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Steigende ImmobilienpreiseDer Immobilien-Boom und die Lehman-Parallele

Steigende Immobilienpreise nähren in Deutschland die Angst vor einer Blase. Im europäischen Vergleich sind die deutschen Preise dennoch moderat. Das ist jedoch keine gute Nachricht, sondern weckt böse Erinnerungen.Kristina Antonia Schäfer 15.01.2020 - 10:24 Uhr

Der aktuelle Immobilienboom erinnert an die zeit vor Lehman. Damals ging es für viele Hauskäufer nicht gut aus

Foto: WirtschaftsWoche

Wenn es ein Wort gibt, das in Wirtschaftskreisen verlässlich für Angst sorgt, dann ist es wohl das Wort Lehman. Wer zeigen will, dass er eine wirklich besorgniserregende Entwicklung aufgedeckt hat und sichergehen will, dass alle anderen das auch sofort verstehen, der zieht die große Lehman-Parallele.

Nun beruft sich auch die Commerzbank in einer neuen Analyse auf den Beginn der vorerst letzten großen Wirtschaftskrise und titelt: „Immobilienboom wie vor Lehman“.

Und tatsächlich sind die Zahlen, die Analyst Marco Wagner zusammengetragen hat, besorgniserregend. Die Immobilienpreise in Deutschland mögen noch so stark gestiegen sein, argumentiert Wagner, dennoch ist der Anstieg nichts im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

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In zwei Drittel der europäischen Länder stiegen die Preise für Wohnraum demnach noch stärker als in Deutschland. Dabei hält der Analyst schon die Preise hierzulande für überzogen, genauer: für 15 Prozent über dem tatsächlich gerechtfertigten Wert.

Am drastischsten gestiegen sind die Preise in Ungarn, wie Daten von Eurostat belegen. Die Preissteigerungen dort sind zweistellig – und das seit Jahren. Auch in Portugal, Luxemburg, Tschechien und Kroatien war die Teuerungsrate mit neun Prozent vergleichsweise hoch. In Deutschland hingegen stiegen die Immobilienpreise vergangenes Jahr „nur“ noch um fünf Prozent.

Die Parallele zu Lehman zieht die Commerzbank nun anhand einer einfachen Dreiteilung: Preissteigerungen von über fünf Prozent, von bis zu fünf Prozent sowie sinkende Preise. Kurz vor der Lehman-Pleite gab es streckenweise in allen europäischen Ländern deutliche Preissteigerungen, danach fielen die Preise fast überall scharf.

Und auch heute dominieren Preissteigerungen das Bild. Nur in Italien sind Immobilien zuletzt günstiger geworden.

Und der Boom wird wohl noch weitergehen. Verantwortlich ist schließlich vor allem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank – und die soll auch unter der neuen Chefin Christine Lagarde bis auf weiteres fortgeführt werden, aller Risiken zum Trotz.

Denn dass es Risiken gibt, dürfte auch Lagarde kaum bestreiten: Erst kürzlich warnte der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) vor steigenden Immobilienrisiken. Den Vorsitz des ESRB wiederum hat der amtierende EZB-Präsident inne – beziehungsweise derzeit: die Präsidentin.

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