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Wahlkampfoffensive der UnionTeam ja, Zukunft na ja

Das Interessanteste an Armin Laschets „Zukunftsteam“ sind nicht so sehr die Persönlichkeiten, die er berufen hat. Sondern diejenigen, die fehlen. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Max Haerder 03.09.2021 - 11:20 Uhr

Armin Laschet (M.), CDU-Kanzlerkandidat, und sein „Zukunftsteam“ (v.l.): Andreas Jung, Vize-Unionsfraktionschef; Dorothee Bär (CSU), Digital-Staatsministerin; Peter Neumann, Terrorismus-Experte; Karin Prien, schleswig-holsteinische Bildungsministerin; Barbara Klepsch (CDU), sächsische Kultusministerin; Joe Chialo, CDU-Bundestagskandidat in Berlin-Spandau und Musikmanager; Silvia Breher, stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende; Friedrich Merz, ehemaliger Unionsfraktionschef. 

Foto: dpa

Neben Armin Laschet steht Norbert Röttgen, der profilierteste Außenpolitiker der CDU, nebenbei einer der letzten Intellektuellen seiner Partei, und erklärt bestechend die Welt. Ihm folgt der Ex-Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph M. Schmidt, der einleuchtend argumentiert, wie der Emissionshandel das Klima retten kann. Zum Abschluss betritt die Unternehmerin Verena Pausder das Podium und hält ein flammendes Plädoyer für großartige Schulen und den digitalen Aufbruch. Im Netz wird sie gefeiert. Und im Konrad-Adenauer-Haus brandet Jubel auf.

Ein Traum. Der Traum bleiben wird. Laschets so genanntes „Zukunftsteam“, das er heute Morgen vorstellte, ist mehr Team als Zukunft. Bei allem Respekt für die durchaus kundigen, klugen und versierten Mitglieder, die der Kanzlerkandidat der Union da um sich versammelt hat: sie schenken der in jüngster Zeit verunglückten Kampagne und dem strauchelnd-kämpfenden Mann an ihrer Spitze keine Aura, keinen Drive. 

Sie heben Laschet nicht in neue Höhen. Sie lassen ihn nicht scheinen. Viel Wahlkampf-Gewolltes strahlt von diesem Morgen aus - und wenig Wow.

Natürlich, Friedrich Merz und Doro Bär, die beiden Köpfe für Wirtschaft und Digitales, sind prominent und profiliert. Doch Bär litt als Staatsministerin im Kanzleramt bisher unter akutem Kompetenzmangel; sie durfte viel werben, entscheiden konnte sie bisher nichts. Und Merz bleibt die ewige Projektionsfläche all derjenigen, die sich das Morgen am liebsten wie die Neunziger vorstellen.

Dem Team fehlen einerseits Persönlichkeiten aus dem engsten Zirkel der Partei, die am Ende auch fürs Kabinett in Frage kämen: ein Röttgen, ein Jens Spahn – letzterer immerhin der Liebling junger Neokonservativer. Und ihm fehlen noch viel mehr überraschende, spannende Charaktere aus der Welt, die Laschet doch besonders für sich einnehmen will: der Wirtschaft.

Kein Manager, keine Unternehmerin, weder Gründer noch Ökonominnen haben es in sein Team geschafft; niemand, der glaubhaft, vielleicht sogar ein bisschen aufregend den Anspruch untermauern könnte, CDU und CSU verstünden mehr von der Wirtschaft von morgen als die Konkurrenz. Ein Friedrich Merz allein macht noch keine Zukunft.

Mehr zum Thema: Annalena Baerbock spielt den Klimaschutz-Akkord, Armin Laschet stimmt die „Steuern-runter“-Hymne an und Olaf Scholz trommelt für Respekt. Das erste TV-Aufeinandertreffen hatte seine klingenden und klärenden wirtschaftspolitischen Momente – aber noch viel zu wenige.

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