber mit stabilen Ticketpreisen, erklärte Unternehmenschef Michael O'Leary am Montag. Zugleich warnte er, höhere Kosten für Piloten, Crew und Treibstoff könnten den Gewinn des irischen Billigfliegers drücken.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hatten sinkende Ticketpreise und 20 000 gestrichene Flüge Europas größten Billigflieger nicht vom Wachstumskurs abgebracht. Der Gewinn kletterte um 10 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Vor allem in Deutschland, Italien und Spanien stiegen mehr Passagiere in die blau-weißen Flieger.

O'Leary erwartet, dass das auch in diesem Jahr weitergeht. Trotzdem peilt er für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an - der erste Rückgang seit fünf Jahren. Zwar werde der Umsatz steigen, aber im Ergebnis würden sich höhere Kosten negativ bemerkbar machen. Allein die Treibstoffrechnung werde in diesem Jahr um rund 400 Millionen Euro wachsen. "Der Ausblick für 2018/19 ist auf der pessimistischen Seite von vorsichtig", sagte Konzernchef Michael O'Leary am Montag bei der Veröffentlichung der Bilanz für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr.

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Der Wettbewerb um günstige Preise geht auch an den Iren nicht spurlos vorbei. Der durchschnittliche Ticketpreis fiel zuletzt allerdings nur noch um drei Prozent auf 39,40 Euro. „Gute Nachrichten für unsere Gäste, schlechte für die Wettbewerber“, kommentierte Ryanair.

Die Zahl der Fluggäste legte um neun Prozent auf rund 130 Millionen zu - und das obwohl die Iren im Herbst 20 000 Flüge strichen, nachdem sie Urlaubszeiten der Piloten im Dienstplan nicht ausreichend berücksichtigt hatten. Ryanair konnte seine Flieger zu 95 Prozent füllen - deutlich besser als jede andere Airline.

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Pilotenstreiks muss Ryanair vorerst wohl nicht fürchten - kurz vor Weihnachten waren sie nur knapp abgewendet worden. Man müsse nun sehen, wie man in den bislang kleinteiligen Verhandlungen vorankomme, sagte der Vorsitzende der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Ilja Schulz. Er habe allerdings große Zweifel, dass Ryanair in diesem Sommer sämtliche geplanten Flüge auch tatsächlich mit Personal besetzen könne.

O'Leary kündigte an, mehrere Hundert neue Piloten und Crewmitglieder einzustellen - unter anderem ehemalige Mitarbeiter von Air Berlin. So schnell wie möglich will er zudem die Mehrheit an Niki Laudas neuer Fluglinie Laudamotion übernehmen. Im April hatte Ryanair zunächst knapp ein Viertel der Anteile gekauft. Wegen teurer Leasingverträge mit der Lufthansa werde Laudamotion zwar zwei Jahre lang große Verluste einfliegen, danach aber profitabel sein, erklärte O'Leary.

Der maue Ausblick für das laufende Geschäftsjahr schreckte die Anleger nur kurz: Die Ryanair-Aktien starteten zwar im Minus, notierten dann aber knapp drei Prozent im Plus. "Wir glauben, dass Ryanairs Wettbewerbsvorsprung in der Branche bleibt", konstatierten die Analysten von Davy Research.

dpa, rtr
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