1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Werner Baumann: Bayer-Chef sieht Imageschaden durch Glyphosat-Prozesse

Werner BaumannBayer-Chef sieht Imageschaden durch Glyphosat-Prozesse

Die erstinstanzlichen Niederlagen vor Gericht wirken sich nicht nur auf den Aktienkurs aus. Werner Baumann warnt vor neuen Herausforderungen.Reuters 11.04.2019 - 17:23 Uhr aktualisiert Quelle: Handelsblatt

„Es wird viel Politik, viel Stimmung und Meinung gemacht, die vollkommen dem derzeitigen Regulierungsstatus unserer Produkte entgegensteht.“

Foto: dpa

Die Prozesse um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat kratzen nach den Worten von Konzernchef Werner Baumann am Image von Bayer. „Wir haben zwei Fälle erstinstanzlich verloren. Aufgrund dieser Tatsache ist das Unternehmen ziemlich massiv betroffen, Sie sehen es an unserem Aktienkurs“, sagte Baumann am Donnerstag auf einer Tagung in Köln. „Wir sehen es selektiv, vor allem hier in Deutschland und in Frankreich, weniger in den USA, an den Reputationswerten.“ Es werde viel Politik und Stimmung gegen die Produkte des Unternehmens gemacht, monierte der Bayer-Chef, der die milliardenschwere Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto trotz der Rechtstreitigkeiten weiter für die richtige Entscheidung hält.

In den USA sieht sich der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern mit mehr als 11.200 Klägern wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup von Monsanto konfrontiert. In zwei Fällen wurde das Unternehmen bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Bayer hat zwar Berufung eingelegt, viele Experten gehen aber bereits von einem teuren Vergleich aus.

Am Donnerstag entschied ein Berufungsgericht in Frankreich, dass ein anderes Monsanto-Produkt, der Unkrautvernichter Lasso, die Ursache von gesundheitlichen Problemen eines Landwirts ist, der das Produkt versehentlich eingeatmet hat. Der Fall stammt aus dem Jahr 2004. Der Kläger, der an Problemen mit dem Nervensystem leidet, beschuldigt Bayer, nicht adäquat vor den Gefahren gewarnt zu haben. Eine Entschädigung wurde nicht festgelegt, das Berufungsgericht verwies an ein anderes Gericht in Lyon. Eine Sprecherin von Bayer in Frankreich sagte, der Konzern nehme das Urteil zur Kenntnis und werde die Entscheidung prüfen.

Nach der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Monsanto im vergangenen Sommer hat Bayer gut 37 Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Dennoch hat Baumann die Übernahme wiederholt verteidigt und erst kürzlich bekräftigt: „Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee.“ Bayer habe die Übernahme mit „größter Sorgfalt“ geprüft.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick