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Kriselnde WindtochterMilliardenbelastungen im Windgeschäft: Siemens Energy zieht erneut Prognose zurück

Die Sonderbelastungen bei der Windfirma Siemens Gamesa nehmen kein Ende, Qualitätsmängel bei Teilen kosten nochmals eine Milliarde. Siemens Energy muss schon wieder seine Jahresprognose zurückziehen.Angela Maier 23.06.2023 - 08:54 Uhr

Siemens Energy zieht seine Gewinnprognose zurück.

Foto: REUTERS

Der Dax-Konzern Siemens Energy hat am Donnerstagabend abermals seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen neuer überraschender Belastungen bei der deutsch-spanischen Windtochter Siemens Gamesa zurückziehen müssen. Der Siemens-Gamesa-Verwaltungsrat mit Siemens-Energy-Chef Christian Bruch an der Spitze registrierte „deutlich erhöhte Ausfallraten bei Windturbinen-Komponenten“ und hat deshalb eine „erweiterte technische Überprüfung der installierten Flotte und des Produktdesigns eingeleitet“, wie Siemens Energy nach Börsenschluss ad-hoc mitteilte. Ergebnis der Überprüfung seien voraussichtlich zusätzliche Kosten von über einer Milliarde Euro.

Nach dem „derzeitigen Stand“ der Überprüfung würden für die „Erreichung der anstrebten Produktqualität bei bestimmten Onshore-Plattformen wesentlich höhere Kosten“ anfallen als bisher angenommen. Die Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung müssten noch bewertet werden, kosteten aber voraussichtlich über eine Milliarde Euro, teilte Siemens Energy mit. Die Börsianer reagierten geschockt: Im Siemens-Energy-Aktie brach im Späthandel um 11,4 Prozent auf 20,35 Euro ein.

Wegen Siemens Gamesa hatte Siemens Energy Anfang Mai bereits eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Damals hieß es schon, dass der Verlust sich im laufenden Geschäftsjahr gegenüber dem Nettoverlust des Vorjahres von 712 Millionen Euro deutlich ausweiten werde. Die Milliarde an zusätzlichen Kosten kommen hier noch obendrauf. 

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Die Probleme bei Siemens Gamesa betreffen ausschließlich das Geschäft mit Windanlagen an Land (onshore), das 2017 über eine Fusion der Siemens-Windsparte mit der damals börsennotierten spanischen Onshore-Firma Gamesa in den Konzern kam. Das Geschäft mit Windrädern auf hoher See, das Siemens in die Fusion einbrachte, ist nach früheren Angaben von Siemens-Energy-Chef Bruch nach wie vor profitabel.

Als weitere Hiobsbotschaft räumte Siemens Energy am Donnerstagabend ein, dass „geplante Verbesserungen der Produktivität nicht in dem bisher erwarteten Umfang eintreten“. Insofern überprüfe Siemens Energy „die wesentlichen Annahmen, die den Geschäftsplänen zugrunde liegen“.

Die WirtschaftsWoche hatte bereits vor vier Wochen berichtet, dass der im Oktober 2022 vorgelegte Geschäftsplan wahrscheinlich obsolet sei. Damals prognostizierte das Siemens-Gamesa-Topmanagement um den Chef der Windtochter, Jochen Eickholt, in einem Bewertungsgutachten für die Vollübernahme der Windfirma durch Siemens Energy, dass die Windfirma im Geschäftsjahr 2023/24 die Gewinnschwelle erreichen werde.

Lesen Sie auch: Ist die Windtochter Siemens Gamesa unsanierbar?


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