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ImpfstoffkandidatCurevac startet klinische Corona-Impfstoffstudie in Deutschland

In Deutschland beginnt eine weitere klinische Studie für einen Corona-Impfstoff. Die Tübinger Biotechfirma Curevac startet als zweite Firma hierzulande nach Konkurrent Biontech mit einem potenziellen Impfstoff-Test. 17.06.2020 - 11:58 Uhr aktualisiert

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac startet die zweite klinische Studie mit einem Corona-Impfstoff in Deutschland.

Foto: dpa

Das Tübinger Unternehmen CureVac darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona beginnen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen erteilte dem Unternehmen die Zulassung, den Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen, wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel am Mittwoch mitteilte. Bei der klinischen Prüfung handelt es sich um eine Phase-1-Studie mit insgesamt 168 gesunden erwachsenen Teilnehmern, von denen 144 geimpft werden sollen. In dieser Phase wird vor allem die Sicherheit des Wirkstoffs geprüft und ob er tatsächlich eine Abwehrreaktion im Körper auslöst. Im Herbst sollen erste Daten vorliegen. Testzentren befinden sich in Tübingen, Hannover, München und im belgischen Gent. Ende April hatte bereits das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

Curevac erforscht seit dem Jahr 2000 mRNA-Impfstoffe. „Wir betrachten uns als Pionier bei der Entwicklung von mRNA-Therapien“, sagte Franz-Werner Haas, Vorstandsmitglied von Curevac. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen. Die vor einer klinischen Studie nötigen Voruntersuchungen seien erfolgreich verlaufen, teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit.

Einstieg bei Impfstoff-Hersteller

Der Staat und Curevac: Eine nur scheinbar gute Idee

Kommentar von Max Haerder

Am Montag hatte das Wirtschaftsministerium bekanntgegeben, sich mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen und rund 23 Prozent der Anteile zu übernehmen. Man wolle es so auch gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen.

Weltweit forscht die Pharmaindustrie fieberhaft an Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus. Eine ganze Reihe von Impfstoffprojekten wird bereits am Menschen getestet. Vorne mit dabei ist der US-Biotechkonzern Moderna, der mit seiner klinischen Studie Mitte März begann. Moderna hat sich wie Biontech und Curevac auf Impfstoffe auf Basis der so genannten Boten-RNA (mRNA) spezialisiert. Ein Impfstoff auf dieser Basis kann möglicherweise schneller entwickelt und hergestellt werden als herkömmliche.

Derweil wartet die Mehrheit der Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge mit Ungeduld auf einen Impfstoff. Für den zweiten internationalen „Stada Health Report“ im Auftrag des Arzneimittelherstellers Stada wurden im Februar und März 2020 je rund 2000 Menschen aus zwölf Ländern befragt. Bei den Fragen zum Thema Corona waren es im April 2020 je rund 1000 Befragte aus Deutschland, Italien, Russland, Serbien, Spanien und dem England. Demnach machen sich die Menschen die größten Sorgen darüber, dass ein Corona-Impfstoff auf sich warten lassen könnte. In Deutschland haben 45 Prozent diese Sorge, europaweit 42 Prozent. Dass Verwandte oder Freunde an Corona erkranken und sterben könnten, besorgt hierzulande 43 Prozent; im Europadurchschnitt sind es 50 Prozent.

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Impfstoff-Know-how ist zu einem stark umkämpften und hochbegehrten Forschungsgut avanciert. Der Einstieg des Bundes beim Tübinger Unternehmen Curevac schützt also die Interessen des Landes? Wenn es denn so einfach wäre. Lesen Sie hier den Kommentar von WiWo-Redakteur Max Haerder.

kjo, dpa, rtr
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