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HotellerieIn Dubai und über den Wolken: 25hours geht neue Wege

Auf der Expo Real suchen Immobilienentwickler Konzepte für ihre Gebäude. Deutsche Hotelgruppen sind bei Investoren sehr beliebt. Die Marke 25hours scheut sich nicht, auch schwierige Immobilien mit Leben zu erfüllen.Thorsten Firlus 09.10.2018 - 16:24 Uhr

Einst das zentrale Gebäude des Gerling-Quartiers in Köln, soll sich hinter der leicht unheimlich wirkenden Fassade Hotelleben entfalten. (Copyright: Steve Herud)

Foto: PR

Die Fassade in ihrer Schlichtheit aus hellbraunem Klinker könnte auch eine Krankenkasse zieren. Direkt an einer vierspurigen Straße gelegen, fiel zur Eröffnung 2011 aus den Fenstern der Blick auf eine große Baustelle. Zum damaligen Zeitpunkt war die Lage in der Hamburger Hafencity mehr eine Hoffnung und ein Versprechen als ein Fakt. Charme ging anders. Dennoch verbirgt sich hinter den Mauern des Eckgebäudes eines der buntesten und lebendigsten Hotels Deutschlands, das 25hours in der inzwischen gut erschlossenen Hafencity, die zahlreiche Touristen anlockt.

Wenn sich auf der Expo Real Investoren und Gebäudeentwickler für eine Nutzung interessieren, dann schauen sie gerne auf Hotels statt nur auf Büro- oder gar Wohnnutzung. Die Unternehmensberatung Treugast Solutions hat nun erneut ihr „Investment Ranking“ erstellt und dabei die Hotelgruppen Motel One als „Most Wanted Investment Partner“ gekürt. Hotelbauten boomen - allein in Südtirol wurden im vergangenen Jahr mehr als 350 Baukonzessionen beantragt, das Wort des Overtourism macht die Runde. Noch ist vor allem in den Städten aber Platz für eine zunehmend reiselustige Klientel.

Mit in der Spitzengruppe befinden sich auch die H-Hotels aus dem hessischen Bad Arolsen mit den Marken Hyperion oder Treff Hotels und die börsennotierte Gruppe Accor-Hotels. Neben Budget-Gruppen wie Formule 1 oder Ibis über Mittelklassehotels wie Novotel oder Mercure bis zur Luxusgruppe Sofitel ist Accor mit rund 4000 Hotels vertreten. Zum Portfolio gehört seit einigen Jahren auch eine Beteiligung an den 25hours-Hotels, gegründet von vier Gesellschaftern.

Bloß nicht zu viel machen - weder beim Ausbau der Immobilie, wie die offenen Decken im Bikini Berlin belegen, noch als Gast - dazu sollen die Hängematten einladen. (Copyright: Stephan Lemke)

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Das Beste für alle Gäste - Aussicht aus den öffentlichen Bereichen des ehemaligen Gerling-Sitzes in Köln, das nun als The Circle firmiert. (Copyright: Patricia Parinejad)

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Einst saß hier der Versicherer Gerling, heute das 25hours-Hotel "The Circle". (Bild: Steve Herud)

Foto: WirtschaftsWoche

Das Designstudio von Werner Aisslinger, das die Innengestaltung verantwortet, arbeitete sich im The Circle um einige historische Gegebenheiten herum, wie zum Beispiel die ehemaligen Gerling-Kassen und den Empfangstresen in der Mitte.

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Im Goldman in Frankfurt erwartet männliche Gäste ein eher derber Humor - der vielen gefällt. (Copyright: Stephan Lemke)

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Ankerketten zu Hotelmöbeln! Im Hafenamt wurden zudem die alten Behörden-Türen als Wandschmuck hinter den Betten wiederverwendet. (Copyright: Stephan Lemke)

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Zentral gelegen. Oder auch: Nah an den Bahngleisen Zürichs. Die Fenster bieten Aussicht und etwas Schallschutz auf dem Dach des Hotels Langstraße.

Foto: WirtschaftsWoche, PR

Im Wiener Museumsquartier verschwimmen in den öffentlichen Bereichen die Grenzen zwischen Museum und Hotel.

Foto: PR

Verspielt, verspielter, 25hours - die Wanddeko und das Fernsehmöbel im Wiener Hotel Museumsquartier und die Badewanne auf dem Balkon sind etwas abseits der Standards für Geschäftsreisehotels.

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Aufgestockt: Das Hauptgebäude des Wiener Hotels Museumsquartierst gibt optisch nicht viel her - es ist ein ehemaliges Studentenwohnheim. Der Aufbau des Hotels dafür umso mehr.

Foto: PR

Die Themen aller Hotels orientieren sich an ihrer Umgebung. Hier unschwer zu erkennen. Bayerisch. Das Münchener Hotel.

Foto: PR

Die Bar Broilerman im Royal Bavarian.

Foto: PR

Gäste, die sich nicht schämen oder gar exhibitionistisch veranlagt sind, können sich im Düsseldorf La Tour in dem Gebäude mit der eher schmucklosen Fassade auf einigen Balkonen in die Wanne legen.

Foto: PR

Es kommt drauf, was man draus macht - die Immobilie des 25hours Zürich West.

Foto: PR

Arbeiten wie im Hotel? Die Co-Working-Spaces des Hotels Bahnhofsviertel. (Copyright: Stephan Lemke.)

Foto: PR

Christoph Hoffmann ist einer von ihnen und bleibt selbst kurz vor der Eröffnungsparty eines neuen Gebäudes locker und fröhlich. „Als die Anfrage kam, haben wir erst gedacht: Accor? Die passen doch mit ihren Marken gar nicht zu uns“, sagt Hoffmann, operativer Gesellschafter und CEO von 25hours-Hotels. Man habe selber eher Allianzen mit Ketten wie Peninsula, Mandarin Oriental oder Four Seasons gedacht, die aber alle an ihrer Mono-Brand-Strategie festhalten wollten.

Nach einem Besuch in Paris bei Accor-CEO Sébastien Bazin aber sah Hoffmann mehr die Chancen als die Risiken. „Ich war immer optimistisch und hatte nie Angst, Bankbürgschaften oder Haus und Hof für Kredite zu geben", erinnert sich Hoffmann. „Aber ich habe Respekt vor der eigenen Courage bekommen, als ich merkte: Der Laden wird echt groß. Und ich habe auch gemerkt, dass wenn es weitergeht und unser Wachstum sich fortsetzt, unsere Struktur dafür nicht mehr ausreichte."

Die Hotelgruppe war 2005 als Idee gestartet, nicht eine Hotelgruppe, sondern eine Marke zu gestalten. Und die braucht erstmal wenig an baulichen Gegebenheiten. „Lichte Deckenhöhe von mindestens 2,5m für Hotelzimmer und 3,4m für öffentliche Bereiche. Keine strengen Anforderungen an Parkplätze, aber ein Platz pro fünf Gästezimmer wünschenswert“ heißt es auf der Company-Webseite als Anforderung für Hotels mit 100 bis 250 Zimmern und einer Grundfläche von mindestens 500 Quadratmetern. In Frage kommen neben Neubauten auch Umnutzungen oder Sanierungen oder Neugestaltungen von Industrieobjekten.

„Die Kooperation mit Accor hat uns viele Anfragen gebracht“, sagt Hoffmann. So sei auch das derzeit größte Projekt zustande gekommen: Ein Hotel mit 435 Zimmern und fünf gastronomischen Outlets in Dubai. „Manchise-Vertrag“ nennt Hoffmann das, was die Beteiligten aus Immobilieneigner, Accor und 25hours entwickelt wurde: 25hours liefert Idee, Kreativleistung und sucht die Mitarbeiter für Schlüsselpositionen wie General Manager oder Food & Beverage Manager aus. „Und - was wir bei allen unseren Projekten in Übersee planen: einen Soul-Manager“, sagt Hoffmann. Ob es gelinge, Haltung und Kultur in die Ferne zu transportieren, sei durchaus offen.

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Der Soul-Manager ist von Beginn an dabei, um vor Ort die Idee und das Lebensgefühl von 25hours in allen Entscheidungen zu bewahren. Als Marke selber sei man offen für jeden Gast, eine frühere Orientierung auf ein jugendliches Publikum habe man wieder fallengelassen: „Wir sind selber nicht mehr jung und möchten uns nicht außerhalb unserer Zielgruppe fühlen.“ Zudem sei die Welt eine andere als vor 20 Jahren, sagt Hoffmann, und die heutigen 40 bis 50-Jährigen dürften auch mit über 60 noch den gleichen Lebensstil pflegen.

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Das bedeutet für den Gast der 25hours immer auch ein wenig Umgewöhnen. Geschäftsreisehotel-Gruppen pflegen eine Standardisierung der Zimmer, in denen sich der Gast zurecht findet, selbst wenn das Licht im ganzen Haus ausfallen würde. In 25hours-Hotels gibt es stattdessen Hängematten vor bodentiefen Fenstern, unterschiedliche Themen wie Zoo im Bikini Berlin oder Schifffahrt im Hafenamt direkt neben dem Hafencity-Betrieb. Die Konzepte sind so unterschiedlich, dass die Häuser sich nicht kannibalisieren.

„Und wir legen Wert auf eine eigenständige Gastronomie. Wir mögen keine Hotelfrühstückrestaurants. Wir mögen keine Hotelbars. Wir möchten eine Bar in einem Hotel. Und ein Restaurant mit eigener Identität im Hotel“, sagt Hoffmann, der so auch das lokale Publikum ansprechen will. Die traditionelle Hemmschwelle für Ortsansässige, ein Hotel zu betreten, soll bei null liegen.

Es ist also nur konsequent, dass der nimmerruhende Hoffmann im „Extra Hour Lab“ mit vier Mitarbeiterinnen Design, Psychologie, Anthropologie, Storytelling, Kulturforschung und Hospitality so zusammenführen lässt, das neue Hotelprojekte davon profitieren. Der neue Partner Accor helfe dabei, die autarke Welt und Kultur in die Welt zu tragen. Der deutsche Markt sei für 25hours bereits gut bestellt, die Weltkarte zeigt nun Projekte von Sydney bis San Francisco. „Wir haben mit Accor eine Liste von 50 bis 60 Standorten ermittelt, die wir uns vorstellen können“, sagt Hoffmann. Mehr als drei bis fünf Projekte pro Jahr sollen aber nicht unterschrieben werden.

Doch aus 25hours würde keine Marke, wenn sie stets das bliebe, womit sie anfing: Hotels. Warum nicht in die Luft gehen? Ein Flugzeug? „Ja, das wäre schön“, sagt Hoffmann. Zur Zeit arbeite man in Workshops mit Eurowings daran, die Business Class zu bespielen. Kein ganz so leichter Akt, wie ein leeres Gebäude mit Leben zu füllen. Schneller werden wohl die Pläne Wirklichkeit, eine Reihe von Bars zu eröffnen - außerhalb Hotels. Oder Concept Stores, die dann unter "25things" als eigenständige Boutiquen firmieren. Die sollen wie die Shops in den Hotels funktionieren, die stets dem Motto des Hauses angepasste Produkte anbieten - und immer das jeweilige Schlaftier, von Schaf in Hamburg, über Affen im Bikini Berlin, dem Roboter im The Circle in Köln oder der gehäkelten Meise mit Baskenmütze in Düsseldorf.

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