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VerkehrswendeE-Auto-Flotte wächst schneller als das Ladenetz

E-Autos brauchen öffentliche Lademöglichkeiten. Die werden statistisch gesehen immer knapper, wie ein Blick in die Ladepunkt-Statistik zeigt. Spotpress und Holger Holzer 13.06.2022 - 11:47 Uhr

Aktuell kommen in Deutschland 22 E-Autos auf einen Ladepunkt.

Foto: dpa

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt beim Wachstum der E-Autoflotte nicht mit. Aktuell kommen in Deutschland 22 Batterie-Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt, wie der Autoindustrieverband VDA errechnet hat. Im Oktober 2021 lag das Verhältnis noch bei 21 zu 1, im März 2021 bei 17 zu 1.

Während in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich 57.000 reine E-Autos und Plug-in-Hybride neu zugelassen wurden, wuchs die Zahl der Ladepunkte lediglich um rund 1.320 monatlich. Um das Ziel von einer Million Ladepunkte im Jahr 2030 zu erreichen, müssten laut VDA jedoch 2.000 Punkte pro Woche gebaut werden.

Wie viele E-Autos sich einen Ladepunkt teilen, ist allerdings stark von der Region abhängig. So kommen in Sachsen rechnerisch 13,8 Pkw auf eine Steckdose, im Saarland sind es 28,1.

Elektroauto-Start-ups hat es in den vergangenen Jahren viele gegeben, doch über hochtrabende Visionen sind die meisten nicht hinausgewachsen. Das 2016 von Studenten der TU Eindhoven ins Leben gerufene Projekt der Solar-Limousine Lightyear scheint hingegen erfolgversprechender zu sein: Das erste Modell, der Lightyear Zero, wurde nun im finalen Serienoutfit präsentiert. Im September soll die Produktion einer auf 946 Exemplare limitierten Kleinserie anlaufen, im November werden die ersten Fahrzeuge an Kunden übergeben.

Foto: Presse

Die Eckdaten des Leuchtturmprojekts können sich sehen lassen. Es handelt sich um eine 5,08 Meter lange Limousine, die sich dank einer besonders strömungsgünstigen Außenhaut durch einen cW-Wert von lediglich 0,19 auszeichnet. Das sorgt zusammen mit einem Gewicht von 1575 Kilogramm für Effizienzvorteile. Trotz einer mit 60 kWh eher durchschnittlich großen Batterie soll der Lightyear Zero mit einer Akkuladung 625 Kilometer weit fahren. Der Verbrauch liegt bei 10,5 kWh pro 100 Kilometer. Entsprechend eignet sich der Stromer auch für den Langstreckeneinsatz.

Bei Tempo 110 soll die Reichweite immerhin noch 560 Kilometer betragen. Mit einem Zwischenstopp zum Laden, innerhalb einer Stunde lässt sich Strom für 520 Kilometer nachtanken, sind also mehr als 1000 Kilometer Reichweite möglich.

Foto: Presse

In dieser Rechnung ist noch nicht der potenzielle Beitrag der in der Außenhaut integrierten PV-Anlage mit eingerechnet. Insgesamt fünf Quadratmeter gekrümmter Solarzellenfelder wurden in die Karosserie integriert. Ist der Lightyear Zero an einem sonnigen Tag unterwegs, kann das bordeigene Kraftwerk Strom für bis zu 70 weitere Kilometer einspeisen. Übers Jahr gerechnet soll der Solarertrag für eine Fahrleistung von 11.000 Kilometer reichen.

Abhängig natürlich vom Fahrprofil bietet der Lightyear in den Sommermonaten damit das Potenzial, den Strom für die täglichen Fahrten über Monate hinweg autark zu produzieren. Der Nutzer wird also möglicherweise über ein halbes Jahr lang keine Zapfsäule ansteuern müssen.

Foto: Presse

Der Lightyear Zero wird von insgesamt vier Motoren angetrieben, die eine Spitzenleistung von 130 kW/170 PS und bis zu 1.720 Newtonmeter Drehmoment bereitstellen können. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h soll 10 Sekunden dauern, maximal sind 160 km/h möglich.

Im Bild: Lex Hoefsloot, Gründer und CEO von Lightyear, bei der Vorstellung der Serienversion des Lightyear Zero.

Foto: Presse

Der Fünftürer bietet in seinem mit nachhaltigen Werkstoffen ausgekleideten Innenraum fünf Sitzplätze, die allesamt ausreichend Platz für erwachsene Fahrgäste bieten sollen. Der Kofferraum kann bis zu 640 Liter Gepäck aufnehmen.

Foto: Presse

Zur Ausstattung gehören Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze von Recaro sowie eine vernetzte Infotainment-Einheit mit 10,1-Zoll-Touchscreen, integriertem Navi und Audiosystem. Außerdem sind Assistenzsysteme wie Tempomat, Regensensor, Tempolimit-Erkennung sowie kamerabasierte Rückspiegel an Bord.

Foto: Presse

Der Lightyear Zero klingt nach einem vor allem aus ökologischer Sicht interessanten und zukunftsweisenden Auto, allerdings ist er mit 250.000 Euro ziemlich teuer. Doch Lightyear plant bereits ein erschwingliches Nachfolgemodell, das Ende 2024/Anfang 2025 zum Preis von 30.000 Euro auf den Markt kommen soll.

Foto: Presse

Der Kreis mit dem kundenfreundlichsten Verhältnis von Autos zu Lademöglichkeiten ist Groß-Gerau mit 4,8. In dem hessischen Bezirk haben unter anderem die E-Autohersteller Opel und Peugeot ihren Sitz. Auf Rang zwei liegt die VW-Stadt Emden vor Heilbronn.

Lesen Sie auch: Das Tesla der Ladestationen ist eine große Wette

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