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  4. Tegel und Schönefeld: Streik des Sicherheitspersonals an Berliner Flughäfen

Sicherheitspersonal streikteWarnstreik legt Berliner Flughäfen lahm

Reisende an den Berliner Flughäfen brauchten am Montag starke Nerven. Verdi hatte die Sicherheitsleute zum Warnstreik aufgerufen, viele Flüge fielen aus. Es könnte nicht der letzte Ausstand gewesen sein. 07.01.2019 - 10:47 Uhr aktualisiert

Die Lufthansa hatte bereits am Sonntag nach der Streikankündigung die Streichung von acht Flügen in Tegel bekannt gegeben.

Foto: dpa

Ein Warnstreik des Sicherheitspersonals hat den Flugverkehr an den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld am Montagmorgen weitgehend zum Erliegen gebracht. In Tegel hätten die Fluggesellschaften wie schon angekündigt 42 Verbindungen gestrichen, erklärte ein Flughafen-Sprecher am Montag. Nur einige Langstreckenflüge seien abgewickelt worden. In Schönefeld seien fünf Flüge abgesagt und 25 verschoben worden. Tausende Passagiere von Flügen der britischen Easyjet, der Lufthansa-Tochter Eurowings oder Ryanair waren betroffen. Doch die Fluggäste hätten sich auf die Störung im Vorhinein einstellen können, erklärte der Sprecher. Im Laufe des Tages werde sich der Betrieb normalisieren.

Der Warnstreik war schon im Dezember angekündigt worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte das Sicherheitspersonal an den beiden Berliner Flughäfen zu einem Warnstreik von 5 bis 9 Uhr aufgerufen. Nach Angaben von Verdi beteiligten sich in Tegel rund 250 Beschäftigte und in Schönefeld 150 Mitarbeiter am Streik. Die Gewerkschaft will den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) zu einem verbesserten Tarifangebot für die bundesweit rund 23.000 Beschäftigten bringen.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern eine Erhöhung des Stundenlohns in der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf rund 20 Euro. Ein Passagier-Abfertiger in Berlin verdient Verdi zufolge derzeit gut 17 Euro brutto. Der BDLS hatte die Forderung als utopisch bezeichnet. In der niedrigsten Entgeltgruppe mit rund 13 Euro Stundenlohn entspreche dies einer Lohnerhöhung um 44 Prozent. Die Arbeitgeber hatten zuletzt zwei bis 6,4 Prozent Erhöhung angeboten. Die Sicherheitsunternehmen lehnen auch die Forderung der Gewerkschaft ab, einen einheitlichen Lohn für die verschiedenen Sicherheitsjobs zu zahlen.

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Die Tarif-Verhandlungen sollen am 23. Januar in Berlin fortgesetzt werden. „Wir warten jetzt auf Signale der Arbeitgeber“, sagte eine Verdi-Sprecherin. Weitere Aktionen an anderen Flughäfen seien vor dem nächsten Verhandlungstermin nicht ausgeschlossen. Der BDLS erklärte, es bestehe die Gefahr weiterer Streiks. Die Arbeitgeber seien zu einem neuen Angebot bereit, wenn auch die Gewerkschaften etwas von ihrer Forderung abrückten, erklärte eine Sprecherin.

Die Lufthansa äußerte am Sonntag Unverständnis für den Streikaufruf. „Die Eskalation dieses Tarifkonflikts zwischen Sicherheitsdienstleistern und der Gewerkschaft Verdi mit Auswirkungen für viele Hundert Fluggäste in Berlin ist unnötig und ärgerlich“, erklärte Vorstand Detlef Kayser. Erst zu Jahresbeginn war der Manager in das Führungsgremium von Europas größter Fluggesellschaft eingezogen – als Konsequenz der massiven Störungen im Flugbetrieb 2018. Kayser soll etwa Standards zum Betriebsablauf in allen Fluglinien der Gruppe – also Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Eurowings – koordinieren.

Auch wenn die Lufthansa dieses Mal nicht mit hausgemachten Problemen zu kämpfen hat – der Betrieb gerät wieder aus dem Tritt. Denn der Konzern geht davon aus, dass die Reisenden am Montagmorgen ihre gebuchten Flüge nicht erreichen können und hat deshalb nach eigenen Angaben bereits vier Verbindungen zwischen Berlin-Tegel und Frankfurt sowie vier Verbindungen zwischen Berlin-Tegel und München gestrichen. Betroffene können auf spätere Flüge umgebucht werden oder ihre Tickets als Bahnfahrkarten nutzen.

dpa, rtr
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